„Froschkönig“ kehrt ins Amphitheater zurück

Hanau

Das Märchen vom hässlichen Frosch, der ins Bett der Prinzessin will und dafür an die Wand geworfen wird, um auf diese Weise glücklicherweise vom Fluch befreit wird und als Prinz das Herz der Angebeteten erobern kann, ist beim Publikum beliebt und bekannt -  bisher lieferte "Der Froschkönig" schon vier Mal den Stoff für eine Inszenierung der Brüder Grimm Märchenfestspiele.

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Dieses Jahr eigentlich gar nicht auf dem Spielplan, darf sich das Publikum dennoch auf ein Wiedersehen freuen, denn die erfolgreiche Dramatisierung der letzten Saison machte über die Stadtgrenzen hinaus Furore und wurde für ein Gastspiel beim 3.  Literatur- und Poesiefestival in Bad Homburg eingeladen Damit eröffnete sich auch die Möglichkeit, das Ensemble mit drei Aufführungen im Hanauer Amphitheater einzuplanen.

Dieter Gring, Intendant der Hanauer Brüder Grimm Märchenfestspiele, hatte sich 2011 dem bekannten Stoff angenommen und präsentierte als Autor und Regisseur die vertraute Erzählung aus dem Blickwinkel des treuen Heinrichs. Der Diener, im Grimmschen Original nur eine Randfigur am Ende des Märchens, berichtet aus seiner Sicht von den Ereignissen, die dazu führten, dass der Prinz zum Frosch wurde und was danach geschah. Die  Inszenierung, die vor allem auch die zauberhafte und phantastische Seite des Märchens auf der Bühne lebendig werden lässt, ist am kommenden Mittwoch, 13. Juni, 19.30 Uhr das erste Mal wieder im Hanauer Amphitheater zu sehen - weitere Termine sind der 20. Juni und der 4. Juli.

Für Gring bestand nach eigenen Worten die besondere Herausforderung darin, den Stoff so zu dramatisieren, dass die Besucherinnen und Besucher die Geschichte wiedererkennen, aber dennoch auch Neues entdecken können. Durch den Perspektivwechsel in der Erzählweise wird es möglich, auch der offenen Frage nachzugehen, warum der Prinz eigentlich verzaubert wurde.

Die Tatsache, dass es sich bei dem "Froschkönig" um ein sogenanntes Zaubermärchen - die Brüder Grimm nahmen selbst diese Einteilung ihrer Märchen vor - eröffnete ihm als Regisseur zudem die Chance, zauberhafte Fantasy-Elemente und magische Momente in sein Stück einzubauen.

Dabei will Dieter Gring mit seiner Inszenierung des "Froschkönigs" vor allem auch daran erinnern, wie wichtig es ist, auch unter äußerem Druck an sich zu glauben und zu sich selbst zu stehen. "Der Weg zur eigenen Persönlichkeit ist nicht leicht, aber lohnenswert", fasst der Intendant, der in diesem Jahr in seinem Stück "Die Schöne und das Tier" erstmals seit vielen Jahren wieder selbst als Schauspieler auf der Bühne zu sehen ist, eine der wesentlichen Botschaften zusammen, die für ihn den Kern des Märchens ausmachen.


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