„Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“. Mit strahlenden Gesichtern geben neun Frauen und zwei Männer im Mehrgenerationenhaus Fallbach den bekannten Schlager von Bill Ramsay zum Besten.
Alle zwei Monate treffen sich Seniorinnen und Senioren zum sogenannten „Rudelsingen“. „Das ist ein natürlicher Stimmungsaufheller“ schmunzelt die Sozialpädagogin Gerta Rebentisch. Sie hat die Idee des offenen Singens aus Frankfurt mitgebracht, wo regelmäßig bis zu 100 Menschen und mehr zusammenkommen. „Es ist nicht wichtig, immer den richtigen Ton zu treffen oder gar nach Noten zu singen“, betont Gerta Rebentisch. Die Freude am gemeinsamen Singen, das Miteinander, die gute und gelöste Stimmung stehen im Vordergrund. Begleitet wird der kleine Chor, der gern noch größer werden will, von Matthias Wesche an der Gitarre. Für den Hobbymusiker kein Neuland, leitet er doch seit zweieinhalb Jahren die fünfköpfige Band SeBoB, die Seniorenbüro-Oldieband.
Keiner muss in seinem Gedächtnis nach den Texten von Volksliedern und Schlagern aus den 50er und 60er Jahren kramen. Die werden per Beamer an die Wand des Mehrzweckraums projiziert. Wenn Matthias Wesche mal eines nicht in seinem Repertoire hat, wird die Melodie über CD eingespielt. Das Volkslied „Am Brunnen vor dem Tore“ beispielsweise. „Ich erinnere mich nur noch an die erste Strophe“, bekennt eine 70-Jährige. „Das haben wir immer in der Schule gesungen.“ Bei Schlagern aus der Jugendzeit geht der munteren Sangesformation der Text offensichtlich leichter über die Lippen. „Zwei kleine Italiener“ von Conny Froboes läuft vom Band und die Stimmen werden deutlich lauter. „Die Schallplatte mit ihren Liedern habe ich in meiner Jugend geliebt“, erzählt ihre Sitznachbarin. Sie vergesse beim Singen im Mehrgenerationenhaus all ihre Sorgen, fügt sie hinzu.
Gerta Rebentisch wünscht sich, dass noch mehr Menschen aus dem Quartier und darüber hinaus Lust haben, „ihre eingerostete Stimme wieder zum Klingen zu bringen“. Singen habe eine heilsame Wirkung auf den Körper – von der Atmung bis zu Herz und Kreislauf - und vor allem auf die Seele. Zum Befeuchten der Kehle gibt es in der Pause Kaffee, Kuchen und kalte Getränke. Das nächste „Rudelsingen“ findet am Mittwoch, 7. Oktober, von 15.30 bis 17 Uhr statt. Nähere Informationen im Mehrgenerationenhaus in der Reichenberger Straße 59 (06181/6686785).
Foto: Matthias Wesche begleitet das offene Singen mit der Gitarre. Gerta Rebentisch (Zweite von rechts) hat die Idee aus Frankfurt mitgebracht. Foto: Stadt Hanau
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