Immer wieder zieht es Gerhard Levi nach Hanau. Der Sohn jüdischer Eltern, die wie auch sein jüngerer Bruder 1942 in Majdanek ermordet wurden, stammt aus Hanau und konnte im August 1939 nach London fliehen.
Immer wieder zieht es Gerhard Levi nach Hanau. Der Sohn jüdischer Eltern, die wie auch sein jüngerer Bruder 1942 in Majdanek ermordet wurden, stammt aus Hanau und konnte im August 1939 nach London fliehen.
Er nutzt immer wieder die Gelegenheit, seinen Nachfahren die Heimat seiner Familie zu zeigen. Oberbürgermeister Claus Kaminsky äußerte sich bei einem Besuch der Familie Levi im Rathaus erfreut, dass die von Gerhard Levi geknüpfte Bande auch über Generationen hinweg stabil gehalten wird. Bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an seinen langjährigen Freund Dr. Eckhard Meise konnte Gerhard Levi nicht dabei sein. Um so mehr freute er sich, dass der Ehrenvorsitzende des Hanauer Geschichtsvereins ihn und seine Familie beim Besuch in der Heimat begleitete. In Anwesenheit von Levis Tochter Susan, die in Amerika lebt, Sohn Anthony und den Enkeln Peter (24), Cathrin (20) und David (23) würdigte Claus Kaminsky Dr. Meise nochmals als "das Gedächtnis unserer Stadt". Ohne seine Forschungen würde es die Dokumentation jüdischen Lebens in Hanau nicht in dieser hohen Qualität geben. "Ihnen gelingt es immer wieder, Geschichte in das öffentliche Bewusstsein zu rücken."
Gerhard Levi, der wie Sohn Anthony und die Enkel in London lebt, hat bereits in den 90er Jahren den Kontakt zu Hanau gesucht, vor allem in der Person von Dr. Eckhard Meise. "Eines Tages rief er mich einfach an", erinnert sich dieser. Mehrere Besuche in der Brüder-Grimm-Stadt folgten, der letzte im Juni 2010, als der Oberbürgermeister zur Einweihung der Gedenkstätte "Ehemalige Ghettomauer" unter den Nachkommen ermordeter Hanauer Jüdinnen und Juden auch Familie Levi begrüßen konnte. Gerhard Levi beobachtet seither "mit Freude und Erstaunen, wie Hanau wächst und gedeiht". Er ist voller Hoffnung, dass das Interesse seiner Nachkommen an seiner Geburtsstadt erhalten bleibt und sie immer mal vorbeikommen um zu schauen, wie sie sich weiterentwickelt.
Foto: Ihren Besuch in der alten Heimat nutzte Familie Levi zu einer Stippvisite im Hanauer Rathaus. Zum Abschied versammelten sich alle zum Erinnerungsfoto (von links): Anthony Levi, Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Gerhard Levi, Eckhard Meise (Geschichtsverein), David, Susan, Cathrin und Peter Levi sowie Dr. Alice Noll (Geschichtsverein). Foto: Stadt Hanau
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