Mit dem Andrang hatten weder das Seniorenbüro noch Kinopolis gerechnet.
Zum ersten Kino-Erzählcafé kamen rund 140 Besucherinnen und Besucher. Als im Saal das Licht für dem Film "Ausgerechnet Sibirien" ausging, waren nahezu alle Plätze besetzt. "Die ältere Generation hat das Kino für sich entdeckt", schließt der Leiter des Seniorenbüros, Michael Stegmann, aus der überraschend große Resonanz auf das neueste Angebot der städtischen Einrichtung.
In der Innenstadt fehlte bislang noch ein geeigneter Raum für ein Erzählcafé. Davon gibt es bereits sechs über die Stadt verteilt in Wolfgang, Steinheim, Kesselstadt, Nordwest, Klein-Auheim und Großauheim. Und alle sind als Treffpunkt einmal im Monat bei den älteren Bürgerinnen und Bürgern sehr beliebt. Als mit dem Erfolg des ersten "Filmfestivals der Generationen" im Juni im Kinopolis klar war, dass die ältere Generation diesen Ort annimmt, war Koordinatorin Karin Dunkel vom Seniorenbüro optimistisch, "dass ein Erzählcafe im Kinofoyer funktioniert". Mit Ursula Lehmann fand sich auch gleich eine Ehrenamtliche, die sie bei der Organisation unterstützt.
Das barrierefreie Kino ist für die Menschen in der Innenstadt gut zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus erreichbar. Wer das Erzählcafé jeden letzten Montag im Monat von 14.15 bis 17 Uhr besuchen will, müsse aber an diesem Tag nicht zwangsläufig einen Film anschauen, betont Karin Dunkel. "Das Foyer mit seinen Sitzgruppen soll vor allem ein Ort der Kommunikation sein, an dem sich Leute treffen, die miteinander plaudern und neue Kontakte knüpfen wollen. Wenn es gewünscht wird, stellen wir auch Gesellschaftsspiele zur Verfügung. Vielleicht will ein Besucher nur in netter Runde Karten spielen und sich unterhalten." Das Seniorenbüro sei offen für Anregungen.
Die Kinokarte kostet fünf Euro. Torsten Schwab, Betriebsleiter von Kinopolis in Hanau, ist die Kooperation mit dem Seniorenbüro gerne eingegangen. "Mit dem Erzählcafé kommt an dem üblicherweise schwach besuchten Montagnachmittag Leben ins Haus", sagt er. Weitere positiver Nebeneffekt sei, neue Zielgruppen zu erschließen, "denn wir wollen ein Kino für alle Generationen sein". Bei der Filmauswahl, nicht nur für den Nachmittag des Erzählcafés, berücksichtigt er künftig stärker als bisher die Wünsche und Anregungen älterer Menschen. Kaffee und Kuchen dürfen bei einem Erzählcafé nicht fehlen. Von 14.15 bis 17 Uhr bietet er deshalb künftig beides für einen Euro an. Die Finanzierung teilt er sich mit dem Seniorenbüro.
Bei der Premiere bewiesen Torsten Schwab und sein Team Improvisationstalent, um den Ansturm der Seniorinnen und Senioren zu bewältigen. Denn außer den angemeldeten 80 Besucherinnen und Besuchern kamen noch 60 Kurzentschlossene. "Wir optimieren die Abläufe", verspricht der Betriebsleiter. Ein zusätzlicher Kaffeebereiter für 60 Tassen ist bereits bestellt.
Das nächste Erzählcafe findet am Montag, 27. August, statt. Gezeigt wird der aktuelle Film "Dein Weg". Er erzählt die Geschichte eines Vaters, der in Spanien die Urne mit den Überresten seines auf dem Jakobsweg tödlich verunglückten Sohnes abholen möchte und sich dann selber auf den Pilgerweg nach Santiago de Compostela begibt. Wegen der Länge des Films (120 Minuten) beginnt die Vorführung bereits um 14.30 Uhr. Das Kaffeetrinken ist deshalb schon ab 13.30 möglich. Der Vorverkauf startet am 20. August. Karten können täglich ab 13 Uhr im Kinopolis oder online unter www.kinopolis.de erworben werden. Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderungen müssen sich ab 15. August anmelden, da die Zahl der barrierefrei erreichbaren Plätze begrenzt ist. Ansprechpartnerin ist Karin Dunkel vom Seniorenbüro (06181/6682050 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Weitere Informationen zum Kino-Erzählcafé gibt es bei Ursula Lehmann (06181/254897).
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