Verdienste ausgeschiedener Kommunalpolitiker gewürdigt

Hanau

„41 Jahre ehrenamtliche Kommunalpolitik, das kann ich selbst kaum glauben."

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So das Bekenntnis von Michael Goebler, nach der jüngsten Kommunalwahl gerade ausgeschiedenes Magistratsmitglied der "Bürger für Hanau", auf der Bühne des Brüder-Grimm-Saals im Congress Park Hanau (CPH). Goebler gehörte zu den 70 verdienten Kommunalpolitikern und -innen, welche die Stadt Hanau jetzt für ihre Verdienste ehrte. Ihn, den Dienstaltester unter allen, hatte die Stadtverordnetenversammlung nach Magistratsvorschlag  ebenso zum Stadtältesten ernannt wie Roswitha Kießling für 40 Jahre Kommunalpolitik. Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck  und Stadtrat Axel Weiss-Thiel  zeichneten im CPH beide zugleich mit der Ehrenplakette in Gold aus.

Funck bezog in ihren Dank an die Geehrten deren Familien mit ein, die wegen vieler Sitzungstermine über die Jahre häufig zuhause auf die jeweiligen Stadtverordneten, Orts- und Ausländerbeiratsmitglieder hätten verzichten müssen. Ronald Battenhausen, seit mehr als 30 Jahren kommunalpolitisch wirkend, hatte die Lebenszeit für seine hinter sich gebrachten Sitzungen eigens überschlagen: Drei bis vier Jahre kämen dabei zusammen, sagte er. Er wie auch Gerhard Luber – beide sind bereits Stadtälteste – erhielten ebenfalls die Ehrenplakette in Gold.

Die Ehrenplakette erhält, wer sich in besonders hervorragendem Maße um die Stadt Hanau und die Allgemeinheit verdient gemacht hat. Stadtälteste/r wird, wer in ehrenamtlicher kommunalpolitischer Funktion mindestens 20 Jahre ein Mandat ausgeübt hat. Dieser Titel gehöre eigentlich durch einen anderen ersetzt, meinte Vorsteherin Funck schmunzelnd mit Blick auf die Fitness der Geehrten. Zu ihnen zählten  auch Gerta Wolf, Mosharaf Hossain, Ingrid Luber und Gertrud Becker. Diese Stadtälteste erhielten zudem die Ehrenplakette in Silber für mindestens 20 Jahre außergewöhnliches kommunalpolitisches Engagement. Sie wie die anderen Stadtältesten betonten übereinstimmend, dass sie ihr Ehrenamt gerne versehen hätten. Und sie wünschten denen alles Gute, die ihnen in den jeweiligen städtischen Gremien nun nachfolgten.

Dem Gros der Ausgeschiedenen, nämlich 61 an der Zahl, dankten Funck und Weiss-Thiel mit Anerkennungsurkunden. Die betroffenen Mandatsträger und –innen waren in der vergangenen  Wahlperiode von 2011 bis 2016 vor allem Ortsbeiräte gewesen. Vorsteherin Funck erinnerte in ihrer Rede daran, unter welchen  ungleich schwierigeren Bedingungen die Hanauer Stadtverordnetenversammlung nach dem Zweiten Weltkrieg im Juni 1946 im Reihersaal von Schloss Philippsruhe ihre Arbeit aufgenommen habe. Sie rief in Erinnerung, dass die Wahlbeteiligung damals 84 Prozent erreicht habe – zum Vergleich: Bei der Kommunalwahl im März dieses Jahres gingen 38,6 Prozent der Berechtigten zur Wahlurne.

Heute stehe Hanau „an der Schwelle zur Großstadt“ und habe mit Stadtumbau und Konversion eine gute Entwicklung genommen, an der die Mandatsträger und –innen maßgeblich beteiligt seien. Sie rief dazu auf mit dem Träumen zum Wohle Hanaus nicht aufzuhören, sondern weiter die Ärmel hochzukrempeln. Funck unterstrich, dass in Hanau die Hilfe zur Integration von Menschen mit ausländischen Wurzeln herausragend sei. Das sei „positiv für die Weiterentwicklung der Stadtgesellschaft“. Als gelebtes Beispiel für diese Integration nannte sie  den syrischen Konzertmeister Jack Sarhan, der auf der Geige zusammen mit dem aus Russland stammenden Sergey Korolev am Klavier den Parlamentarischen Abend musikalisch gestaltete.

Stadtrat Weiss-Thiel zollte den geehrten ausgeschiedenen Kommunalpolitikern „höchste Anerkennung“ dafür, dass sie sich neben Beruf und Privatleben in diesem anstrengenden Ehrenamt der Öffentlichkeit gestellt hätten.   Bemerkenswert sei immer wieder, wie die Mandatsträger „bei aller Diskussion im Detail“ nie den Grundsatz übersähen die Stadt voranzubringen. Damit richtig zu fahren, sei an der ständig wachsenden Einwohnerzahl Hanaus abzulesen. Das wiederum zeige, „dass die Stadt attraktiver ist, als es manchem in Hanau erscheinen mag“.

Foto: Roswitha Kießling (hinten rechts) und Michael Goebler (Zweiter von links) sind nun Stadtälteste und wurden von Vorsterin Beate Funck und Stadtrat Axel Weiss-Thiel mit der Ehrenplakette in Gold ausgezeichnet.

Foto: Gerta Wolf (Zweite von rechts), Mosharaf Hossain, Ingrid Luder und Gertrud Becker tragen nun den Titel Stadtälteste und sind mit der Ehrenplakette in Silber ausgezeichnet.


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