"PIT macht voll Spaß!", finden die Zwölf- bis 14-Jährigen der Elisabeth-Schmitz-Schule, die sich im Sommerhalbjahr jeden Freitag im Jugendbildungs-und Kulturzentrum (JuBiKuz) Hans Böckler treffen.

„Wenn ich blöd angemacht werde bleibe ich ruhig und raste nicht gleich aus.“ Diese Erkenntnis teilt Lukas mit den anderen Siebtklässlern in der Runde. Er hat mit ihnen gemeinsam in Gesprächen, Rollenspielen und anhand von Video-Clips gelernt sich nicht provozieren zu lassen. "Er kann sich gut hineinversetzen in das Bild, das für die Gewaltspirale steht, der man sich entziehen sollte, um nicht zum Täter oder Opfer zu werden“, erklärt Thomas Boeuf. Es sei wichtig die Situation richtig einzuschätzen, um nicht selbst in Gefahr zu geraten aber trotzdem aktiv zu werden und Zivilcourage zu zeigen.
Polizeioberkommissarin Ines Riebel von der Polizeistation Großauheim ist zufrieden, dass das Konzept greift. Über einfache Rollenspiele und Einheiten zur Reflektion sei die Zielgruppe gut zu erreichen. „Die Siebtklässler nehmen noch viel auf und bewegen sich noch nicht auf eingefahrenen Wegen.“ Am Anfang des Programms geht es um die Definitionen von Gewalt. In Alltagsszenen erfahren die Jugendlichen was eine Distanzzone ist, wie sie in Konflikte ein- und auch wieder aussteigen können, was es mit dem Bauchgefühl auf sich hat und erhalten Tipps für ein erfolgreiches Helferverhalten.
„Die Teilnahme an PIT bereichert den Umgang an unserer Schule“, davon ist Schulleiter Gerd Lux überzeugt. „Die Schüler, die das Programm durchlaufen haben und unsere Pausenpaten - ebenfalls ein langjähriges Kooperationsprojekt mit dem Jugendbildungswerk - sind eine gute Mischung, die sich positiv auf das Klima in der Schule auswirkt.“ Konflikte in den Pausen seien weniger geworden und im Bus fast ganz zurückgegangen“, ergänzt Lehrerin Bettina Eibeck-Möser.
In den vergangenen zehn Jahren haben 300 Schülerinnen und Schüler das Programm absolviert. Aber es sind nicht nur die Jugendlichen, die bei PIT etwas von den Erwachsenen lernen. „Wenn es um Cybermobbing geht, kennen sich die Schüler besser aus als wir, müssen aber auch mit den negativen Auswüchsen umgehen“, sagt Lehrer Reinhard Runkel, der seit vielen Jahren Mitglied im Team ist. Psychische Gewalt in sozialen Netzwerken sei ein vergleichsweise junges Phänomen. Das Präventionsprogramm sei entsprechend angepasst worden. So werde mit den Schülerinnen und Schülern über die Vor- und Nachteile verschiedener Plattformen und das sinnvolle Benutzen von „Apps“ diskutiert. Darüber hinaus informiert ein kurzer Filmclip über Gefahren im Netz. „Uns geht es weniger darum, die neuen Medien mit dem moralischen Zeigefinger zu verdammen, sondern darum, die Jugendlichen für die Gefahren die im Netz lauern zu sensibilisieren“, betont Thomas Boeuf, der gerade bei den sozialen Netzwerken ein steigendes Missbrauchspotential sieht.
Foto: Stolz präsentieren die Schülerinnen und Schüler der Elisabeth Schmitz Schule ihr Zertifikat, dass sie im Rahmen einer kleinen Feierstunde von Frank Bornmann, Leiter der Schulverwaltung Hanau, überreicht bekommen haben.
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de















