Umfassende Informationen für Ortsbeiräte beim 12. Stadtteiltreffen

Hanau

Von der erfolgreichen Betriebsansiedlung auf dem Areal der ehemaligen Wolfgang-Kaserne über einen Fitness-Parcour am Mainufer und die geplante Erneuerung des Rochusplatzes bis hin zur kommunalen Gemeinschaftsunterkunft auf Sportsfield Housing - auch beim zwölften Stadtteiltreffen zeugte die Bandbreite der insgesamt 34 Tagesordnungspunkte von einem regen Stadtteilleben in Großauheim und Wolfgang.

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Oberbürgermeister Claus Kaminsky und die beiden hauptamtlichen Stadträte Axel Weiss-Thiel und Andreas Kowol standen dem Ortsvorsteher Reiner Dunkel und dem Ortsbeirat einmal mehr Rede und Antwort.

Für eine kurze Diskussion sorgte zu Beginn des Treffens der enorme Bevölkerungszuwachs in Großauheim und Wolfgang, denn mit 16.855 hier gemeldeten Personen lag die Bevölkerungszahl um 1.018 höher als 2015. Überraschend war dies, weil das Areal von Sportsfield Housing und damit die dort untergebrachten Flüchtlinge seit einem Geländetausch eigentlich zum Einzugsbereich Innenstadt gehören. Bei genauerer Betrachtung stellte sich aber heraus, dass wegen der besseren Vergleichbarkeit die veränderten Gemarkungsgrenzen dieses Mal noch nicht berücksichtigt waren.

Doch auch unabhängig wird insbesondere der Stadtteil Wolfgang durch die Entwicklung der Konversionsflächen wachsen. Im Bereich von Old Argonner, wo der Lehrhöfer Park bereits ein gutes Stück vorangekommen ist, haben die ersten Neubürger bereits ihre Wohnungen. Positives wusste Oberbürgermeister Claus Kaminsky aber auch zum Thema Pioneer-Kaserne zu berichten. Auf diesem Gelände sollen nach dem Willen der Stadt rund 700 neue Wohneinheiten für unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche entstehen. Die Stadt sucht derzeit einen Partner zur Entwicklung der Fläche. „Wir haben hier eine hochattraktive Bewerberlage“, so der OB und ergänzte, dass er davon ausgehe, zum Ende des Jahres hin den Gremien eine entsprechenden Vergabevorschlag unterbreiten zu können. Die Ausschreibung der Großauheim Kaserne mit einer Grundstücksgröße von rund 25 Hektar sei ebenfalls weit gediehen und solle zur Immobilienmesse Expo Real im Oktober erfolgen.

Erfreulich seien auch die Veränderungen auf dem Gelände der früheren Wolfgang-Kaserne, wo zuletzt das Fraunhofer Institut ein rund 17.000 Quadratmeter großes Grundstück erworben hat. Bis 2018 sollen zu den bereits 60 vorhandenen Arbeitsplätzen weitere 40 hinzukommen. In unmittelbarer Nachbarschaft angesiedelt ist seit April 2016 die ALD als Mieterin eines eigenes für sie von der Dietz AG errichteten Gebäudes. Durch die schnelle Realisierung, so die Erläuterung des Oberbürgermeisters, ist es gelungen, ALD und damit rund 400 Arbeitsplätze in Hanau zu halten.

Fahrt nimmt nach den Worten von Oberbürgermeister Kaminsky auch der Stadtteilentwicklungsprozess in Großauheim auf. Seit Prozessstart im Februar 2014 haben bereits zehn ganztägige Werkstattgespräche zu verschiedenen Themenkomplexen stattgefunden. In der Umsetzung des beschlossenen 20-Punkte-Programms sind derzeit Stadtverordnetenvorlagen unter anderem zur Neugestaltung des Rochusplatzes, zur Mobilität im Stadtteil sowie zum Mainufer und zum Fassadengestaltungsprogramm in Vorbereitung. Ein nächstes Werkstattgespräch im Oktober werde sich mit dem Thema Kultur beschäftigen.

Einer Meinung mit den Menschen in der Waldsiedlung ist Kaminsky auch, was den unbefriedigenden Ladenleerstand angeht. „Die Stadt hat darauf aber leider gar keinen Einfluss.“ Er appellierte jedoch an die Anwohnerinnen und Anwohner als Verbraucher, selbst dazu beizutragen, dass sich Geschäfte im Stadtteil auch halten können. Im Rahmen der Spielplatzbegehungen wurde einerseits festgestellt, dass das Gelände am Ruderclub Möve hoch frequentiert ist und damit hohe Priorität genießt. Das Tipi-Dorf auf dem Spielplatz Krotzenburger Straße ist beseitigt worden, um für eine Grünfläche Platz zu machen.

Die erfolgreiche Umsetzung zweier weiterer Ortsbeiratsbeschlüsse betreffen ein Volleyballspielfeld am Mainufer und die Aufstellung von Sport- und Spielgeräten für Erwachsene im Sinne eines Outdoor-Fitness-Parcours. Zu letzterem wusste der OB zu berichten, dass der Spielplatz des RC Möve entsprechend erweitert wurde. Ein Parcours auf den Mainwiesen sei angesichts der Naturschutzvorgaben und schwieriger Eigentumsverhältnisse nicht kurzfristig zu realisieren. Die jetzt gefundene Lösung sei aber ein guter Anfang.

Keine Lösung gibt es offenbar für den Wunsch des Ortsbeirates hinsichtlich der Ampelanlage an der Landesstraße 3309. Die Fußgängerführungen sind hier nach Ansicht der Nutzer nicht optimal angeglichen. Um eine bessere Abstimmung der Wege zu erzielen, müssten die veralteten Steuerungsgeräte neu programmiert oder gänzlich ausgetauscht werden. Weder Hessenmobil als Eigentümer noch die Stadt haben die finanziellen Mittel dafür, wobei die Stadt die Kosten zudem wohl vollständig tragen müsste, weil die aktuelle Fußgängerführung den gesetzlichen Richtlinien entspricht.

Mit dem aktuellen Stand in Sachen Flüchtlingsunterbringung übernahm Stadtrat Weiss-Thiel das Wort. Derzeit leben nach seinen Angaben 1.117 Flüchtlinge in Hanau, davon 670 in der Gemeinschaftsunterkunft auf Sportsfield. Von den 13 dort in städtischer Verantwortung befindlichen Wohnblöcken seien inzwischen elf saniert und sieben davon bereits bewohnt. Die Arbeiten an den beiden verbleibenden Gebäuden seien vorläufig zurückgestellt. nach wie vor treffen 40 bis 50 neue Kontingent-Flüchtlinge in Hanau ein. Die derzeitige Entspannung der Lage werde genutzt, um die Strukturen in der Betreuung und Versorgung der Flüchtlinge zu stabilisieren und auszubauen. Wichtigstes Projekt in diesem Zusammenhang ist die erhoffte gemeinsame Nutzung der früheren Elementary School, die sich auf dem Areal der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung befindet. Der Betreiber der Landesunterkunft, die Johanniter Unfallhilfe, und das städtische Koordinationsbüro haben großes Interesse daran, in den ehemaligen Schulräumen gemeinsame Projekte in Sachen Sprachförderung oder Integration ins Leben zu rufen. Das letzte Wort in dieser Frage hat aber das Regierungspräsidium Gießen. Stadtrat Weiss-Thiel sieht die Gespräche aber auf einem guten Weg.

Während sich alle Schulen in den beiden Stadtteilen über steigende Schülerzahlen freuen können, hat die Elisabeth-Schmitz-Schule eine Abnahme um 29 Kinder oder rund 18 Prozent zu verzeichnen. Wie Weiss-Thiel dem Ortsbeirat erläuterte, ist dies eine Folge der voranschreitenden Inklusion an den Grundschulen. Die auf diese Weise frei werdenden Kapazitäten kommen der auf dem gleichen Gelände untergebrachten Robinsonschule zugute.

Der Zuzug der Flüchtlinge und Asylsuchenden in Wolfgang verändert die Struktur im Stadtteil und lässt neue Bedarfe entstehen. Die hessische Landesregierung stellt Fördergelder für Gemeinwesenarbeit in Stadtteilen „mit besonderen sozialen & integrationspolitischen Herausforderungen zur Verfügung. Wie der Sozialdezernent Weiss-Thiel erklärte, wurde ein entsprechender Förderantrag der Stadt für Wolfgang bewilligt. „Damit stehen ab sofort zusätzlich zu den Kapazitäten des Familien- und Jugendzentrums 46 Wochenstunden für Quartiersmanagement/ Vernetzungsarbeit und soziale Angebote für die Wolfgänger Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung.“ Angebunden an das bestehende Familien- und Jugendzentrum wird in der ehemaligen Robinson-Schule wird ein Stadtteilbüro mit festen Öffnungszeiten eingerichtet. Daneben soll ein wöchentliches Stadtfrühstück zur Begegnung und Information installiert werden, eine weitere Mädchengruppe starten, ein offener Jugendtreff angeboten werden sowie eine monatliche Discoveranstaltung für 16 bis 21 Jährige stattfinden.

Die Versorgungssituation im Bereich der Kindertagesbetreuung bezeichnete Weiss-Thiel mit insgesamt rund 800 Plätzen, davon 578 in in städtischer Trägerschaft, als zufriedenstellend bis gut. In der Altersgruppe der 0- bis Dreijährigen liege der Versorgungsgrad bei knapp 28 Prozent. In der klassischen Altersgruppe der Kindergartenkinder zwischen 3 und 6 Jahren gibt es für 90 Prozent der Mädchen und Jungen einen Platz. Bei den Sechs- bis 12-Jährigen gebe es allerdings nur für 12 Prozent der Kinder einen Platz.

Eine positive Rückmeldung hinsichtlich der vom Ortsbeirat gewünschten beleuchteten Warteplätzen an den beiden Haltestellen „In den Tannen“ und „Goethestraße“ konnte Stadtrat Andreas Kowol geben. Wie er dem Stadtteilgremium berichtete, hat die Analyse der Fahrgastzahlen ergeben, dass an der Haltestelle „In den Tannen“ in beiden Richtungen ausreichend Fahrgäste einsteigen, um die Aufstellung der gewünschten beleuchteten Warthalle zu rechtfertigen. Auch der Antrag zum niederflurgerechten Ausbau von Haltestellen der Linie 6, unter anderem an  der „Goethestraße“, wurde inzwischen vom Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service beim Land Hessen eingereicht. Kowol rechnet mit einem Bescheid in 2017. Im Vorfeld der eigentlichen Baumaßnahmen würden auch hier die Fahrgastzahlen mit Blick auf beleuchtete Wartehallen überprüft.

Ebenfalls umgesetzt wurde der Beschluss, den Spielplatz Heinrich-Heine-Weg als verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen. Die Beschilderung von der Straßenverkehrsbehörde angeordnet. Zudem wurden im August drei weitere Findlinge gesetzt, die das unbefugte Einfahren in den Spielplatzbereichs mit einem PKW verhindern. Die eingeforderte Bepflanzung des Lärmschutzwalls Waldwiese entlang der Bahngleise ist nach den Angaben des Stadtrats bereits im Investitionshaushalt abgebildet. Für die fehlende Begrünung sind 70.000 Euro für das Jahr 2018 und 320.000 Euro für das Jahr 2019 eingestellt.

Finanzielle Mittel in Höhe von 600.000 Euro sind für das Haushaltsjahr 2018 für die grundhafte Erneuerung der Krotzenburger Straße als eine der Hauptverkehrsstraßen von Großauheim vorgesehen. Daneben wurde auch, wie vom Ortsbeirat gefordert, der Ansatz zur Um- und Neugestaltung des Rochusplatzes um 200.000 Euro erhöht. Eine Absage erteilte der Stadtrat einer durchgängigen Pflasterung der Gehwege am Lindenauschwimmbad, wie sie der Ortsbeirat im Juni eingefordert hatte. Nach seinen Worten besteht auf der gegenüberliegenden Seite des Lindenaubades ein Gehweg mit Betonsteinpflaster. Demzufolge ist hier kein weiterer Ausbau geplant. Der benannte Gehweg entlang der Rue de Conflans wurde zudem erst 2012 mit einer wasserdurchlässigen Bessunger Kies Schicht instand gesetzt. Ein kompletter Neuausbau des Gehwegs steht in keinem Kosten/Nutzen- Verhältnis.

Kritisch sieht Kowol auch die geforderte Erneuerung des Fußweges an der Waldstraße. Diese würde im Zuge der Verkehrssicherungspflicht regelmäßig begutachtet und bei Bedarf entsprechend instandgesetzt. In diesem Jahr sei eine solche Erneuerung bereits bei den Einmündungsbereichen Auwannenweg und Spitzenweg beidseitig sowie an der Einmündung Harzweg einseitig mit einem Kostenvolumen von rund. 60.000 Euro erfolgt. Weitere punktuelle Instandsetzungen im Bereich Waldstraße mit einer Auftragssumme von 20.000 Euro seien beauftragt. Sollte der Ortsbeirat auf eine grundhafte Erneuerung des Gehwegs in der Waldstraße pochen, müssten die Kosten hierfür in der zukünftigen Haushaltsplanung angemeldet werden. „Eine grundhafte Erneuerung ist dann aber auch straßenbeitragspflichtig wäre, so dass die Grundstückseigentümer an den Ausbaukosten beteiligt würden.“ Was die vom Ortsbeirat geforderten Instandsetzungsmaßnahmen der WC Anlagen für die Alte Schule und das Bürgerhaus in Großauheim angeht, erklärte Kowol, dass sich die WC-Anlagen der Alten Schule sich in einem sehr guten Zustand befänden. Der Eigenbetrieb Hanau Immobilien und Baumanagement (IBM) sei jedoch bemüht, die gewünschten Sanierungsmaßnahmen im Bürgerhaus Großauheim im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel in diesem oder nächstem Jahr durchzuführen.


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