Im Rahmen der Interkulturellen Wochen vom 17. September bis 1. Oktober präsentieren in Hanau 26 Vereine, Organisationen, Einrichtungen und Initiativen ein Programm, das die Vielfalt und Lebendigkeit der Stadtgesellschaft sichtbar machen will.
Im Rahmen der Interkulturellen Wochen vom 17. September bis 1. Oktober präsentieren in Hanau 26 Vereine, Organisationen, Einrichtungen und Initiativen ein Programm, das die Vielfalt und Lebendigkeit der Stadtgesellschaft sichtbar machen will.
Das Frauenbüro der Stadt beteiligt sich mit einer Filmwoche und zeigt in Kooperation mit dem Kinopolis ausgewählte Filme, die sich mit der Thematik von Frauen in anderen Kulturkreisen sowie mit dem Thema Integration auseinander setzten.
Am Dienstag, 27. September, steht der Dokumentarfilm „Neuland“ auf dem Programm. Die Schweizer Regisseurin Anna Thommen widmet sich in dieser Arbeit den so genannten Integrations- und Berufswahlklassen ihres Heimatorts Basel, am Beispiel des Lehrers Christian Zingg. Der soll jungen, erst kürzlich in die Schweiz gekommenen Migranten dabei helfen, in der neuen Umgebung Fuß zu fassen. Zingg hat wie viele seiner Kollegen die Aufgabe, den Jugendlichen, die ihre Vergangenheit hinter sich lassen wollen, eine andere Kultur und Sprache näherzubringen und sie so vor allem auch auf ein mögliches Berufsleben vorzubereiten. Die Schüler haben oftmals unbeschreibliche Strapazen auf sich genommen, um in die Schweiz zu gelangen. Der engagierte Zingg führt ihnen vor Augen, wie schwierig der Neuanfang in einem fremden Land ist, motiviert sie jedoch zugleich auch unentwegt, nicht aufzugeben und an sich selbst zu glauben.
„Almanya – Willkommen in Deutschland“ heißt es am Mittwoch, 28. September. Im Mittelpunkt steht Hüseyin (Vedat Erincin), der als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen ist, und seine Familie. Der Film greift auf, wie seine Sprösslinge bis heute mit der Frage nationaler Identität zu kämpfen haben – etwa seine 25-jährige Enkeltochter Canan (Aylin Tezel), die keinen Schimmer hat, wie sie ihrer Familie erklären soll, dass sie schwanger von einem Briten ist. Oder deren sechsjähriger Cousin Cenk (Rafael Koussouris), der an seinem ersten Schultag weder in die deutsche, noch in die türkische Fußballmannschaft gewählt wird. Dann überrascht Hüseyin seine Familie mit seinem Vorhaben, in die türkische Heimat zurückzukehren. Begeisterungsstürme löst er damit nicht aus, trotzdem folgt die Familie ihrem gestrengen Patriarchen.
Anschließend an den Film ist eine Diskussion mit Frauen des Stadtteilzentrum Südlicht geplant. Um dem ersten weiblichen Streik in der britischen Geschichte geht es in dem Film „We want Sex“, der am Donnerstag, 29. September, gezeigt wird. Rita (Sally Hawkins) und ihre Freundinnen arbeiten bevorzugt in Unterwäsche. Das hat auch zum Ende der wilden Sixties hin kaum etwas mit lautstarker Gegenkultur zu tun – es ist schlichtweg furchtbar heiß im englischen Ford-Werk Dagenham. Eines Tages beschließen die Frauen, einen Streik zu wagen, um ihre Forderungen nach humaneren Arbeitsbedingungen und emanzipiertem Lohn durchzusetzen.
Im Anschluss an den Film steht Ulrike Eifler, Geschäftsführerin des DGB Regionalbüros Hanau, für Gespräche und Diskussionen zur Verfügung. Alle Filme laufen im Kinopolis. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Karten zum Preis von sechs Euro können im Vorverkauf im Kinopolis oder an der Abendkasse erworben werden.
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