In Kesselstadt soll ein neuer jüdischer Friedhof entstehen

Erste Vorarbeiten für den jüdischen Friedhof sind bereits verrichtet worden. Das angedachte Areal auf dem Friedhofsgelände in Kesselstadt wurde bereits mit einem Zaun versehen.

Kesselstadt
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In seiner jüngsten Sitzung hat der Magistrat der Stadt Hanau den Beschluss gefasst, auf dem Areal des Friedhofs Kesselstadt einen neuen jüdischen Friedhof zu errichten. Die Betriebskommission des Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service (HIS) hat in seiner vergangenen Sitzung bereits zugestimmt. Die Beschlussvorlage wird nach einer Beratung im Ortsbeirat Kesselstadt der Stadtverordnetenversammlung am 18. Juli zur Abstimmung vorgelegt.

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"Der jüdische Friedhof in Steinheim ist mittlerweile fast voll belegt. Entsprechend haben wir seitens der Stadt Hanau mit der Jüdischen Gemeinde Hanau, aber auch dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen Kontakt aufgenommen", erklärt Stadtrat Thomas Morlock. Der künftige Flächenbedarf lässt sich am Standort Friedhof Kesselstadt sehr gut realisieren. "Vor Ort gibt es eine Erweiterungsfläche, die aufgrund der weiter steigenden Zahl an Feuerbestattungen nicht für christliche Erdbestattungen benötigt wird", so Morlock weiter. Insofern bietet sich eine Umnutzung der Fläche aus Sicht des Magistrats an.

Das angedachte Areal umfasst rund 1.300 Quadratmeter Fläche und soll nach Zustimmung des Parlaments dem Landesverband der jüdischen Gemeinden in Hessen zur Bestattung ihrer Mitglieder übertragen werden.  "Wir sind sehr überzeugt von der Fläche. Sie ermöglicht es uns nicht nur, die traditionelle Form der orthodoxen Bestattung fortzuführen. Auch ist der neue Standort mit Trauerhalle und Innenstadtnähe für die Gemeinde insgesamt eine große Bereicherung", sagt Oliver Dainow, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Hanau. "Wir sind der Stadt sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit."

Erste Vorarbeiten wurden indessen schon verrichtet worden. Das angedachte Areal in Kesselstadt wurde bereits mit einem Zaun versehen. "Für die Übergabe der Fläche sieht der Magistrat einen notariellen Kaufvertrag zu einem symbolischen Preis von einem Euro vor", so der Stadtrat. Nach Vertragsabschluss wird der Landesverband der jüdischen Gemeinden dann als Träger des Friedhofsbereichs auftreten. Die Stadt übernimmt anschließend die Unterhaltung und Bewirtschaftung.

Der jüdische Friedhof ist Teil des neuen Friedhofleitbilds, das die Stadt Hanau derzeit erarbeitet. Dieses macht es sich zur Aufgabe, städtische Friedhöfe und ihre Nutzung neu zu denken. Bereits jetzt arbeitet die Stadt daran, diese Areale auch als Parkanlagen für die Lebenden zu verstehen, als Orte der Begegnung und des gemeinsamen Verweilens. Auf Basis des Friedhofleitbilds, das voraussichtlich im Herbst 2022 der Öffentlichkeit präsentiert wird, sollen diese Bestrebungen weiter ausgebaut und konkretisiert werden.

Auch sollen im Zuge dessen Bürger die Möglichkeit erhalten, Bestattungsformen und –riten unterschiedlicher Religionen und Kulturen kennenzulernen. So veranstaltet die Jüdische Gemeinde gemeinsam mit HIS beispielsweise am 20. September in der Trauerhalle des Friedhofs Kesselstadt einen Vortrag mit Rabbiner Andrew Steiman unter dem Titel "Jüdische Bestattungsriten".

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Erste Vorarbeiten für den jüdischen Friedhof sind bereits verrichtet worden. Das angedachte Areal auf dem Friedhofsgelände in Kesselstadt wurde bereits mit einem Zaun versehen.


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