Ein volles Haus erwartete Oberbürgermeister Claus Kaminsky und seine Magistratskollegen Axel Weiss-Thiel und Dr. Ralf-Rainer Piesold beim Stadtteiltreffen in der Reinhardskirche.
Zahlreiche Vertreter des Ortsbeirats sowie des Weststadtkreises und der evangelischen Kirche hatten sich im Saal im ersten Stock versammelt, um sich über den neuesten Stand der Entwicklungen im Stadtteil zu informieren.
Ein Thema, das die Anwesenden, insbesondere Pfarrerin Ute Engel, die Leiterin des evangelischen Jugendzentrums K-Town, besonders bewegte, war die Zukunft des Box-Gyms. Rund 60 Jugendlich nehmen regelmäßig an dem Boxtraining teil, dass das Jugendzentrum täglich anbietet. Die Stadt Hanau unterstützte dieses spezielle Projekt bisher freiwillig mit jährlich 13.000 Euro. Nun jedoch, da Hanau sich unter den Schutzschirm begeben hat, muss die Stadt ab 2014 die Bezuschussung stark drosseln, um den Haushalt entsprechend der Maßgaben der Aufsichtsbehörde zu konsolidieren. Auch die evangelische Kirche reduziert ihre Beiträge für K-Town. Die Organisatoren des Box Gyms fürchten um seine Zukunft. "Zum Glück haben wir eine großzügige Spende der Lions Clubs aus den Erlösen des Adventskalenderverkaufs erhalten", so Engel. "Diese rettet uns über die nächsten zwölf Monate. Doch danach wissen wir nicht wie es weitergehen soll."
Oberbürgermeister Kaminsky und Stadtrat Weiss-Thiel sagten Engel spontan ihre zukünftige Unterstützung für das - in ihren Augen sehr wichtige - Jugendprojekt zu. "Wir lassen Sie hier nicht in Stich, doch jetzt sind private Sponsoren gefragt! Wir müssen kreative neue Wege der Finanzierung für das Box-Gym finden ", so der OB und verwies auf den jährlichen Stadtlauf gegen Gewalt, mit dem die Frauenhäuser in Hanau und Wächtersbach tatkräftig unterstützt werden. Spontan bot Kaminsky an: "Wenn der Ortsbeirat einen Teil seines Budgets zur Verfügung stellt, werden wir diese Summe städtischerseits verdoppeln. Das schafft wieder ein bisschen Luft." In der Zwischenzeit würde man sich bei der Stadt ernsthafte Gedanken über zukünftige Finanzierungsmodelle des Jugendprojekts machen.
Stadtrat Weiss-Thiel betonte, dass die Stadt die allgemeine Arbeit des Jugendzentrums in der Helmholzstraße für weitere fünf Jahre unterstützen wolle. Wenn die Stadtverordnetenversammlung Anfang Juli zustimme, sei die städtische Beteiligung an den Kosten in Höhe von rund zwei Dritteln der Kosten für weitere fünf Jahre gesichert. "Diese Planungssicherheit ist für die Träger der freien Jugendarbeit außerordentlich wichtig", so der Stadtrat.
Weitere Themen im Mittelpunkt des Stadtteiltreffens waren die allgemeine Entwicklung des Stadtteils. "Wir sind mit dem Umbau der Innenstadt konzeptionell fertig", so der OB. "Jetzt muss nur noch gebaut werden." Aus diesem Grund wende man sich jetzt verstärkt der Entwicklung der Stadtteile zu und habe zu diesem Zweck eine Lenkungsgruppe gegründet, die eine Bestandsanalyse durchführt. Kesselstadt habe man dabei exemplarisch als Pilotstadtteil ausgewählt. "Nur mit den Mitteln der Stadt kann man einen Stadtteil nicht entwickeln", so der OB. "Genau wie in der Innenstadt müssen hier die Investitionen und Interessen von Investoren mit den öffentlichen harmonisiert werden!"
Kaminsky berichtete erfreut über die Fortschritte im Mehrgenerationenhaus in der Keplerstraße, das im Mai Richtfest feierte. "Hier entstehen 39 barrierefreie Wohneinheiten in einer Größe zwischen 54 und 124 Quadratmetern sowie acht kleinere Wohneinheiten für gemeinschaftliches Wohnen." Im Oktober dieses Jahres seien die Bauarbeiten beendet. "Wir haben bereits mehr als 100 Bewerbungen für das Mehrgenerationenhaus. Das freut uns sehr, denn es zeigt, wie gut das Projekt angenommen wird", so der OB. Weitere Bewerbungen würden jedoch gerne angenommen. Zwei öffentliche Informationsveranstaltungen zu Wohnen im Mehrgenerationenhaus seien in diesem Jahr noch geplant.
Fragen von besorgten Anwohnern gab es auch zum geplanten Bauprojekt Kronprinzenstraße / Ecke Kastanienallee und der mögliche Fällung von zwei Bäumen in Verbindung mit dem geplanten Neubau. "Bäume dürfen nur gefällt werden, wenn ein Bauantrag vorliegt und das ist bisher nicht der Fall", beruhigte Kaminsky die Anwohner. Lediglich eine Bauvoranfrage für einen dreigeschossigen Neubau sei bisher bei der Bauaufsicht gestellt worden. Dieser sieht vor, dass das Erdgeschoss gewerblich genutzt werden kann, wären in den oberen zwei Stockwerken Wohnungen entstehen sollen. "Ein positiver Bauvorbescheid wurde am 12. Dezember 2012 erteilt. Seither ruht das Ganze", so der OB.
Stadtrat Axel Weiss-Thiel berichtete unter anderem über die Fortschritte an den Kesselstädter Schulen. "Die Otto-Hahn-Schule verzeichnet ungebrochen große Nachfrage. Aus diesem Grund wird es in diesem Jahr sieben statt sechs Eingangklassen im Gymnasium geben." Mit dem dritten Bauabschnitt der Sanierung sein begonnen worden. Er beinhalte die Sanierung des naturwissenschaftlichen Bereichs und Maßnahmen zur energetischen Ertüchtigung der Schule. Die Maßnahmen kosten rund 3, 6 Millionen Euro und sollen bis zum Sommer 2014 abgeschlossen sein.
Ebenfalls gute Nachrichten konnte Weiss-Thiel für die Gestaltung der Freizeitanlage Hochgericht verkünden: "Der Bauabschnitt 3b mit dem Natur- und Sandbankspielplatz wird in dieser Woche fertig gestellt. In diesem Zuge werden auch Bänke und Tische an der Promenade und den zwei Spielplätzen montiert. Offizielle Übergabe sei am 17. Juni um 15 Uhr. Für den 4. Bauabschnitt, den Marktplatz zwischen Rasenatrium und der alten Frankfurter Landstraße fände am 20. Juni um 19.30 Uhr eine Bürgerbeteiligung im evangelischen Gemeindezentrum Helmholzstraße statt. "Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!"
Des Weiteren berichtet Weiss-Thiel von 18 HSB-Bushaltestellen in Kesselstadt, die 2013/2014 barrierefrei ausgebaut werden sollen: "Die Haltestellen erhalten eine niederflurgerechten Ausbau sowie sehbehindertengerechte taktile Leiteinrichtungen sowie zwölf neue Wartehäuschen.". Auch die Ampelanlage an der Kreuzung Burgallee/Hanauer Landstraße soll in absehbarer Zeit mit einem akustischen Signalton für sehbehinderte Menschen ausgestattet werden. Für den Kurt-Schuhmacher-Platz kündigte der Stadtrat vier neue Fahrradanlehnbügel an. Zu guter Letzt wies Weiss-Thiel auf die neuen Baumtafeln hin, die auf Wunsch des Ortbeirats and alten und seltenen Bäumen im Schlosspark Philippsruhe angebracht wurden.
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