Schon eine lange Tradition hat das Pflanzen eines Baumes im Pfarrgarten der St. Elisabethkirche für jeden Jahrgang der Kesselstädter Kommunionkinder, in diesem Jahr gemeinsam mit den Kindern aus Maintal-Bischofsheim.
Spaten, Hacke, frische Erde, mehrere Gießkannen und ein von den Kindern mit bunten Bändern geschmückter Apfelbaum - waren die Utensilien, mit denen die Kommunionkinder kürzlich nach einem Dankgottesdienst beim Nachtreffen, zum Garten neben der Kirche an der Hopfenstraße zogen. Hier pflanzten die Kinder – in Anzug und weißem Kleid - mit ihrer Gemeindereferentin Margit Lavado, Pfarrer Andreas Weber und Katechetin Petra Maier das Bäumchen, in Erinnerung an den „Korbiniansapfel“.
Eine spannende Geschichte: Dieser geht auf den bayerischen Apfelpfarrer Korbinian Aigner (1885 – 1966) zurück, der als Gefangener im Konzentrationslager Dachau heimlich Äpfel züchtete. Vier Sorten hatte der Pfarrer dort gezogen, eine Nonne schmuggelte die Sämlinge aus dem Konzentrationslager. Schon als Kind hatte ihn das Züchten und Veredeln von Äpfeln begeistert. Als Pfarrer war er wegen seines Widerstands gegen den Nationalsozialismus gefangen genommen worden. Er blieb seinem Glauben treu, aber auch seinem Hobby als Pomologe und Apfelkundler.
Dechant Andreas Weber erinnerte bei der Pflanzung an den Mut und den festen Glauben des Pfarrers, an die Wichtigkeit der Wurzeln und die Nahrung für den Baum sowie für das Glaubensleben der Kinder. Wichtig sei auch „die Originalität des Einzelnen, die es gelte, entfalten zu helfen“. Ganz einfach: „Jeder bringt andere Früchte! – „Aus einem Apfel wird eben keine Birne!“ stellte einer der jungen Gärtner fest. Die Kinder nahmen sich vor, den Baum immer mal nach der Sonntagsmesse zu gießen und freuten sich auf ein geplantes „Erntefest“ im nächsten Herbst. „Ich bin gespannt, wie die Früchte dann schmecken!“, rief eines der Kinder.






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