Rund 26 Tagesordnungspunkte standen auf dem Programm für das 6. Stadtteiltreffen Kesselstadt/Weststadt, dass jüngst in der Mensa der Otto-Hahn-Schule stattfand.
Rund 26 Tagesordnungspunkte standen auf dem Programm für das 6. Stadtteiltreffen Kesselstadt/Weststadt, dass jüngst in der Mensa der Otto-Hahn-Schule stattfand.
Stadtrat Axel Weiss-Thiel und Stadtrat Andreas Kowol gaben Ortsvorsteher Reinhold Schreiber, dem Ortsbeirat und Zuhörern Rückmeldung zu den im letzten Jahr gestellten Anträgen und unterrichteten sie über Veränderungen im Stadtteil. Unterstützt wurden sie dabei durch Mitarbeiter der städtischen Ämter und Eigenbetriebe. In Vertretung von Oberbürgermeister Claus Kaminsky begrüßte Stadtrat Weiss-Thiel die Anwesenden. Wie die anderen Stadteile, sei auch Kesselstadt/Weststadt im vergangenen Jahr gewachsen – nämlich um 200 Personen auf 11.899, berichtete er, bevor er das Wort an OHS-Schulleiter Stephan Rollmann übergab.
„Die Otto-Hahn-Schule ist derzeit personell gut aufgestellt. Aktuell zählen wir 1855 Schülerinnen und Schüler, davon die Mehrzahl aus Hanau“, berichtete Rollmann. Ins neue Schuljahr sei man mit 9 fünften Klassen gestartet: Sechs davon im Gymnasium, zwei in der Realschule und eine Klasse in der Hauptschule. Der Schulleiter wies zudem auf die Jubiläumswoche „50 Jahre Otto-Hahn-Schule“ hin, die im nächsten Jahr in der Zeit vom 11. - 16. September 2017 stattfinden wird. „Die Vorbereitungen für das große Fest laufen bereits“, berichtete Rollmann und bedauerte, dass der Start des dritten und letzten Bauabschnitts an der Otto-Hahn-Schule wohl in die Zeit des Jubiläumsfests fallen wird. „Aber wir freuen uns auf das neue Entree der Schule, das im Rahmen dieses Abschnitts entsteht.“ Als Schuldezernent gab Weiss-Thiel noch einen Überblick über die Situation der restlichen Schulen im Stadtteil: „270 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit die Heinrich-Heine-Schule. Für das Schuljahr 2016/2017 wurden in vier Eingangsklassen insgesamt 78 Schulanfänger eingeschult.“ Die Schule nehme nicht am Ganztagesangebot des Landes Hessen teil, da die Mittagsbetreuung durch das Kinderhaus West sichergestellt werde. „In den Herbstferiensoll die Erneuerung der pädagogischen IT-Ausstattung erfolgen. Die Kosten hierfür betragen 40.120,33 Euro“, berichtete Weiss-Thiel. Der 2. Bauabschnitt zur Erneuerung der Fenster und Sonnenschutzanlagen werde in den Herbstferien 2016 abgeschlossen. Das durch Spenden finanzierte Klettergerüst stehe bereits.
„Die Wilhelm-Geibel-Schule registriert derzeit 178 Schülerinnen und Schüler. Insgesamt 38 Schulanfänger wurden für das Schuljahr 2016/2017 in zwei Eingangsklassen eingeschult“, wusste der Stadtrat zu berichten. Die Grundschule nehme ab diesem Schuljahr am Ganztagsprogramm des Landes teil. In den vergangenen Sommerferien habe bereits eine Erneuerung der pädagogischen IT-Ausstattung für 70.462 Euro stattgefunden. „Derzeit läuft in der Schulturnhalle die Sanierung des Umkleide- und Sanitärtraktes. Diese Maßnahme soll bis zum Ender der Herbstferien 2016 abgeschlossen werden“, sagte Weiss-Thiel.
In Vertretung von OB Kaminsky gab Weiss-Thiel gab einen kurzen Überblick über den Stadtteilentwicklungsprozess in Kesselstadt, der vor rund drei Jahren gestartet wurde: „Ein Ergebnis war das Ausrichten einer Jubiläumsveranstaltung anlässlich 50 Jahre Weststadt. Diese Veranstaltung wurde am 18. Juli 2015 sehr erfolgreich durchgeführt“, berichtete der Stadtrat. Im Juni 2016 seien die Treffen im Rahmen des Stadtteilentwicklungsprozesses weitergegangen. „Erfreulicherweise konnten wir durch die vom Jubiläumsfest gewonnenen Kontakte den Teilnehmerkreis erweitern und freuen uns auch noch über weitere Bürgerinnen und Bürger, die sich für ihren Stadtteil engagieren möchten“, sagte Weiss-Thiel. Im nächsten Schritt müsse - ähnlich wie in Großauheim - ein Maßnahmenplan erarbeitet werden, aus dem dann eine Stadtverordnetenvorlage gefertigt werde.
Der Stadtrat berichtete über den Eigentümerwechsel des Fachmarktzentrums und der Wohnungen am Kurt-Schumacher-Platz. „Vor gut einem halben Jahr wurde die Stadt von einer Immobilienfirma kontaktiert, die den Verkauf für den vorherigen Eigentümer abwickelte und gleichzeitig ein Konzept für den Kurt-Schumacher-Platz entwickeln wollte. Die Immobilienprojektgesellschaft wolle nun gemeinsam mit dem Eigentümer versuchen, das Zentrum und somit auch das Umfeld aufzuwerten, sagte Weiss-Thiel und versprach den Ortsbeirat über neue Entwicklungen zu informieren.
Stadtrat Andreas Kowol teilte zudem mit, dass im Einvernehmen mit der Straßenverkehrsbehörde die Stadt zur dauerhaften Sicherstellung der Sicherheit und Ordnung auf dem Kurt-Schumacher-Platz folgender Vorschlag mache: „Der Kurt-Schumacher-Platz wird als Verkehrsversuch für die Dauer von sechs Monaten mittels Pfosten mit städtischer Schließung gesperrt.“ Rettungskräfte könnten aufgrund der städtischen Schließanlage jederzeit einfahren. Die Andienung erfolge über eine gesondert hergerichtete und beschilderte Fläche im nördlichen Bereich des Platzes. „Anfang 2017 wird der Ortsbeirat über das Ergebnis unterrichtet und über den weiteren Fortgang entschieden.“ Kowol erläuterte, dass die angefragte Einrichtung einer Schranke mit Fernbedienung nicht praktikabel erscheine, da es sich um einen schwierig zu bestimmenden Personenkreis handele, der Zugang zum Platz benötigt. „Aufwand, Kosten und Wirkung stehen in keinem wirtschaftlichen Verhältnis. Auch ist eine Schranke viel anfälliger für Vandalismus“, erläuterte der Stadtrat.
Zum Thema „Wettbüro in der Kastanienallee 39“ wusste Weiss-Thiel zu berichten, dass der Betreiber des Cafés vor einiger Zeit eine Außenbestuhlung unmittelbar vor dem Café eingerichtet hätten. Daraufhin habe es erneut Beschwerden aus der Nachbarschaft gegeben. „Dem Betreiber wurde mitgeteilt, dass auch die Einrichtung einer Außenbestuhlung baugenehmigungspflichtig ist und ohne Baugenehmigung eine solche nicht erfolgen darf. Er hat die Außenbestuhlung daraufhin wieder entfernt“, gab er zu Kenntnis. Ansonsten kontrolliere das Ordnungsamt die Lokalität regelmäßig. Die Baugesellschaft Hanau GmbH plant derzeit die Sanierung der Philipp-Reis-Straße 1-3 in der Weststadt.“ Baubeginn soll Ende 2016 sein, das Investitionsvolumen beträgt ca. 1,8 Millionen Euro“ berichtete Weiss-Thiel.
Vom Amphitheater am Schloss Philippsruhe hatte Weiss-Thiel gute Nachrichten: „2016 finden neben den Festspielen in der Herbstsaison dieses Jahr 28 Veranstaltungen mit neun Veranstaltern/Agenturen im Amphitheater statt.“ Die zu erwartenden Einnahmen durch Vermietung an Veranstalter sowie Pacht durch das Catering betrügen insgesamt 117.258 Euro und seien somit besser als erwartet. Die Einstellung des Interessenbekundungsverfahrens habe dazu beigetragen, dass so viel Veranstalter wie noch nie im Amphitheater Veranstaltungstermine gebucht hätten. „Das zeigen auch die Buchungen und Reservierungen für die Saison 2017, die bereits in vollem Gange sind“, berichtete der Stadtrat. Derzeit lasse die Stadt einen Imagefilm zur Vermarktung des Amphitheaters für Veranstalter und Gäste produzieren. „Auch die erweiterte Zusammenarbeit mit Frankfurt Ticket Rhein Main in Form von Plakatierungen über Stroer, Verlosungen von Tickets über Facebook, Werbeaktionen im Hanau Laden und das Anbringen von Werbebannern in Frankfurt tragen zur besseren Bekanntheit und Auslastung bei.“ Zusätzliche Einnahmen seien durch Vermietung der Orangerie zustande gekommen. „Kurzum“, stellte Weiss-Thiel fest „Der Fachbereich Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen, dem die Bespielung des Amphitheaters und der Orangerie obliegt, hat die Abläufe und die Vermarktung verbessert!“ Seit Einführung der Lärmmessung und -reduzierung vor rund fünf Jahren, habe es zudem keine Beschwerden mehr von den Anwohnern gegeben.
Weiss-Thiel informierte noch über die unlängst ins Leben gerufene „Nachbarschaftshilfe Kesselstadt e.V“, welcher im Remisenbau von Schloss Philippsruhe Räume zur Verfügung gestellt wurden. „Sie erhält die gleiche Zuwendung in Höhe von 12.500 Euro und 5.000 Euro für Erstausstattung wie alle anderen Nachbarschaftsinitiativen in der Stadt“, sagte der Stadtrat. Zurzeit sei der Verein damit beschäftigt die Räume zu renovieren. Auch Telefon- und Internetanschluss seien in Arbeit. „Aktuell hat die Initiative bereits 68 Mitglieder. Montags und donnerstags von 10-12 Uhr finden Bürozeiten statt“, wusste der Stadtrat.
Zum Thema Weststadtbüro und Jugendarbeit berichte Weiss-Thiel über Gespräche zwischen der evangelischen Kirche bezüglich des Grundstücksverkaufes mit einem Investor. Hieran sei auch die Weichenstellung für das JUZ geknüpft. Seitens der Stadt sei eine Sicherstellung der Jugendarbeit in Kesselstadt/Weststadt auch über die aktuelle Vertragslaufzeit Ende 2017 hinausgehend zugesichert. „Die Leitungsstelle im Weststadtbüro (Stadtteilmanagement) ist seit Dezember 2015 mit halber Stelle durch Ute Engel besetzt. Die Besetzung der anderen halben Stelle ist noch nicht umgesetzt, da man noch niemanden für die Stelle gefunden habe. „Es wird weiterhin intensiv nach einer Besetzung gesucht“, verkündete Weiss-Thiel. Kostenträger der beiden halben Stellen seien die Baugesellschaft Hanau, die nassauische Heimstätte und die Stadt Hanau.
Zum Thema Kindertagesbetreuung konnte Weiss-Thiel über derzeit 527 Kinder berichten, die sich aktuell in Kesselstadt und Weststadt in der Betreuung befänden. „Davon 390 in städtischen Einrichtungen, 129 bei freien Trägern und 8 in der Familientagesbetreuung.“ Der Träger der Kita Friedenskirche plane für die Jahre 2017 und 2018 größere Sanierungsmaßnahmen wie einen behindertengerechten Zugang in die Kita und behindertengerechtes WC, Lärmschutz im Altbau und Neubau, Fluchtwege, Türvergrößerungen, und größere Maler- und Verputzarbeiten. „Im Rahmen dieser Sanierung können keine Förderprogramme des Landes hinzugezogen werden, das heißt die Finanzierung läuft über die Stadt Hanau und den Träger“, erläuterte Weiss-Thiel. Die komplette Sanierung der Haustechnik werde derzeit vom Träger eigenständig umgesetzt, ohne Fördergelder der Stadt.
In der Kinderburg Weststadt sei die Komplettsanierung der sanitären Anlagen - inklusive spezieller Wickelanlage für U3-Kinder - als letzter von 3 Bauabschnitten geplant. „In der Kindertagesstätte Mittelstraße wird für vier Gruppenräume eine neue Teilausstattung angeschafft. Mit der Anschaffung soll der Standard hergestellt werden und defektes Mobiliar ersetzt werden“, erklärte Weiss-Thiel. In der Kindertagesstätte Dresdnerstraße seien während der Sommerschließung die Wände der Kita neu angelegt worden.
Stadtrat Andreas Kowol griff im Anschluss das Thema „Querungssituation in der Philippsruher Allee“ auf: „Zurzeit wird hier neu geplant. Die Planung sieht zwei Ampeln im Bereich der Ankergasse und dem Kettenplatz vor. Aus diesem Grund werden kurzfristig keine weiteren Änderungen an den vorhandenen Fußgängerüberwegen durchgeführt.“ Die Planung werde dem Ortsbeirat in der Sitzung am 4.10.2016 vorgestellt.
Zur Nordmainischen S-Bahn berichtete Kowol vom anstehenden Erörterungstermin, der im Planfeststellungsverfahren „Ausbau Nordmainische S-Bahn“ in Steinheim stattfinden werde: „Die Nordmainische S-Bahn soll eine Verbindung zwischen dem Hauptbahnhof Frankfurt und dem Hauptbahnhof Hanau sein und ist seit vielen Jahren eine Forderung der Stadt Hanau. Mit dem Bau der S-Bahn muss aber auch gewährleistet sein, dass zur Sicherung gesunder Wohnverhältnisse ausreichender Lärmschutz für die Anwohner hergestellt wird“, erklärte der Stadtrat. Belange des Brandschutzes müssten gewahrt werden, auch müsse die Lärmschutzwand Belange des Stadtbildes und des Denkmalschutzes beachten. „Um dies sicherzustellen hat die Stadt Hanau Einwendungen erhoben, die in dem anstehenden Erörterungstermin nochmals vertieft und konkretisiert werden.“ Der Termin sei nicht öffentlich. Die rund 100 Bürger und Bürgerinnen, die Einwendungen erhoben haben, könnten jedoch teilnehmen. Die Verhandlungsleitung habe das Regierungspräsidium Darmstadt.
„Die Stadt Hanau wird an dem Erörterungstermin teilnehmen“, erklärte Kowol. Sie werde durch ihn, Rechtsanwalt Möller-Meinecke, städtische Mitarbeitern und Gutachtern vertreten sein. Nähere Hinweise zum Termin seien unter www.hanau.de zu finden.
Zur Sanierung von Schloss Philippsruhe konnte Kowol über die Pläne den rechten Seitenflügel zur einer Brüder-Grimm-Erlebniswelt auszubauen berichten. Dazu laufe derzeit das Auswahlverfahren für die Innengestaltung. Die Erlebniswelt solle im Jahr 2018 eröffnet werden. „Im Zuge der Sanierung der zum Weißen Saal gehörenden WC-Anlage wurden aus dem Jahr 1830 stammende Wandmalereien gefunden. Die Malereien wurden aufwändig freigelegt und sollen künftig in den Museumsrundgang einbezogen werden“, erzählte Kowol. Der zum Main gelegene Turm des linken Seitenflügels sei für die Gastronomie hergerichtet worden. Nach Abschluss des Mietvertrages werde er dem Pächter zur Nutzung übergeben.
Aus dem Ortsbeirat wurde in diesem Zusammenhang Kritik an den unregelmäßigen Öffnungszeiten des Cafés auf der Schlossterrasse laut, die der Stadtrat versprach an den Betreiber weiterzuleiten. Mit der Sanierung der Dachkonstruktion des Mittelteils des linken Seitenflügels werde im November 2016 begonnen. „Diese Maßnahme wird voraussichtlich bis November 2017 dauern. Während dieses Zeitraums von voraussichtlich einem Jahr wird der Weiße Saal geschlossen bleiben“, kündigte Kowol an.
Zum Schluss teilte Kowol noch mit, dass mit dem Bau der neuen Feuerwehrfahrzeughalle an das bestehende Blockheizkraftwerk der Stadtwerke in der Karlsbader Straße begonnen wurde. „Die Maßnahme soll bis Februar 2017 abgeschlossen und die Feuerwehr bis dahin von der Pumpstation ins neue Domizil umgezogen sein“, kündigte der Stadtrat an.
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