Jugendtreff „Schlachthof“ kommt in Klein-Auheim an

Klein-Auheim

Die Schaffung von Wohnraum für alle Einkommensschichten "hat für uns quer durch die Stadt eine hohe Bedeutung", betonte Oberbürgermeister Claus Kaminsky beim Stadtteiltreffen im Jugendtreff "Schlachthof" in Klein-Auheim.

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Gemeinsam mit den Stadträten Axel Weiss-Thiel und Dr. Ralf-Rainer Piesold informiert er Mitglieder des Ortsbeirats sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger über aktuelle Themen im Stadtteil und den Sachstand bei der Umsetzung diverser Ortbeiratsbeschlüsse.

Eine "wunderbare Lösung" nannte Claus Kaminsky die Einrichtung des Jugendtreffs im ehemaligen Schlachthof in Klein-Auheim, der seit einem Jahr in Betrieb ist und - wie geplant und gewünscht - Klein-Auheimer und Steinheimer Jugendliche anzieht. Das Jugendzentrum sei kein Solitär, sondern arbeite eng mit Institutionen in den beiden Stadtteilen zusammen, beispielsweise mit den Kirchengemeinden und der Eppstein-Schule. Jugendtreff-Leiterin Martina Stecho sprach darüber hinaus von guten Kontakten zu Bürgerinnen und Bürgern, die immer mal vorbeischauen und ihre Unterstützung anbieten würden. "Wir brauchen stadtweit noch mehr solcher Netzwerke", so der Oberbürgermeister. "Formal sind das freiwillige Leistungen, doch faktisch handelt es sich dabei um soziale Prävention und Bildungsarbeit, die unverzichtbar ist und uns am Ende des Tages Erziehungshilfekosten sparen lässt."

Positives hatte der hauptamtliche Magistrat auch zum Neubaugebiet am Reitweg zu berichten. 64 der 65 städtischen Grundstücke sind verkauft, 40 der Käuferfamilien stammen aus Hanau. Mit dem Endausbau der Straßen wird im Frühjahr begonnen. Hoffnungsfroh stimmt ihn der Sachstand im Goldacker. Zwischenzeitlich liege der Baugesellschaft ein "sehr ordentliches Kaufangebot" vor und man gehe davon aus, dass der Verkauf der Mietshäuser noch in diesem Jahr realisiert werden könne. Seit das Land Hessen die Fehlbelegungsabgabe gestrichen habe, fehlten der Stadt die öffentlichen Mittel, um den sozialen Wohnungsbau zu fördern, bedauerte Kaminsky. "Wir stehen vor der großen Herausforderung, ohne staatliche Förderung bezahlbaren Wohnraum schaffen zu müssen, der dringend für ältere Menschen, junge Familien und Alleinerziehende benötigt wird", so Stadtrat Axel Weiss-Thiel. Für Wohnungsbauunternehmen wie die Baugenossenschaft oder die städtische Baugesellschaft werde es zunehmend schwieriger, ergänzte Kaminsky, die finanziellen Möglichkeiten Wohnungssuchender und wirtschaftliches Arbeiten miteinander in Einklang zu bringen. Ohne Unterstützung durch Land und Bund trage das System auf Dauer nicht, lautete seine Prognose.

Als gemeinsames Projekt haben die Stadt und der TSV Klein-Auheim die Sanierung der Umkleidegebäude der Sportanlagen "Am Maindamm" zu Ende gebracht, berichtete Dr. Piesold. Der Eigenbetrieb Immobilien und Baumanagement sanierte das ehemalige Platzwartbüro, das künftig als Schiedsrichterkabine genutzt wird sowie Dach und Fenster des Umkleidegebäudes der Gastmannschaft. Für die Kabine der Heimmannschaft traten Vereinsmitglieder in Aktion, ebenso für den Außenanstrich. Die Farbe bezahlte IBM.

An die Adresse der Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Hellenbach war der Appell des Oberbürgermeisters gerichtet, sich mit ihrer Position zur Renaturierung des Hellenbachs rasch mit der Stadt zu verständigen, "sonst laufen wir Gefahr, dass uns die Drittmittel, die wir dafür unbedingt brauchen, ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr zur Verfügung stehen". Mit der Haushaltgenehmigung werde nun die Genehmigungsplanung zur Renaturierung beauftragt.

Lärmschutzmaßnahmen an und auf der Hellentalbrücke hat das Straßen- und Verkehrsmanagement Hessen Mobil nach Auskunft von Stadtrat Weiss-Thiel eine Absage erteilt. Die so genannten Schlaggeräusche beim Überfahren der Dehnungsfugen seien normal, es bestünden keine Verbesserungsmöglichkeiten, so die Auskunft. Flüsterasphalt aufzubringen sei aus Unterhaltungs- und Sicherheitsgründen nicht möglich, teilte Hessen Mobil mit. Für eine durchgehend erhöhte Lärmschutzwand sehen die Fachleute aufgrund der 2010 erhobenen Daten zu Verkehrsaufkommen und Lärmpegel keinen Handlungsbedarf.

Dem Wunsch des Ortsbeirats, am Spielplatz an den Mainwiesen ein Klettergerüst für Kinder ab sechs Jahren aufzustellen, kann nicht entsprochen werden. Auf der Fläche stünden schon so viele Spielgeräte, dass bei einem weiteren die Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden könnte, so Stadtrat Weiss-Thiel. Zu aufwändig und kostenintensiv nannte er den Bau eines gemeinsamen Fuß- und Radwegs auf der Geleitstraße und der Seligenstädter Straße. Die Straßenquerschnitte reichten nicht aus und müssten für viel Geld geändert werden. Auf die Anlieger würden dann auch Straßenbeitragsgebühren zukommen.

Ob die Stadt in der Zukunft in der Friedrich-Ebert-Schule eine Lernwerkstatt einrichtet und die Küche erneuert, hängt nach den Worten von Schuldezernent Weiss-Thiel auch davon ab, ob sich die Grundschule zu einer Ganztagsschule entwickeln wird. Lehrerkollegium, Elternschaft sowie der Betreuungs- und Förderverein setzen sich in diesem Schuljahr mit einem entsprechenden Konzept auseinander. "Wir als Schulträger würden diesen Schritt grundsätzlich begrüßen."


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