Wildpark "Alte Fasanerie": Wolf in Teich ertrunken

Klein-Auheim
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Siegfried, der europäische Wolfsrüde im Wildpark "Alte Fasanerie" in Klein-Auheim, der im vergangenen Sommer von Kriemhild stark verbissen wurde und zwei Monate später mit der jungen Wölfin Leyla vergesellschaftet wurde, ist ertrunken im Gehege aufgefunden worden. Siegfried lag mit dem Kopf voran im Teich. Nach Beobachtung von Besuchern soll der Wolf vorher kaum in der Lage gewesen sein, geradeaus zu laufen.

wolfleyla.jpg

Ähnlich wie bei einem epileptischen Anfall soll er zum Wasser getorkelt und dann mit dem Kopf voran ins Wasser gefallen sein. Siegfried wurde zur Untersuchung ins Hessische Landeslabor nach Gießen gebracht. Das Untersuchungsergebnis steht noch aus. Leyla wurde nach Siegfrieds Tod in das Absperrgehege von den drei europäischen Wolfsrüden Gunther, Richard und Tristan umgesiedelt. Hier soll die Wölfin Ende Februar mit den drei Rüden vergesellschaftet werden. Der Zeitpunkt ist nicht nur günstig, sondern geradezu ideal, denn Ende Februar beginnt die Paarungszeit bei den Wölfen. Dies ist der beste Zeitpunkt für die Wölfin ins Rudel aufgenommen zu werden. Da kein Nachwuchs geplant ist werden die drei Rüden vorher sterilisiert.

Das Sturmtief Sabine hatte auch im Wildpark deutliche Spuren hinterlassen. Der Sturm hat viele Bäume umgeworfen und dabei etliche Gehege beschädigt. Die Schäden an den Gehegen wurden repariert, die Aufräumarbeiten dauern noch an.

Am 13. September vergangenen Jahres wurde einer der Ziegenböcke auserkoren, für den Nachwuchs in 2020 zu sorgen. Die Auswahl des Bockes geschah zufällig und traf das Böckchen, das als erstes von der Wildparkcrew im großen Ziegenbockgehege gefangen werden konnte. Der Ziegenbock sträubte sich mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegen seinen Abtransport aus dem Gehege bis zum Erreichen des Geheges der weiblichen Tiere. Hier änderte sich seine Stimmung schlagartig ins Positive. Der Bock verlor keine Zeit und wusste, was von ihm erwartet wurde. Am 8. Februar kam der Nachwuchs an. Jetzt hüpfen, stupsen und rangeln die Zicklein durchs Gehege und zicken rum.

Der Auerochse oder Ur gehörte bis zu seiner Ausrottung im 17. Jahrhundert zu den größten Landtieren Europas. Er war fast so groß wie ein Elefant und diente den Menschen vor allem als Fleischlieferant. Noch vor einigen Jahren glaubte man, dass der Auerochse die Stammform der Hausrinder sei. Aber genetische Untersuchungen zeigten, dass es tatsächlich keine Anzeichen dafür gibt, dass der vor 400 Jahren ausgestorbene Ur in Europa domestiziert wurde. Die europäischen Hausrinder stammen allesamt aus dem Nahen Osten und kamen mit von Menschen organisierten Viehzügen über Anatolien nach Europa. Über Anatolien müssen die Ure im Wildpark nicht wandern, aber dennoch müssen sie umziehen und somit auch ein kleines Stück wandern. In den vergangenen Monaten wurde im ehemaligen Elchgehege ein neuer Stall gebaut. Nach erfolgreicher Fertigstellung wird nun auch im Wildpark ein organisierter Auerochsenviehzug durchgeführt. Die urigen Ochsen bekommen ein großes Gehege mit saftigem Grün.

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