Nächster Planungsschritt für das pflegenahe Wohnen

Klein-Auheim
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Der Caritasverband Offenbach/Main e.V. plant auf dem Gelände »An den Mainwiesen« in Hanau Klein-Auheim den Betrieb einer Anlage für betreutes Wohnen, pflegenahes Wohnen sowie Tagespflege.

Das Bauvorhaben soll gemeinsam mit dem Investor Rudolph Bau GmbH (Obertshausen) umgesetzt werden. So haben die städtischen Gremien 2017 dem Verkaufsbeschluss zugestimmt und den Aufstellungsbeschluss für die Zweckbestimmung als Alten- und Pflegeheim auf der bereits festgesetzten Gemeinbedarfsfläche gefasst. Den entsprechenden Offenlagebeschluss des Bebauungsplans hat jetzt der Magistrat beschlossen, am 22. Juni befassen sich die Stadtverordneten damit.

Im Offenlagebeschluss befassen sich die städtischen Gremien auch mit den 17 Stellungnahmen, die von sechs unterschiedlichen Stellungnehmenden aus der Öffentlichkeit eingegangen sind. Zuvor konnten sich Bürgerinnen und Bürger in einer Infoveranstaltung im Mai 2019 über die Planung kundig machen und im Oktober 2019 zur Bebauungsplanänderung Stellung nehmen. Dabei wurde Kritik bezüglich des vorgesehenen Standorts für das pflegenahe Wohnen und der Überbauung der momentanen Grünfläche geäußert. Oberbürgermeister Claus Kaminsky betont jedoch ausdrücklich: "Auch andere Standorte wurden geprüft, der im Mühlfeld hat sich als am geeignetsten herausgestellt. Die Fläche ist bereits als Gemeinbedarfsfläche festgesetzt.

Auch die Verkehrssituation im Gebiet und Bedenken bezüglich der Höhe und Größe der geplanten Bebauung wurden in den Stellungnahmen geäußert. Was die festgesetzte Zahl der Vollgeschosse angeht, sieht der Bebauungsplanentwurf jetzt vor, dass in einem Teilbereich des Plangebiets eine eindeutige Gebäudehöhe in Metern festgelegt wird. Mit der Änderung sind Ansatzpunkte für Missverständnisse beseitigt, ohne die Festsetzungen des Bebauungsplans im Kern zu ändern. "Das ist wichtig, weil es unser politisches Versprechen war, nur die Zweckbestimmung und nicht die Grundzüge der Planung zu ändern." Nach seinen Worten begegnet die Stadt damit nicht zuletzt der Kritik, dass im rückwärtigen Gebäudeteil zwei Vollgeschosse festgesetzt sind, der Bebauungsvorschlag der Caritas jedoch drei Geschossebenen hat.

Was für Planungslaien vielleicht schwer nachvollziehbar ist: Ein Gebäude mit zwei festgesetzten Vollgeschossen kann jedoch immer drei Geschossebenen haben, weil zusätzlich so genannte Staffelgeschosse zulässig sind. Staffelgeschosse haben eine geringere Grundfläche als die darunterliegenden Vollgeschosse. Diese Bedingung erfüllt der Bebauungsvorschlag der Caritas durch eine Öffnung und Rücksprünge im Gebäudeinneren. "Die neue Festsetzung ist eindeutig", bekräftigt Martin Bieberle, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen und Umwelt der Stadt Hanau. Die festgelegte Höhe von rund zehn Metern ermöglicht drei Ebenen. "Die Höhe ist aus unserer Sicht städtebaulich verträglich gegenüber dem Umfeld", so Bieberle weiter. Weitere Gründe für dieses Vorgehen seien der Bedarf an bisher fehlenden betreuten Wohnformen für ältere Menschen im Stadtteil, der sparsame Umgang mit Grund und Boden, eine gute Ausnutzung bereits erschlossener Grundstücke und der wirtschaftliche Betrieb der Einrichtung.

Vorgesehen sind 33 Wohneinheiten Pflegewohnen mit Betreuungsgrundleistungen, zwei Wohneinheiten Kurzzeitwohnen/-pflege mit Betreuungsgrundleistungen, 15 Wohneinheiten Betreutes Wohnen sowie eine Tagespflege mit 16 Plätzen. "Wohnen mit Service im Alter" ist das Wohnkonzept überschrieben, bei dem die künftigen Mieter zwischen verschiedenen Wohnformen in Kombination mit abgestuften ambulanten Pflegeangeboten wählen können. Das Wohn- und Pflegemodell soll nach Aussage des Caritasverbands Offenbach den Bewohnerinnen und Bewohnern so viel selbstbestimmtes Leben in gewohnter Privatheit wie möglich gewährleisten – und so viel passgenaue, qualifizierte Unterstützung, wie nötig. Die Angebote passen sich der Pflegebedürftigkeit der Menschen an, wodurch häufig ein weiterer Umzug, etwa in ein Pflegeheim, vermieden oder hinausgezögert werden kann.

Im Stadtteil Klein-Auheim gibt es bislang noch kein Wohn- und Pflegeangebot für Seniorinnen und Senioren, obwohl dort rund 1500 Menschen leben, die älter als 65 Jahre sind. Etwa 400 Menschen sind 80 Jahre und älter. Während die Zahl der Klein-Auheimerinnen und Klein-Auheimer seit 2013 insgesamt um 1,2 Prozent anstieg, nahm die Zahl der über 65-Jährigen um 2,1 Prozent zu, die der über 80-Jährigen sogar um 15,7 Prozent. "Diese Zahlen zeigen, welchen Bedarf wir in Klein-Auheim haben", fasst OB Kaminsky zusammen. Unter der Voraussetzung, dass der Bebauungsplan in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen wird, könnte der Caritasverband Offenbach voraussichtlich Anfang 2021 einen Bauantrag einreichen.

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