Flausch-Alarm im Wildpark Hanau: Bei den zu Ostern neu eingezogenen zwei Minihighlandern „Leni“ und „Manni“ im Wildpark "Alte Fasanerie" in Klein-Auheim ist Montag ein Kalb zur Welt gekommen. Mutter und Kalb sind wohlauf. "Es trinkt fleißig und wird von Leni und Manni bewacht wie ein kleiner Schatz! Mit wackeligen Beinen und der rassetypischen Stirnfranse erkundet es jetzt das Gehege – und zeigt uns, was lange selbstverständlich war: Kuh, Kalb, Herde, Zusammen. Denn Mensch und Rind kennen sich seit Jahrtausenden. Oftmals lebten sie Wand an Wand, teilten sich Stall und Wetter. Heute sind wir uns fremder als jemals zuvor", heißt es aus dem Wildpark.
Und weiter: Wie weit wir uns vom Rind entfernt haben, verrät schon unsere Sprache: Wir reden von Fleisch und Masterfolg, von Nutzungsrind oder Turbokuh. Aber kaum noch von dem was die Kuh zur Kuh und den Stier zum Stier macht. Die moderne Kuh lebt nicht mehr auf der Wiese, sondern Jahr für Jahr im Stall. Oft wird ihr das Kalb schon weggenommen, bevor sie es richtig begrüßen kann. Leistung zählt, nicht Beziehung. Dabei war es früher anders. Da sah der Mensch in der Kuh nicht nur ein Nahrungsmittel. Ehrfurcht vor den Kolossen hatte er und einer Revolution kam es gleich, als unsere Vorfahren entdeckten das die Kuh sich zähmen und auf eine handliche Größe züchten lässt. Aus dem mächtigen Wildrind wurde der Partner Rind – Zugtier, Milchgeber, Düngerlieferant, Landschaftspfleger, Statussymbol, Gottheit. Nutzungsvielfalt statt Einbahnstraße. Diesen alten Bogen spannen die Minihighlands im Wildpark Hanau neu. Leni, Manni und ihr Kälbchen stehen für Robustheit, Genügsamkeit und ein Miteinander auf der Weide. Hier darf Muttertier Mutter sein. Hier darf das Kalb Kalb sein. Hier sieht man wieder: Rind ist mehr als Liter und Kilo.
Und noch mehr Nachwuchs: Schnatter-Alarm im Storchengehege
Auch bei den Warzenenten schlüpften Küken. Neun gelbe Federbällchen wuseln hinter ihrer Entenmama her – leise, wachsam, bodenständig. Genau wie die Warzenente selbst: ruhig, brutfreudig, ein alter Hausgeflügelschatz, der Schnecken vertilgt statt Chemiekeule. Besucher können beide Jungtierfamilien ab sofort gut in ihren Gehegen beobachten.



Fotos: Norbert Kappenstein
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