Mit guten Nachrichten beendete der Wildpark „Alte Fasanerie“ in Klein-Auheim das ereignisreiche Jahr 2013. Jungelch Herbert hat seine schwere Beinverletzung gut überstanden und auch die Wölfe scheinen nach vielen Streitigkeiten zwischen den Rudeln mittlerweile zur Ruhe zu kommen. Jetzt fiebern alle der ersten Wolfsheulnacht in 2014 am 11. Januar entgegen.
Nach dem Umzug ins hintere Gehege in die direkte Nachbarschaft der Elche Aimee und Dino haben sich Herbert und sein Zwillingsbruder Hägar weiter gut entwickelt. Die Zwei fühlen sich sichtlich wohl in ihrem neuen Domizil und genießen die kalte Jahreszeit. Und vor allem Herbert präsentiert sich inzwischen putzmunter. Im Juni dieses Jahres hatte er sich ein Bein gebrochen und musste operiert werden. Sein Heilungsprozess machte den Verantwortlichen im Tierpark wochenlang große Sorgen. Die Mutter von Herbert und Hägar, Elchkuh Johanna, starb Anfang September überraschend an einer Magen-Darm-Erkrankung nach einer Infektion durch Umweltkeime.
Dino, der alte Elchbulle im Tierpark, macht zurzeit ebenfalls auf sich aufmerksam. Vielleicht passt ihm der Einzug der Jungbullen in die direkte Nachbarschaft nicht oder er will auf seine alten Tage einfach nur noch mal zeigen, was für ein starker Kerl er ist und was so alles in ihm steckt. Die Konkurrenz nebenan will er auf alle Fälle beeindrucken, was ihm offensichtlich auch gelingt. Vor Weihnachten hat er mit seiner Futterraufe Mikado gespielt und sie wie Streichhölzer durch die Gegend geworfen. Die Pfleger im Tierpark wollen nun nachrüsten, um gegen die Urgewalt des Elchbullen in Zukunft besser gewappnet zu sein.
Neuigkeiten gibt es auch aus dem Wolfsgehege: Nachdem die Polarwölfe Inuq, Aslan und Monja mit den drei europäischen Wölfen Roy, Siegfried und Hagen das Gehege tauschten, sollte eigentlich Ruhe zwischen den verfeindeten Polarwolfrudeln einkehren. Dies hat auch wunderbar funktioniert – jedoch wurde die Rechnung ohne Roy, dem Ausbrecherkönig aus Osnabrück, gemacht. Er war mit der Einführung der europäischen Pufferzone so gar nicht einverstanden und hat dies auch offen kundgetan und permanent geäußert. Alle seine neuerlichen Ausbruchversuche scheiterten zwar, wurden aber auch nicht weniger. Täglich lief er zwischen Zaun und Elektrozaun umher, um Wege nach draußen zu erschließen. Nach langen anstrengenden drei Wochen gaben die Tierpfleger entnervt auf und führten die Rudel wieder zurück in ihr altes Revier. Urplötzlich machte sich Zufriedenheit breit und die Tierpark-Biologin glaubte sogar, ein leichtes Grinsen auf Roys Antlitz gesehen zu haben. Jetzt kann er wieder auf seinen alten ausgetretenen Pfaden wandern und Roy, Hagen und Siegfried sind in ihrem angestammten Gehege sichtlich entspannter. Da die zwei Polarwolfrudel wieder direkt nebeneinander untergebracht sind, wurde ein Sichtschutz aus Metall gezogen. Der Winter kommt und die Luchse fangen mit der Ranz (Paarungszeit) an. Die Laute, mit denen die Kuder (Männchen) das Weibchen ruft, sind auch für Tierparkbesucher nicht zu überhören.
Am 11. Januar ab 15 Uhr ist es wieder so weit: Schlittenhunde, Rettungshunde, Dog-Dancing und Behindertenbegleithunde stehen bei der Wolfsheulnacht auf dem Programm. Zu Wollknäuel gesponnene Wolfshaare und ein Elchgeweih kommen zur Versteigerung und ab 18 Uhr wird mit den sechs weißen Polarwölfen geheult. Für Kaffee und Kuchen sorgt der Förderverein im Infozentrum. Dort können sich die Besucher aufwärmen und Spinnerinnen bei der Arbeit zuschauen.
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