Reaktivierung eines verlandeten Grabens verzögert sich

Mittelbuchen
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Die starken Niederschläge im Februar verzögern den zunächst für März vorgesehenen Baubeginn zum Reaktivieren eines verlandeten Grabens östlich der Straße Zur Breulwiese in Mittelbuchen.

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"Der Boden ist so aufgeweicht, dass größere Flurschäden durch den Einsatz der benötigten Maschinen zu befürchten wären", erläutert Stadtrat Thomas Morlock (FDP). Selbst der nachfolgende Frost hätte diese nicht verhindert, so dass der städtische Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) beschloss mit den Arbeiten Ende April oder Anfang Mai zu starten. In der Zwischenzeit werden die Einsatzplanungen überarbeitet und benötigte Materialien bestellt.

"Nach dem Starkregen-Ereignis im Juni 2016 in Mittelbuchen hat sich gezeigt, dass die Leistungsfähigkeit des vorhandenen Grabensystems dort nicht ausreicht, um mit vergleichbaren Abflüssen fertig zu werden", blickt HIS-Leiter Markus Henrich zurück. Das heiße, die Gefahr von Überflutungen wäre weiterhin hoch, auch wenn Starkregen-Ereignisse wie das im Sommer 2016 nicht allzu häufig vorkämen. "Klimaexperten warnen aber bereits, dass die Häufigkeit lokal begrenzter Starkregen zunehmen wird – ohne dass sich vorhersagen lässt, wo sie auftreten", gibt Stadtrat Morlock zu bedenken. Daher prüfte HIS, ob und wie sich die Sicherheit erhöhen lasse. "Neben punktuellen Schutzeingriffen wie das Zurückhalten von Grobstoffen an den Einläufen der beiden Verrohrungen und dem Aufweiten einiger Durchlässe zeigte sich, dass ein zwischenzeitlich verlandeter Graben im Süden der Ortslage eine Entlastung bringen kann, wenn sein Abflussprofil wiederhergestellt wird", erklärt der für Entwässerung zuständige HIS-Abteilungsleiter Michael Ruess.

Um diesen Graben zudem ökologisch aufzuwerten, beauftragte der Eigenbetrieb ein Fachplanungsbüro mit dem Entwurf für einen naturnahen Wasserlauf. Der Entwurf wurde in Abstimmung mit den zuständigen Naturschutz- und Wasserbehörden erstellt, die eine Genehmigung zum Umgestalten erteilten. Da zum Umsetzen der Planung neben der ursprünglichen Grabenparzelle Flächen nötig sind, musste die Stadt Hanau diese zunächst von den jeweiligen Eigentümern käuflich erwerben oder tauschen. Nachdem alle Flächen zur Verfügung standen, konnte HIS schließlich Landesfördermittel beantragen. Gemäß Bescheid werden rund 75 Prozent der Baukosten bezuschusst.

Im Rahmen der Ausschreibung erhielt ein auf Wasserbauarbeiten spezialisiertes Unternehmen den Zuschlag, das unmittelbar nach erteiltem Auftrag mit den Arbeiten beginnen wollte. Dem kamen allerdings intensive Niederschläge in die Quere, so dass sich der Baubeginn jetzt verzögert. Geplant ist am Ende der Wassergartenstraße im Bereich der Wendeanlage in der Straße Zur Breulwiese einige Meter Bachkanal neu zu verlegen, damit die vorhandene Verrohrung ein Stück verlängert wird. Parallel dazu wird mit der Grabenprofilierung am Ende der Reaktivierungsstrecke weiter östlich begonnen, um sich bis zum neuen Auslass des Bachkanals vorzuarbeiten.

Insgesamt rechnet HIS-Leiter Henrich mit einer Bauzeit von rund drei Monaten. Daneben erfolgen im späten Herbst noch einige Pflanzarbeiten. Die Gesamtkosten veranschlagt HIS mit etwa 600.000 Euro. Wiederhergestellt wird der verlandete Graben auf rund einem Kilometer Länge. "Der Graben dient nicht allein dazu, größere Abflüsse sicher abzuleiten, sondern den gesamten Abschnitt ökologisch aufzuwerten", blickt Stadtrat Morlock in die nahe Zukunft. "Ob sich eines Tages dort auch der Biber ansiedelt, wie inzwischen in allen anderen Stadtteilen, bleibt abzuwarten. Ausgeschlossen ist es nicht", fügt er hinzu. Darauf sei sie "jetzt schon gespannt", meint Mittelbuchens Ortsvorsteherin Caroline Geier-Roth. Mit dem Graben-Projekt werde der ländliche Stadtteil für Naherholung Suchende "noch ein Stück attraktiver".

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