Am Dienstag, den 14. Mai heißt es beim Heimat- und Geschichtsverein „Kein Krieg ohne Suppenwürze – Steinheim 1813“.
Um 20 Uhr wird im Marstall, Schloss Steinheim Dr. Dr. Mark Scheibe, von der Stiftung Historische Kommission für die Rheinlande 1789 – 1815, einen Vortrag über die Schlacht bei Hanau halten. Vor 200 Jahren, am 30./31. Oktober 1813 gewann Napoleon seine letzte Schlacht und das vor unserer Haustür. Als 1792, im Zuge der Französischen Revolution, französische Soldaten in das Rhein-Main-Gebiet kamen, bezeichnete Goethe ihn noch verniedlichend als den Erlkönig und seine Zwergenschar. Die französischen Militärs waren fast einen Kopf kleiner als die Leute hierzulande. Doch damit endete schon die Verharmlosung der neuen Landesherren. Es folgte eine der größten Katastrophen für unsere Heimat: 23 Jahre Krieg und Truppendurchzüge.
Die ungebetenen Gäste hatten immerzu leere Mägen und klamme Brieftaschen. Auch Steinheim musste die Truppen und deren Pferde mit der nötigen Nahrung versorgen und Kleider und Schuhwerk stellen. Eine aufregende Zeit für die Wirtsleute. So wird unter anderem Berichtet, dass eine Abteilung von über 30 Mann sich beim Engelwirt Johann Georg Schmitt (Klein-Steinheim) so lange aufhielten bis sie alles gegessen und getrunken hatten, „dass man sogar das Schwarzbrot von den Leuten hat herbeischaffen müssen“. Metzger, Bäcker, Krämer und Weinhändler machten neben den Wirten ebenfalls gute Geschäfte, denn mit Rindfleisch, Kalbfleisch, Ochsenzungen waren die Herren nicht zufrieden. Es mussten auch Feldhühner, gebeizter Hase, Gänse, Tauben, Karpfen und Hechte sein. Getrunken wurde auch neben Wein, Likör, Cognac, Malaga und Champagner. Alle Kosten musste die Gemeinde übernehmen. Für die Bestreitung dieser reichten die Einnahmen der Gemeinde nicht aus, es mussten Kredite aufgenommen werden. Erst 1862 waren diese Schulden abgezahlt.
Der Referent verspricht einen spannenden Vortrag abseits der bekannten Pfade. Er hat über 20 Jahre hinweg auch die alltäglichen Geschichten aus der Zeit Napoleons notiert. Wie immer beim Geschichtsverein, ist ein Koffer voller Überraschungen mit dabei. Die Herren haben in unserer Gegend vieles liegen gelassen. Was es mit der im Titel genannten Suppenwürze auf sich hat, verrät Scheibe am Ende des Vortrages. Für alle Neugierigen: Man benötigt dazu eine amtliche Sprengstoffbescheinigung.
Zum Vortrag sind auch Gäste willkommen.
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