Hineinversetzen konnte man sich in die Schicksale der Menschen, der Zeit von 1796 bis 1815 im Vortrag von Dr. Mark Scheibe beim Heimat- und Geschichtsverein Steinheim.

Vielen der Teilnehmer war gar nicht im Bewusstsein, dass diese Zeit so viele Truppenbewegungen mit sich brachte. Zehntausende von Menschen zogen damals marodierend am Main hin und her. Napoleons Aufgabe war es die Revolution im Ausland zu verteidigen. Er schuf den Rheinbund und veränderte damit die Landkarte Deutschlands. Einfallsreich war er bei seinen Apanagchen, so installierte er Großherzöge, die es nie gegeben hatte, wie die im Großherzogtum Hessen-Darmstadt , dem Steinheim angehörte oder dem Großherzogtum Frankfurt, welchem Hanau angehörte. In diesen Jahrzehnten wurde eine ganze Generation junger Franzosen verbrannt. Sie kannten nichts anderes als Krieg führen. Nicht wie wir uns das heutzutage vorstellen in schicken Uniformen. Diese waren bei den Scharmützeln schnell verschlissen und man war froh irgend etwas am Körper zu tragen. Glück hatten Bauern die auf den Feldern nur nackt ausgezogen und stehengelassen wurden. Die Dörfer und Städte mussten für Viehfutter und Nahrung aufkommen. Die normalen Soldaten waren da nicht wählerisch und soffen und aßen alles was sie bekamen. Anders sah es bei den Offizieren aus, je nach Wohlstand angepasst verlangten sie Speis und Trank. So wurden in Wiesbaden z. B. Zitronen verlangt, bei uns begnügten sie sich mit gebeiztem Hasen, Feldhühnern und Champagner.
Dr. Scheibe verdeutlichte dies alles sehr anschaulich. So trug die männliche Bevölkerung zu dieser Zeit noch Zöpfe, mit einer Länge von 1,06 Metern, die Franzosen hingegen hatten einen Kurzhaarschnitt. Den Zuhörern viel das Sprichwort: „Die alten Zöpfe abschneiden“ ein. Dies nicht das einzige Ergebnis der Französischen Revolution. Bei uns wurden die Freiheitsbäume aufgestellt, auch wenn sie nie lange standen. Für die Gedanken der Revolution waren diese Truppen die falschen Überbringer.
Beim anschließenden Beisammensein, natürlich mit Kesselgulasch, den man mit der Suppenwürze der Kriege, dem Schießpulver, würzen konnte, konnte man alles mit dem Referenten noch vertiefen. Viele Utensilien der Zeit standen den Teilnehmern zum sehen und anfassen zur Verfügung. Auf eine Schießübung musste leider verzichtet werden, da der Saal des Marstall mit Rauchmeldern ausgerüstet ist.
Der Heimat- und Geschichtsverein sah diesen Vortrag als Einstimmung auf die Schlacht bei Hanau die am 1. und 2. November in Königstein von der Historischen Kommission für die Rheinlande nachgespielt wird und für die Ausstellung im Schloss Philippsruhe am 27. Oktober „Die Schlacht bei Hanau 1813.
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