"La pluie du matin n'arrête pas le pèlerin" - „Der Regen am Morgen hält den Pilger nicht auf"… mit diesem Bonmot aus Frankreich machte sich die Kesselstädter Wallfahrtsgruppe bei noch strömendem Regen zu Fuß am Main entlang von St. Elisabeth aus auf den Weg zum Kreuzfest nach Steinheim.
Auch die Steinheimer ließen sich von den schlechten Wetterprognosen nicht aufhalten und wurden sogar von besserem Wetter überrascht und belohnt. Die beiden jahrhundertealten Prozessionen in Steinheim - eine mit dem Gnadenkreuz von der Kreuzkapelle am Main aus und die andere von der Großsteinheimer Marienkirche mit dem Allerheiligsten in der Monstranz - wurden nicht abgesagt. Die Glocken verkündeten es: Sie finden statt. Allen Unkenrufen zum Trotz. Nach dem Treffen in der Mitte des Ortes zogen alle nach altem, Brauch gemeinsam zur Festmesse in die St. Nikolauskirche.
Ein wunderbares Fest in Steinheim, und das seit Jahrhunderten am zweiten Sonntag im September. „Im Kreuz ist Heil. Im Kreuz ist Leben. Im Kreuz ist Hoffnung, so steht es in großen Buchstaben an der Wand in der Kreuzkapelle. Jedes Jahr besuchen wir die Gnadenkapelle auf einer Radtour mit den Messdienern und am Kreuzfest zu Fuß mit der Wallfahrtsgruppe aus Kesselstadt. Das Kreuz ist die Brücke über den Main von Kesselstadt nach Steinheim und dann sogar zum Himmel!“, so Dechant Andreas in seiner humorvollen Predigt. Weber dachte mit den zahlreichen Gläubigen über den Grund christlicher Hoffnung nach und erinnerte an das Heilige Jahr 2025 mit Leitwort „Pilger der Hoffnung“: „Der Glaube bietet eine Hoffnung, die überhaupt nicht stirbt, auch nicht zuletzt. Durch den Tod und die Auferstehung Jesu wird wir diese Hoffnung erfüllt. Für jeden von uns! Lassen wir uns deshalb – auch von widrigen Umständen und schlechten Prognosen - nicht aufhalten, auf gutem Weg weiter zu gehen. In der Gemeinschaft der Kirche als „Pilger der Hoffnung“ - Der Regen am Morgen hält den Pilger nicht auf! Uns auch nicht!“ – rief Weber den Gläubigen zu.
Das Kreuzfest fand traditionell noch einen geselligen Ausklang bei guter hausgemachter Gemüsesuppe und Kaffee und Kuchen auf dem dann sonnigen Kirchplatz. Pfarrer Hermann Differenz dankte allen Helfern, den Messdienern und dem Katholischen Musikverein Excelsa für die Gestaltung des Festgottesdienstes und des Festes.