"Der Betriebsleiter des Friedhofes begründete diesen Schritt mit angeblichen Gefahren durch Füchse, die sich an der Futterstelle bedienen, nicht scheu seien und sogar Friedhofsmitarbeiter angegriffen hätten. Das ist schlicht falsch“, erklärt Roswitha Voelker, stellvertretende Vorsitzende und Tierschutzbeauftragte der Freien Wähler Hanau. „Ein Fuchs wird niemals grundlos einen Menschen angreifen. Er zieht sich in aller Regel sofort zurück, sobald er Menschen sieht.“
Besonders irritierend findet Voelker die Aussage des Betriebsleiters, der Fuchs sei „zahm“. „Wenn das stimmen sollte, stellt sich doch die Frage, wovor man dann Angst haben müsste – ein zahmer Fuchs will wohl eher gestreichelt als gefürchtet werden.“ Eine pragmatische Lösung sei von der Betreuerin der Futterstelle bereits vorgeschlagen worden: "Deutlich sichtbare Hinweisschilder, die Besucher aufklären, dass der Mensch nicht zum Beuteschema des Fuchses gehört und keine Gefahr besteht. Statt diesen Weg zu gehen, wurde die Futterstelle jedoch kurzerhand geräumt."
Roswitha Voelker verweist auf ein offizielles Schreiben von Oberbürgermeister Claus Kaminsky, in dem bestätigt werde, dass Futterstellen für herrenlose sowie verwilderte Katzen in Hanau erlaubt seien – auch wenn dadurch Füchse, Waschbären oder andere Wildtiere angelockt werden können. „Hier wurde eine klare Genehmigung des Oberbürgermeisters missachtet. Es ist nicht akzeptabel, dass ein einzelner Betriebsleiter sich einfach über geltende Regelungen hinwegsetzt“, so Voelker. Darüber hinaus verweist sie auf die seit Mai 2018 geltende Katzenschutzverordnung in Hanau, die unter anderem das Ziel habe, die Population freilebender Katzen tierschutzgerecht zu regulieren und Leiden zu verhindern. „Wer Futterstellen beseitigt, handelt nicht nur tierschutzwidrig, sondern widerspricht auch dem Geist dieser Verordnung. Die Alternative zur Fütterung wäre, die Katzen ihrem Schicksal zu überlassen – das ist mit uns nicht vereinbar.“
Das Argument, durch die Entfernung der Futterstelle werde der Fuchs den Ort verlassen, hält Voelker für fachlich falsch: „Füchse leben nun einmal in diesem Gebiet. Sie werden nicht verschwinden, sondern sich neue Nahrungsquellen suchen – zum Beispiel in Mülltonnen der umliegenden Häuser. Die Maßnahme ist damit wirkungslos und kontraproduktiv.“
Die Freien Wähler Hanau fordern, dass die Futterstelle umgehend wiederhergestellt und mit klaren Hinweisschildern versehen wird. Nur so könnten Tierschutz, Aufklärung und ein respektvolles Miteinander von Mensch und Tier gewährleistet werden.
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