„Wir ziehen um in unsere neue Kita“, schallte es durch die Straßen Wolfgangs.
30 Mädchen und Jungen, Eltern und Erzieherinnen inszenierten ihren Umzug mit einer kleinen Menschenschlange von der Elisabeth-Schmitz-Schule in ihre umgebaute und sanierte Kindertagesstätte in der Friedrich-Fröbel-Straße. Für ein Jahr mussten Kindergarten- und Hortkinder ihr Domizil im Osten des Stadtteils verlassen. Nach der Sommerpause am 18. August stehen 130 Plätze für die Altersgruppen 0 bis 14 Jahre zur Verfügung.
„So schön groß, hell, offen und freundlich sind die neuen Räume“ lautete die übereinstimmende Meinung der Mütter und Väter, die nach dem kleinen Umzug die Gelegenheit zu einer Hausbesichtigung wahrnahmen. Zwei zusätzliche Etagen stehen künftig für die Kindertageseinrichtung zur Verfügung. Das Erdgeschoss und der erste Stock gehören den Kindern. Im zweiten Stock befinden sich die Verwaltungsräume, von denen drei das städtische Servicebüro der Familientagesbetreuung nutzt. Diese Anlaufstelle befand sich bislang in gemieteten Räumen in der Gärtnerstraße.
„Aus unserer vier- wird eine sechsgruppige Kita“, erklärt deren Leiterin Susanne Hack. „Wir können nach den Sommerferien drei Gruppen für 0- bis Sechsjährige, zwei für Zwei- bis Sechsjährige und eine für Drei- bis 14-Jährige anbieten.“ Neuer Schwerpunkt der Kita Wolfgang mit nunmehr insgesamt 130 Plätzen sei die U3-Betreuung. „Das ist ein weiterer wichtiger Schritt, die Kindertagesbetreuung in Wolfgang und Großauheim voranzutreiben“, freut sich Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel. „Der Zuzug in diese zwei Stadtteile reißt nicht ab und wir bemühen uns mit unserer Ausbauplanung Bedingungen zu schaffen, damit Eltern Beruf und Familie gut vereinbaren können.“
45 Jahre alt ist das dreigeschossige Wohngebäude, in dessen Erdgeschoss schon von Anbeginn die Kita Wolfgang untergebracht war. Im Jahr 2012 hat es der Eigenbetrieb Immobilien- und Baumanagement (IBM) von der Baugesellschaft Hanau erworben und anschließend rund 2,17 Millionen Euro für Sanierung, Umbau und Erweiterung aufgewendet. Das Land Hessen beteiligt sich an den Kosten der energetischen Ertüchtigung der Bausubstanz mit rund 160.000 Euro. Weitere Landesmittel sind beantragt, da im Rahmen der Baumaßnahme zusätzliche U3-Plätze geschaffen wurden. Gebaut wurde nach dem städtischen Standard-Raumprogamm, das IBM gemeinsam mit dem EB Kita entwickelt hat. Es ist seit rund 20 Jahren Grundlage im Kitabau und wird kontinuierlich an veränderte gesellschaftliche Gegebenheiten und gesetzliche Anforderungen angepasst.
Ein gutes Jahr haben die Zwei- bis Sechsjährigen in ihrem Ausweichquartier in zwei Klassenräumen der Elisabeth-Schmitz-Schule verbracht. Zum Toben durften sie das Außengelände der benachbarten Kita Old Argonner und die Sporthalle der Förderschule nutzen. Die Hortkinder fanden Unterschlupf im Bürgerhaus Wolfgang, wo sie auch zu Mittag essen konnten. Das Team des Familien- und Jugendzentrums Wolfgang machte ihnen Platz und zog mit seiner sozialpädagogischen Gruppenarbeit in die Robinsonschule. Axel Weiss-Thiel äußerte seine Anerkennung für das Zusammenrücken im Stadtteil, durch das sich neue Kontakte mit Schulen, Vereinen und anderen Institutionen ergeben hätten, die die Vernetzung im Stadtteil gestärkt hätten.
Die ersten paar Tage seien für Kinder und Eltern eine Umstellung gewesen, erinnern sich die Elternbeirätinnen Nicole Crispens, Elena Repin und Martina Mahnert. Doch durch die gute Kommunikation mit den Erzieherinnen und die ausführliche Elterninformation im Vorfeld und auch zwischendurch hätten sie sich gut begleitet gefühlt. „Wir haben uns bemüht, ihre Sorgen schnell wahrzunehmen und gemeinsam nach Lösungen gesucht“, betont Susanne Hack. Alle Beteiligten hätten an einem Strang gezogen, ihr Team sei hochmotiviert gewesen und habe die mit den zwei Standorten verbundenen Unannehmlichkeiten hervorragend gemeistert. Wenn Kinder und Erzieherinnen am 18. August aus den Sommerferien zurück sind, werden sie ihre runderneuerte Kita erobern. Dann zeigt auch das Außengelände sein neues Gesicht, das IBM derzeit umgestaltet.
Foto: Kinder, Eltern und Erzieherinnen veranstalteten einen kleinen Umzug von ihrem Ausweichquartier in der Elisabeth-Schmitz-Schule in ihre sanierte und umgebaute Kita in der Friedrich-Fröbel-Straße. Foto: Stadt Hanau
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