„Die Jagdgeschichte im Hanauer Raum beginnt nicht erst im Barock“, sagt der Historiker Erhard Bus, der am 23.04.2015 um 19.00 Uhr in der Evangelischen Kirche des Hanauer Stadtteils Wolfgang einen kostenfreien Vortrag zu diesem Thema halten wird.
„Schon während der Steinzeit waren hier Sippen auf der Jagd nach Ren, Wildpferd und anderen Tieren unterwegs und hinterließen ihre Spuren.“ Erhard Bus spannt in seinem Power-Point-Vortrag den Bogen von der Vorgeschichte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, als gerade in Hanau und Umgebung das Jagdrecht und die Waldnutzung während der Revolution von 1848/49 eine wichtige Rolle spielten.
Der Historiker erklärt nicht nur, woher der Ausdruck „durch die Lappen gehen“ kommt. Die Geschichte um dieses Jagdzubehör führt die Zuhörer zurück in die Zeit, als in unserer Region noch die Grafen von Hanau oder besser von Hanau-Lichtenberg regierten. Mit dem Tod von Johann Reinhard III. erlosch das Geschlecht der Grafen von Hanau-Lichtenberg im Mannesstamm. Seine Tochter hatte den Darmstädter Erbprinzen Ludwig geehelicht, weshalb Tausende dieser Jagdlappen und sicher noch weiteres Jagdzubehör aus dem gräflichen Privatbesitz ihren Weg nach Kranichstein fanden.
Graf Johann Reinhard III. (1665-1736) gab auch den Auftrag für das 1715 erbaute Gebäude, in dem sich heute das Forstamt Hanau-Wolfgang befindet. Das Haus diente ursprünglich als Jagdhaus und Ausgangspunkt für Jagden in der wildreichen Bulau. Dieser letzte Hanauer Graf wurde von einem Reiseschriftsteller der Zeit als arger und rücksichtsloser Nimrod bezeichnet, Johann Wolfgang von Goethe hingegen lobte seinen großen Verstand und seine Tüchtigkeit.
Der Vortrag soll auf die Jubiläumsveranstaltung zum 300jährigen Geburtstag des Forsthauses Wolfgang einstimmen, welches am Sonntag, den 26.04. ab 10.00 Uhr am Forstamt mit vielen Aktionen für die ganze Familie gefeiert wird.
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