Kaltblüter Max und Amira sorgen für nächste Waldgeneration

Wolfgang

Das Forstamt Hanau-Wolfgang führt ein ungewöhnliches Projekt durch.

Interkulturelle Wochen im Main-Kinzig-Kreis
VORSPRUNG - Anruf genuegt

maxamiramaxamira1Mit den Pferdestärken von Max und Amira soll im Staatswald Wolfgang der Waldboden so vorbereitet werden, dass Baumsamen ein gutes Keimbett vorfinden. „Auf unseren Sandböden haben wir eine durch ein übermäßiges Vorkommen des Adlerfarns undurchdringlich verfilzte Humusschicht“, berichtet Revierförster Volker Ahrend und schildert auch gleich noch das Problem. „Baumsamen, die auf diesen dicken Filz fallen, bekommen keinen Kontakt zum eigentlichen Boden und können deshalb nicht keimen.“ Die Folge ist, dass eine Baumverjüngung ausbleibt. Dies soll sich nun mit einem neuen Verfahren ändern. Und hier kommen Max und Amira ins Spiel, zwei 8 und 18jährige Rheinisch Deutsche Kaltblutpferde der Familie Schultheis aus Marjoß.

Mit voller Kraft ziehen sie ein angehängtes Kombigerät, bestehend aus einer Pflugschar und zwei Scheibeneggen hinter sich her und graben eine so tiefe Furche in den Filz, dass der Mineralboden offen liegt. „Die zwei kommen dabei ganz schön ins Schwitzen“, lacht Besitzer Matthias Schultheis, dem die Landschaftspflege sehr am Herzen liegt. „Der Vorteil des Pferdeeinsatzes liegt darin, dass der Waldboden nicht ganzflächig befahren wird“. Und dies ist ganz im Sinn des nach dem FSC-Siegel zertifizierten Waldes. „Wir erwarten, dass in den nächsten Wochen die Kiefern ihre Zapfen öffnen und die Samen in die vorbereiteten Furchen fallen“, führt Forstamtsleiter Christian Schaefer aus, der sich vor Ort von der Arbeit der Pferde ein Bild machte. „Allerdings werden wir nun für einige Jahre dafür sorgen müssen, dass der Adlerfarn nicht wieder die Oberhand gewinnt“. Denn dieser wird in diesem Waldbereich bis zu zwei Meter hoch. Aber dafür hat Förster Ahrend auch schon eine Lösung parat. „Familie Schmidt besitzt eine Walze, die an die Pferde angehängt werden kann. Damit können wir den Adlerfarn regelmäßig platt walzen.“ Der Kiefernverjüngung wird dies im Übrigen nicht schaden. Und wenn die Förster Glück haben, wachsen hier demnächst nicht nur Kiefern, sondern keimen auch noch vom Eichelhäher oder Eichhörnchen vergessene Eicheln.

Foto: Forstamtsleiter Christian Schaefer und Landschaftspfleger Matthias Schmidt.

Foto: Das Anhängegerät.

Foto: Die angelegten Furchen.


Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de