Zu wenig Feuerwehrleute: Hausbesuche geplant

Hasselroth

Um die Tagesalarmstärke der Feuerwehren in Hasselroth zu verbessern, liegt ein neuer Vorschlag auf dem Tisch.

Thermo Sun

Nun sollen Bürgerinnen und Bürger, die sich an Wochentagen tagsüber in der Gemeinde aufhalten und für den Dienst bei der Feuerwehr in Frage kommen, direkt angesprochen werden. Die CDU hatte diese „Hausbesuche“ vorgeschlagen.

Trotz über 100 Feuerwehrfrauen und -männern in den drei Ortsteilwehren gibt es in Hasselroth nicht genügend Einsatzkräfte, wenn unter der Woche Alarm ausgelöst wird. Die meisten arbeiten auswärtig und können daher nicht mit ausrücken. Bei größeren Einsätzen wird daher bereits gemeindeübergreifend die Somborner Wehr mitalarmiert. Die Versuche, mehr Einheimische „an die Schläuche“ zu bringen, waren bislang erfolglos. Auch auf ein Schreiben an die ortsansässigen Gewerbetreibenden gab es nur eine einzige Antwort . Ziel war es hier, Feuerwehrleute aus anderen Kommunen, die in Hasselroth ihre Arbeitsstelle haben, wochentags für Einsätze in den drei Ortsteilen zu gewinnen. Ein weiteres Schreiben an die Unternehmer oder Haushalte hält Bürgermeister Uwe Scharf (parteilos) für wenig sinnvoll: „Es ist klar, dass wir das Problem per Brief oder Verordnung nicht lösen werden.“

Über eine Steigerung der Attraktivität des Dienstes bei der Feuerwehr haben sich unterdessen auch die Einsatzkräfte Gedanken gemacht und der Gemeinde eine Liste vorgelegt, welche Vergünstigungen sie sich vorstellen könnten. Darauf waren unter anderem geringere Müllgebühren, ein Rabatt bei der Grundsteuer, eine Bevorzugung bei der Vergabe von Kindergartenplätzen oder auch eine Aufwandsentschädigung für Einsätze aufgeführt. Wie einem Schreiben des Hessischen Städte- und Gemeindebundes an den Gemeindevorstand zu entnehmen ist, sind derartige Vergünstigungen allerdings vor allem unter dem Gleichheitsgrundsatz nicht realisierbar. Denn wenn die Feuerwehrleute dies in Anspruch nehmen könnten, müssten diese beispielsweise auch für die ehrenamtlichen Mitglieder vom Deutschen Roten Kreuz oder den Maltestern gelten.

Einfacher ließen sich vermutlich die ebenfalls gewünschten Tankkarten oder der freie Eintritt in umliegende Schwimmbäder realisieren, gleiches gilt für die einheitlichen T-Shirts. Außerdem auf der Liste: eine Aufwertung der Einsatzkleidung. Wie Ehrengemeindebrandinspektor Gunther Born auf der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstag erklärte, befindet sich die von ihm geleitete Kleiderkammer allerdings auf einem guten Stand. Laut Bürgermeister Scharf müssten zirka 1.000 Euro bei der Einkleidung eines Feuerwehrmannes oder einer Feuerwehrfrau kalkuliert werden. Zwar werde in Hasselroth nicht jede Modernisierung, beispielsweise bei Einsatzhelmen, mitgegangen, die Bekleidung würde aber alle rechtlichen und sicherheitstechnischen Ansprüche erfüllen.

Über die von der CDU vorgeschlagenen Hausbesuche bei Hasselrother Bürgerinnen und Bürger soll jetzt zunächst mit den Führungskräften der drei Ortsteilwehren gesprochen werden. Sie sollen die Verantwortlichen der Gemeinde dabei unterstützten, mit diesen direkten Gesprächen mehr Menschen für den Einsatz bei der Feuerwehr zu gewinnen und damit die Tagesalarmstärke zu erhöhen.


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