Neuer Streit zwischen Hasselroth und Freigericht: Die „Interessengemeinschaft Umgehung Hasselroth“ hat sich offensichtlich über Äußerungen der Freigerichter Grünen zum Thema Umgehungsstraße in den vergangenen Wochen geärgert und kontert jetzt in einer Stellungnahme.
Dem Grünen-Fraktionsvorsitzenden Achim Kreis werden darin ein schlechter Stil und „populistische Äußerungen“ vorgeworfen, außerdem sei er „naiv und töricht“.
„Wir sind von den Äußerungen der Freigerichter Grünen, insbesondere von Herrn Kreis, in verschiedenen Presseberichten irritiert. Die Aussage ‚die Umgehung führt weg von Frankfurt‘ heißt im Umkehrschluss ‚die Umgehung führt hin nach Frankfurt‘. Genau dies muss das Ziel sein, den Verkehrsfluss, den es gesellschaftlich und wirtschaftlich bedingt gibt, aus den Ortsbereichen herauszuführen. Ebenso würde uns interessieren, woher Herr Kreis die Kosten für eine sich in der Prüfung befindliche Streckenführung kennt, welche erst im März 2017 abgeschlossen sein soll. Populistisch werden hier Kosten von 15 Millionen Euro ins Spiel gebracht und gleichzeitig 20 Millionen Euro finale Kosten kolportiert. Dies ist unredlich und dient lediglich der Verunsicherung von Bürgerinnen und Bürger“, so die Verantwortlichen der Interessengemeinschaft. Jeder investierte Euro in eine Umgehungsstraße sei eine sichere Investition in mehr Ruhe, Sicherheit und Lebensqualität für Hasselrother, aber auch Freigerichter Bürger. „Naiv und töricht sind die Äußerungen, dass Gondsrother Bürger von der stark belasteten Hauptstraße an den äußeren Rand gezogen seien und dort neu gebaut hätten. Uns ist nicht ein Bürger bekannt, der dies getan hat. Unseres Wissens nach gibt es in diesem Bereich seit Jahrzehnten gar keine Bauplätze. Zum Glück wird nicht die Meinung von Herrn Kreis bezüglich Entlastung und Wirtschaftlichkeit zu Rate gezogen, sondern fachlich und wirtschaftlich von Hessen Mobil geprüft und ermittelt“, heißt es weiter.
Die von der Gemeinde Freigericht auf ihrer Homepage beworbene Weiterentwicklung bedeute Erweiterungen von Bau- und Gewerbegebieten. Hierzu gebe es eine Stellungnahme von Herrn Dr. Quidde (IHK), laut der dies nur mit einer Umgehungsstraße möglich sei. „Wir sind dem Parteikollegen von Herrn Kreis, dem Kreisbeigeordneten und Verkehrsdezernenten Matthias Zach, für das von ihm initiierte Treffen mit Vertretern der hessischen Landesregierung, den Landtagsabgeordneten, Hessen Mobil, Kommunalpolitikern der Gemeinden Freigericht und Hasselroth sowie IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Quidde dankbar. Der Termin für dieses Gespräch war bereits lange vorher öffentlich bekannt, es liegt an jedem selbst, sich hierzu zu informieren und Gespräche zu suchen. Im Nachgang zu jammern und sich selbst zu bemitleiden, zeugt von einem schlechten Stil und ist unredlich. Es gibt wie immer in unserer Gesellschaft eine Hol- und Bringschuld, gekränkte Eitelkeiten sind hier nicht zielführend“, spielt die Interessengemeinschaft auf die Aussage von Kreis an, der dem Freigerichter Bürgermeister Joachim Lucas (UWG) vorgeworfen hatte, das Parlament übergangen zu haben, weil er die Fraktionsvorsitzenden in Freigericht nicht vorab über dieses Gespräch informiert habe.
Schade sei es auch, dass Herr Kreis bei keiner von der Interessengemeinschaft durchgeführten Veranstaltung oder anderen Aktivität anwesend gewesen sei. Alle diese Termine seien im Vorfeld in der Presse und mittels Flyer, zum Teil auch in Freigericht, veröffentlicht worden. „Ein unterbreiteter Vorschlag von Herrn Kreis während eines Treffens am runden Tisch Freigericht/Hasselroth, den Verkehr in Gondsroth auf die parallel führenden Nebenstraßen zu verlagern, zeugt von Unwissenheit. Hier würde der Verkehr an Grundschule und Kindergarten vorbei führen. Die Straßen sind für ein derartiges Verkehrsaufkommen mit Pkw und Schwerlastverkehr zu schmal und nicht konzipiert, obendrein sind fast alle Straßen mit Kopfsteinpflaster ausgeführt. Gerne kann sich Herr Kreis vor Ort ein Bild von der Situation machen. Schade, wenn Politiker auf diese populistische Art verunsichern und Unwillen schüren“, bedankt sich die Interessengemeinschaft allerdings ausdrücklich bei allen, die „uns in unserem Tun um die gemeinsame Sache auf so vielfältige Art und Weise unterstützen“.