Arztsituation in Hasselroth: Pfeifer kritisiert Vorgänger Scharf

Hasselroth
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Die Hausarztsituation in der Gemeinde Hasselroth hat sich zumindest mittelfristig etwas entspannt.

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Wie Bürgermeister Matthias Pfeifer (Soziale Wählergemeinschaft) mitteilte, wird Dr. Heinz Hauke nun doch nicht wie geplant Ende Juni in Ruhestand gehen, sondern in seiner Praxis in Neuenhaßlau bis Ende September vormittags weiterhin Patienten versorgen. Pfeifer will diese Zeit nutzen, um eine Nachfolgeregelung für die Hausarztstelle zu finden.

Wie berichtet, hat das Unternehmen „Hausärzte MKK“ Interesse, die Praxis von Hauke zu übernehmen, allerdings fehlt dafür der von Ärzten gegründeten Gesellschaft bürgerlichen Rechts mit Standorten in Langenselbold, Schlüchtern und Bad Soden-Salmünster noch mindestens ein weiterer Kollege oder eine weitere Kollegin. Laut Pfeifer hat sich inzwischen auch ein weiterer Mediziner gemeldet, der Interesse an einer Übernahme der Praxis von Dr. Hauke hat, der sich wiederum bei einer festen Zusage binnen der nächsten drei Monate vorstellen könnte, noch bis Ende November weiter zu praktizieren. „Allerdings will ich generell noch nicht zu großen Optimismus verbreiten, denn die Arztsuche gestaltet sich in allen Varianten als sehr schwierig“, genieße die ärztliche Versorgung in Hasselroth laut Pfeifer aber weiter höchste Priorität.

Deutlich schwieriger gestaltet sich offenbar die Umsetzung der noch von seinem Vorgänger Uwe Scharf auf den Weg gebrachten Pläne, dass die Gemeinde über eine Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) selbst Betreiber eines Medizinischen Versorgungszentrums in Hasselroth werden könnte. Pfeifer berichtete von Gesprächen mit der von der Gemeinde beauftragten Rechtsanwaltskanzlei Broglie & Schade. „Und ich muss leider mitteilen, dass ich den Enthusiasmus meines Vorgängers, dass die AöR im Juli starten könnte, nicht teilen kann“, habe bislang noch kein Zeitplan für eine entsprechende Gründung vorgelegen. Mittlerweile gebe es diesen „Meilensteinplan“, den Pfeifer nun zunächst im Gemeindevorstand erörtern will.

Der seit April amtierende Bürgermeister stellte die Pläne aber auch grundsätzlich in Frage: „Haben wir alle eigentlich dasselbe Verständnis hinsichtlich des Konstrukts AöR und deren Auswirkungen auf unsere Gemeinde? Wie hoch ist das wirtschaftliche Risiko und ist die Gemeinde bereit, dies ohne jegliches Know-how zu tragen?“, habe in einem Gespräch auch die Kassenärztliche Vereinigung von einer AöR-Gründung abgeraten. Stattdessen sollten die Übernahme der Praxis von Dr. Hauke durch einen Arzt oder eine Ärztin oder der Weiterbetrieb als Zweigstelle, wie von „Hausärzte MKK“ geplant, angestrebt werden.

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