Überleben als Künstler auf dem Land in Corona-Zeiten

Hasselroth
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„Wie haben unsere Künstler die Corona-Zeit in Hasselroth erlebt und bis jetzt überstanden?“, war eine Frage, die Vorstandsmitglied Alexander Heger aufgriff.

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Kurzerhand nahm SPD-Vorsitzende Uta Böckel mit Matthias Kraus, einem der Kulturpreisträger des Main-Kinzig Kreises, Kontakt auf und vereinbarte einen Kaffeeklatsch im krauskunsthaus. Die Vereinbarung lautete, „du kochst den Kaffee, wir bringen Kuchen mit.“ Alexander Heger, der zum ersten Mal das krauskunsthaus besuchte, kam aus dem Staunen nicht heraus. Seit 1989 hat Matthias Kraus in einer umgebauten Scheune im Altdorf von Neuenhaßlau sein Atelier.

Auf die Frage: „Matthias, wie hast du die letzten Monate verbracht?“ kam die trockene Antwort, „Garten in Ordnung gebracht und Fenster gestrichen.“ Dann sprudelten aber bereits die neuen Pläne für sein künstlerisches Schaffen heraus. Im Moment sammelt Matthias Kraus Ideen für sein Projekt „Am Limit – 30 Portraits von Frauen im Main-Kinzig-Kreis, unter anderem angestoßen durch die Diskussionen „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ und „Doppelbelastung Familie und Beruf“.

Sehr bedauert der Künstler, dass eine mit dem Berufsverband Bildende Künstler (BBK) geplante Ausstellung an der Kunsthochschule in Peking nicht stattfinden konnte und dass es für dieses Projekt vermutlich keinen Ersatztermin geben wird. Ein anderes geplantes Projekt, die Ausstellung „Luftikusse“ im Rahmen der Musiktage auf Hof Trages wurde auf nächstes Jahr verschoben. Eine Ausstellung in der Wächtersbacher Keramikfabrik zum Thema „Rituelle Herzen – Tanz in der Fabrik“ findet hoffentlich noch im verlängerten Kultursommer des Main-Kinzig-Kreises im September statt, ganz sicher aber die Ausstellung mit der Frakfurter Künstlergesellschaft im Brüder Grimm-Museum ab 6. September. Und Pläne für ein „offenes krauskunsthaus“ werden auch bereits wieder geschmiedet.

Ernst wurde es bei der Frage, wie ein Künstler auf dem Land solche Zeiten finanziell übersteht? Für Matthias Kraus ist ganz klar, dass hier das eigene Haus und seine Dreier-Wohngemeinschaft mit Lebensgefährtin Birgit und Mama Anneliese das „Überleben“ gesichert haben. Ein angemietetes Atelier, wie er es bis vor zwei Jahren in Berlin hatte, wäre nicht mehr zu finanzieren gewesen.

Nach dem Kaffeeklatsch gab es einen Rundgang durch Haus und Werkstatt, wobei sich Uta Böckel und Alexander Heger die neuesten Arbeiten ansehen konnten. Durch alle Werke zieht sich der sozialkritische Faden, auch die Auseinandersetzung mit Klimawandel und Waldsterben. „Meine Bilder kann man lesen, von Salonkunst halte ich nichts“, postulierte der Künstler und erwähnt ganz nebenbei, seit März ca. 70 Bilder und drei Skulpturen gefertigt zu haben.

Uta Böckel und Alexander Heger dankten Matthias Kraus herzlich für seine Offenheit und den Einblick in seine neuesten Planungen. Dabei ergab sich zum Schluss des Nachmittags, wie schön es wäre, ein Kunstprojekt auf den Weg zu bringen, das übergreifend für die drei Ortsteile von Hasselroth stehen sollte.

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