Umgehungsstraße: Ministerium vertröstet auf "ein paar Wochen"

Hasselroth
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Die Entscheidung über die Zukunft der Umgehungsstraße Freigericht/Hasselroth verzögert sich erneut. Als letzten Termin, an dem die Bekanntgabe der Entscheidung über die Aufnahme in eine Prioritätenliste wurde vom Hessischen Verkehrsministerium "Anfang 2021" genannt, nun wurde dies erneut entschieden. Die Interessengemeinschaft "Umgehungsstraße Freigericht/Hasselroth" reagiert mit Unverständnis.

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"Die Entscheidung ist noch nicht gefallen, der erneute Lockdown bleibt nicht ohne Auswirkung auf unsere Arbeitsabläufe. Wir hoffen, in ein paar Wochen mehr sagen zu können", heißt es auf Anfrage aus dem Verkehrsministerium in Wiesbaden. Das haben die Vertreter der Interessengemeinschaft nun schon oft gehört: "Nachdem nun auch noch zu allerletzt die Freigerichter Grünen Wahlkampf mit einer Umgehungsstraße machen, eine neue Initiativgruppe, diesmal gegen eine Umgehungsstraße, aus dem Boden sprießt und 'viel alter Wein in neuen Schläuchen', nicht zuletzt auch im Hasselrother Wahlkampf seitens der SWG, ins Feld geführt wird, meldet sich die IG 'PRO-Umgehung' zu Wort", heißt es in einer Pressemitteilung.

Und weiter: "Im vergangenen Jahr hat man uns und den lärmgeplagten Bürger*innen viel versprochen. Nach Abschluss der sogenannten Machbarkeitsstudie wurden eilfertig 'zwei bunte Striche' auf eine Landkarte gezeichnet als mögliche Varianten (wichtig ist die Betonung auf 'Mögliche') von Hessen Mobil präsentiert. Die Machbarkeitsstudie, so das Ergebnis einer Videokonferenz mit Ministerium, Verwaltungsmitarbeitern von Hessen Mobil und der Gemeinden, Bürgermeistern und auch Vertretern der IG zeigte, dass eine Umgehungsstraße unter den vielgeprüften Einzelaspekten in der Summe als sinnvoll und notwendig zu erachten sei. Eine Einordnung, sprich eine Priorisierung, wann mit einem weiteren Planungsvorgehen (hier ist das Wort 'Planung' in den Vordergrund zu stellen) zu rechnen ist, sollte bis zum Jahresende 2020 erfolgen. Daraus wurde nichts, weil angeblich 'andere Kommunen in Hessen, die ebenfalls im Wettbewerb um eine Umgehung stehen' noch nicht fertig seien", habe die „IG Umgehung“ derlei Informationen aus Nachfragen bei den Landtagsabgeordneten Max Schad (CDU), Christoph Degen (SPD) und Heiko Kasseckert (CDU) erhalten, mit denen die IG weiter im Austausch stand und stehe. Staatsekretär Deutschendorf, der in besagter Videokonferenz noch die Zusage einer Entscheidung bis Jahresende machte, schweige bezüglich dieser Zusage.

Stete Nachfragen der IG im drei- bis vierwöchigen Rhythmus hätten nun zuletzt ergeben, dass es vielleicht eine Aussage im März am Rande der dann wieder anstehenden Plenarsitzungen geben könnte – vorausgesetzt, die Prioritätenliste liege dann überhaupt vor. "Es bedarf wenig Phantasie, dass diese Entscheidung (wenn sie nicht ehedem schon gefallen ist) bis nach der Kommunalwahl hinausgezögert werden soll. Ein Umstand, den die IG Umgehungsstraße nur allzu gut in der Vergangenheit kennenlernen durfte. Wir sind diese taktischen Vertröstungen leid und mit uns jene Bürger*innen, die mit uns stetig vertröstet und hingehalten werden“, so die Sprecher der IG. Ebenso leid ist es die IG „fast schon gebetsmühlenartig“ die immer gleichen, fast schon an Verhöhnung erinnernden Vorschläge aus der heimischen Kommunalpolitik zu hören. Von LKW-Fahrverbot über Nacht-LKW-Fahrverbot bis hin zu Flüsterasphalt, der überhaupt erst ab einer Geschwindigkeit von 50 km/h Sinn mache, sei da alles wieder und wieder zu lesen, zuletzt von der SWG in Hasselroth.

"Noch toller die Vorschläge der Freigerichter Grünen (wir berichteten) bezüglich einer 'intelligenten Verkehrsführung' in den Ortslagen zur Entlastung der Durchgangsstraßen. Hallo Herr Kreis: Sind Sie schon mal in den Gemeinden unterwegs gewesen und haben sich die Nebenstraßen angeschaut? Glauben Sie wirklich an eine innerörtliche Umlenkung des Verkehres?", schütten die Vertreter der IG über solche Vorschläge nur den Kopf. Und der neueste Vorschlag nach einer kleinen Lösung, den auch die Freigerichter Grünen einbringen, sei ebenso fadenscheinig, sei es doch seinerzeit das grün geführte Ministerium in Wiesbaden gewesen, das nach dem Ausstieg der Freigerichter genau diese aus Hasselroth herangetragene Forderung abgelehnt habe. "Stattdessen mussten die Hasselrother erneut in Freigericht um die gemeinsame Sache werben, bis die dortigen Gemeindevertreter einer gemeinsamen Umgehungsplanung wieder beitraten. Zeit verstrich, wertvolle Zeit, die nutzlos vergangen ist. Dann wieder ein neuer Anlauf – eine Machbarkeitsstudie, die in ihrem Werden ebenfalls lange Zeit beanspruchte. Lange Zeit haben wir geschwiegen und setzen auch weiter auf Dialog – aber wir werden uns künftig nicht scheuen, Roß und Reiter zu benennen – denn Ignoranz und Arroganz hat ein Gesicht und einen Namen“, so die IG.

Abschließend teilen Jürgen Grün, Klaus Weingärtner, Uwe Scharf, Klaus Jakob und Friedrich Weber für die IG mit: "Zwischendurch Nachfragen und Rückfragen der für den Wahlkreis zuständigen Landtagsabgeordneten und der Bürgermeister beider Kommunen. Nichts geschah. Natürlich entscheiden das weder Landtagsabgeordnete noch Bürgermeister – der Ball liegt klar im Spielfeld des Ministeriums. Und nun – als Schlussakkord ein weiteres Hinhalten ob und wenn ja wann mit einer weiteren Planung zu rechnen ist. Für die lärm- und abgasgeplagten Bürger*innen an den Durchgangsstraßen von Freigericht und Hasselroth hat sich nichts verändert. Und jene, die Vorschläge unterbreiten, die allesamt schon einmal geprüft und verworfen wurden, sitzen weiterhin in ihren gemütlichen Wohnzimmern abseits der Hauptstraßen. Wer sich da noch wundern will, dass uns diese ewige Hinhalte-Taktik zornig macht, lebt abseits jeder Realität“, so die Sprecher IG, und sie fordern: „Wer ein Veröden unserer Dörfer entlang der Durchgangsstraßen verhindern will, kommt um eine Umgehungsstraße nicht umhin.“ Über deren Verlauf lasse sich gewiss streiten und naturräumliche Fragestellungen seien natürlich auch zu berücksichtigen: „Aber der Mensch, der hier nicht nur den hausgemachten Straßenverkehr zu ertragen hat, darf nicht vergessen werden.“

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