Der Vorsitzende Helmut Müller konnte hierzu das erste Flugblatt des VdK Landesverbandes vorstellen. „Schon heute ist der Alltag vieler älterer Menschen in Hessen von Armut geprägt. Knapp 12 Prozent der über 65-Jährigen gelten in Hessen als armutsgefährdet. Wenn nicht umgesteuert wird, werden die Zahlen in Zukunft noch deutlich steigen“, so Vorsitzender Helmut Müller und weiter: „Denn immer mehr Arbeitnehmer sind in Hessen im Niedriglohnsektor tätig - und können daher später auch nur mit Armutsrenten rechnen und sind dann von staatlicher Unterstützung abhängig und das ist der Skandal.“
Wenn wir Studien, zum Beispiel der OECD und anderer seriöser Organisationen, glauben dürfen, so wird die Zahl der armutsgefährdeten deutlich steigen. Diese Entwicklung hat sich aber schon seit langem abgezeichnet, denn seit ca. 10 Jahren wird die Gesetzliche Rentenversicherung Stück für Stück demontiert: Ausbildungszeiten werden nicht mehr anerkannt, Zeiten der Arbeitslosigkeit (ALG II) wurden erst schlechter, jetzt gar nicht mehr berücksichtigt, es gibt Abschläge bei vorzeitigem Rentenbezug, es gibt Kürzungen bei Erwerbsminderungsrenten und Hinterbliebenenrenten, die Heraufsetzung des Rentenalters auf 67 Jahre und die Einführung der Rentenkürzungsfaktoren. Das Ergebnis ist eine Absenkung des Rentenniveaus um bis zu 25 % bis zum Jahr 2030.
Es kann aber nicht sein, dass Menschen nach 30 oder 40 Jahren harter Arbeit nicht wissen, wie sie von ihrer Rente leben sollen. Rente ist kein Almosen, sondern Lohn für Lebensleistung und so muss es auch in Zukunft bleiben! Die zunehmende Altersarmut wird die soziale Spaltung unserer Gesellschaft noch vorantreiben. Denn seit Jahren driften arm und reich in Deutschland immer weiter auseinander. Laut OECD haben im internationalen Vergleich in keinem anderen Industrieland die Einkommensunterschiede so stark zugenommen wie in Deutschland. Das oberste Zehntel der Bevölkerung verdient mittlerweile achtmal so viel wie das unterste. Laut Statistischem Bundesamt leben in Deutschland mittlerweile rund 12,8 Millionen Menschen in Armut.
Der Sozialverband VdK fordert deshalb auch die Anhebung des Spitzensteuersatzes und die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns von 10 Euro. Um die Zunahme der Altersarmut zu stoppen, müssten unter anderem auch das Rentenniveau bei 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohnes eingefroren werden und prekäre Beschäftigungen zurückgedrängt werden.
Foto: Auf dem Foto sehen Sie von links Karl-Heinz und Edda Lecher, Helmut Müller, Stefan Bozsolik, Harald Fuhrländer und Frank Reimer.
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