Nach den drei Bürgerversammlungen zur Umbenennung der doppelten und dreifachen Straßennamen in Hasselroth hat die extra dafür gegründete Kommission noch einige Punkte zu klären.
Nach den drei Bürgerversammlungen zur Umbenennung der doppelten und dreifachen Straßennamen in Hasselroth hat die extra dafür gegründete Kommission noch einige Punkte zu klären.
„Wir werden uns gleich in der Woche nach dem 14. Juni zusammensetzen“, kündigt Bürgermeister Uwe Scharf eine zügige Bearbeitung aller Vorschläge aus der Bevölkerung an, die exakt bis zu diesem Datum bei der Gemeindeverwaltung eingereicht werden können.
Trotz einiger Proteste und vielen hitzigen Diskussionen fällt das Fazit des Rathauschefs nach den drei Bürgerversammlungen positiv aus. „Ich bin der Überzeugung, dass die Kommission die Ergebnisse ihrer Arbeit gut vorgestellt hat“, sei es bei dieser Anhörung, wie er die drei Versammlungen bezeichnet, auch wichtig gewesen, die Notwendigkeit der Änderung der Straßennamen zu verdeutlichen. „Wir haben unsere Hausaufgaben mit der Verwaltung gemacht“, betont Scharf aber erneut, dass letztlich die Gemeindevertretung über die Änderung der Straßennamen entscheiden wird.
Und dem Bürgermeister ist durchaus bewusst, dass es Härtefälle geben wird. „Wasch mich und mach mich nicht nass gibt es da nicht“, deutet er allerdings schon an, dass nicht alle Wünsche und Vorschläge aus der Bevölkerung berücksichtigt werden können. Die Aufgabe der Kommission, der Vertreter aller Fraktionen und Parteien im Parlament angehören, sei es nun, das vorgelegte Konzept noch einmal zu überarbeiten und dann eine Empfehlung an die Gemeindevertretung abzugeben.
Auf den Versammlungen geäußerte Kritik, dass die Bürger zu spät und unzureichend informiert wurden, lässt er zudem nicht gelten. „Ich habe bereits im August vergangenen Jahres in der Gemeindevertretersitzung öffentlich darüber berichtet“, habe es anschließend auch entsprechende Presseveröffentlichungen gegeben. Eine ähnliche Vorgehensweise kündigt er übrigens auch für die Zukunft an. „Wir werden sicherlich nicht auf jeden einzelnen Bürger zugehen können“, rät er daher zur Zeitungslektüre oder zum Besuch der nächsten Gemeindevertretersitzung. Auch die Gemeindeverwaltung sei zu gegebener Zeit sicherlich zu einer telefonischen Auskunft bereit.
Das gelte im Übrigen auch für die Bürger, deren Straßen bislang nicht von den Veränderungen betroffen waren, sich jetzt durch neue Vorschläge auf den Versammlungen möglicherweise aber doch mit einem neuen Namen anfreunden müssen. „Die Bürgerversammlungen waren für alle öffentlich“, sei die Umbenennung der Straßennamen laut Scharf letztlich ein Thema, für das sich alle Hasselrother interessieren sollten. Ob es daher tatsächlich weitere Bürgerversammlungen geben wird, wie von Parlamentsvorsteher Helmut Müller angekündigt, vermag er nicht zu beurteilen. Scharf: „Zu Bürgerversammlungen lädt Herr Müller ein.“
Auch wenn die Diskussionen auf den drei Bürgerversammlungen einen anderen Anschein erweckten: Zumindest in Niedermittlau und Neuenhaßlau wird die Hälfte der von der Kommission erarbeiteten Vorschläge für die neuen Straßennamen anscheinend akzeptiert. Bis zum 14. Juni haben die Anwohner allerdings noch Zeit, ihre Einwände bei der Gemeindeverwaltung abzugeben. Berücksichtigt werden diese nur, wenn die Mehrheit der Anlieger über 18 Jahren mit ihrer Unterschrift die Unterstützung des Vorschlages bestätigt. Gültig werden sollen die Änderungen am 1. Januar 2014.
Niedermittlau
Bisher liegen keine Einwände aus der Hauptstraße vor, die zukünftig Alte Dorfstraße heißen soll. Die Anwohner der Hausnummern 23-26 und 32 aus der bisherigen Hauptstraße sollen zudem bald „In der Ecke“ wohnen, die von der Hauptstraße 48-52 werden der Stichelstraße zugeordnet. Auch aus der Heegstraße (neu: Obere Heeg) und der Schulstraße (neu: An der Alten Schule) liegen bislang keine Einwände vor. Protest hatten Anwohner aus der Feldstraße und vor allem aus der Hanauer Landstraße. Die Feldstraße soll in Gartenstraße umbenannt werden, auf der Bürgerversammlung kam allerdings der Vorschlag, stattdessen dem Feldweg in Neuenhaßlau diesen Namen zu geben. Die mehr oder weniger sinnhafte Begründung: Da sei ja auch ein Gärtner und dann habe der auch seine Gartenstraße…
Der größte Protest kam aus der Hanauer Landstraße, die Anwohner wollen diesen Namen behalten. Das könnte klappen, wenn die Durchgangsstraße in Neuenhaßlau, bisher in Hanauer Landstraße und Bahnhofstraße unterteilt, komplett zur Bahnhofstraße wird. Die Kommission hatte vorgeschlagen, die Hanauer Landstraße in Neuenhaßlau zu belassen und die in Niedermittlau zur Gelnhäuser Straße zu machen. Komplett neu ist das für die Anwohner der Bahnhofstraße in Niedermittlau: Die sollten eigentlich „nur“ eine Hausnummernkorrektur bekommen, müssten sich dann aber auch auf einen noch nicht bekannten Namen einstellen. Einwände gibt es auch von den Bürgern, die derzeit in den Abbiegungen von Sandweg sowie Linden- und Heinrich-Hofmann-Straße leben. Bis auf eine sind alle dagegen, dieser Querstraße die Bezeichnung „In der Au“ zu geben. Völlig unbeteiligt sind bislang die Anwohner der Vogelsbergstraße, was sich aber noch ändern könnte, da auch die Anlieger aus Gondsroth diesen Straßennamen gerne behalten würden.
Keine Einwände gibt es bislang gegen eine Hausnummernkorrektur in folgenden Straßen: Fichtenstraße, Gondsrother Straße, Hebbrunnenstraße, Hopfgartenstraße, Jägerbuschstraße, Neugasse, Nickelstraße, Postweg, Siedlungsstraße, Stichelstraße und Sudetenstraße.
Neuenhaßlau
Die Anwohner der Lindenstraße (neu: Am Lerchenberg), Sandstraße (Fliederweg) und Waldstraße (Ysenburger Straße) haben bislang öffentlich noch keine Einwände geäußert. Die gab es bislang auch nicht aus der Hauptstraße (neu: Rathausstraße), obwohl einige Gewerbetreibende im Vorfeld zumindest hinter verschlossenen Türen ihren Unmut geäußert hatten. Unterschriften werden derzeit in der Schulstraße gesammelt, da der Vorschlag „Gerstenhauer Straße“ anscheinend nicht gut ankam. Gleiches gilt für die Gondsrother Straße, hier wird über den Vorschlag „Am Busbahnhof“ zumindest noch diskutiert. Im Blickpunkt stand auf der Bürgerversammlung allerdings vor allem die Durchgangsstraße. Die Anlieger der Bahnhofstraße fordern, dass die komplette Straße zukünftig diesen Namen trägt. Dafür müssen sie allerdings auch die Anwohner der Hanauer Landstraße überzeugen, die bislang davon ausgingen, ihren Straßennamen zu behalten. Von den Änderungen betroffen werden, könnte auch noch der Feldweg, wenn der Vorschlag aus der Niedermittlauer Feldstraße berücksichtig werden würde.
Gondsroth
Sieben Straßennamen sollen in diesem Ortsteil geändert werden, aber nur zwei Vorschläge der Kommission finden Zustimmung in der Bevölkerung. Die Heegstraße würde demnach in Hainstraße umgeändert, die „Untere Steinbach“ dann nur noch Steinbach heißen. Anstatt einer Komplett-Umbenennung in Konrad von Gondsroth-Straße wollen die Anwohner der Somborner Straße ihren Namen behalten und auch die Freigerichter Straße soll zukünftig mit den Hausnummern daran angegliedert werden. Für diesen Vorschlag aus der Bevölkerung hat die Gemeindeverwaltung bereits grünes Licht gegeben. Und auch, dass die Taunusstraße nicht Kuhgasse, sondern Hufeisenstraße heißen wird, spricht seitens des Rathauses nichts dagegen. Unterschriften werden in der Spessartstraße gesammelt, anstatt dem Vorschlag Adam-Reußwig-Straße wird hier Vorspessartstraße bevorzugt. Protestiert haben auf der Bürgerversammlung auch Gewerbetreibende aus der Vogelsbergstraße, die nicht „Am Wellbach“ wohnen wollen, sondern ihren Namen behalten möchten. Eine Berücksichtigung dieses Wunsches erscheint allerdings derzeit unwahrscheinlich.
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de