Die Nachricht kam überraschend: Thilo Friedrich ist nicht mehr Fraktionsvorsitzender und stellvertretender Vorsitzender der Sozialen Wählergemeinschaft Hasselroth (SWG).
Nach dem deutlichen Wahlsieg vor fünf Jahren führte Friedrich die Fraktion an, die in der Hasselrother Gemeindevertretung über eine absolute Mehrheit verfügt. „Manchmal passieren Dinge in einem Leben, die die vorherige Lebensplanung in Frage stellen beziehungsweise auch über den Haufen werfen können. So auch bei mir beziehungsweise meinem familiären Umfeld“, erklärt Friedrich, warum er seine politischen Ämter niedergelegt hat.
Diese privaten Gründe hätten ihn ins Nachdenken über die Wichtigkeit der Dinge im Leben gebracht und da sei die Kommunalpolitik auf einmal doch sehr in den Hintergrund geraten: „ Zumal einem auf kommunaler Ebene zum aktuellen Zeitpunkt die ‚gestalterischen Hände‘ doch sehr gebunden sind und es auf absehbare Zeit, auch aufgrund der immer mehr werdenden, übertragenen Aufgaben bei gleichzeitig schrumpfenden finanziellen Möglichkeiten, ebenso bedingt durch die nicht vorhandene Unterstützung von Seiten Kreis, Land und Bund nicht besser werden wird. Zum anderen möchte ich aber meine Eltern jederzeit unterstützen können, da sie aufgrund ihres Alters und ihrer physischen Verfassung leider nicht mehr so selbständig dazu in der Lage sind, wie noch vor beispielsweise fünf Jahren. Und da diese 120 Kilometer von hier entfernt wohnen, ist das auch immer mit einem gewissen zeitlichen Aspekt verbunden.“
Ein voller Einsatz für die Kommunalpolitik sei dadurch nicht mehr möglich: „Wenn ich eine Aufgabe beziehungsweise ein Amt übernehme, dann mit voller Hingabe, Leidenschaft, Einsatz und zu 100 Prozent. Sobald einer dieser Punkte nicht mehr gegeben ist, ziehe ich die Konsequenzen, da ich noch nie an irgendeinem Amt ‚geklebt‘ habe, sondern es mir immer nur um die Sache ging und es meinen Mitstreitern gegenüber auch nicht fair wäre, dann irgendwie ‚weiterzuwursteln‘. Da wir nun mit der SWG-Fraktion unsere ‚Kick-Off‘-Veranstaltung unter anderem für das kommende Kommunalwahl-Jahr hatten und ich aufgrund der oben genannten Punkte mich nicht mehr für die SWG Hasselroth auf die Wahlliste hätte aufstellen lassen, empfand ich es nur als fair, meinen Fraktionskollegen diesen Beschluss mitzuteilen und meinen Platz für diejenigen Personen zu räumen, die dieses Jahr aktiv im Wahlkampf mitarbeiten und demzufolge auch als Ansprechpartner für unsere Mitbürger fungieren beziehungsweise im nächsten Jahr auch für die SWG Hasselroth ins Kommunalparlament einziehen werden.“
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de