Die Gemeinde Hasselroth will die Entscheidung der Hessischen Landesregierung, keine Verkehrsentlastung für die drei Ortsteile mit dem Bau einer Umgehungsstraße zu schaffen, rechtlich überprüfen lassen.
Bürgermeister Uwe Scharf kündigte gestern Abend auf der öffentlichen Versammlung der Interessengemeinschaft im Schützenhaus Gondsroth entsprechende Gespräche mit dem Hessischen Städte- und Gemeindebund an, der die Gemeinde in juristischen Fragen berät und eventuell auch vertritt. „Wir werden weiterhin Nadelstiche setzen“, erklärte Klaus Weingärtner von der Interessengemeinschaft zudem, dass die Protestaktionen gegen die Belastung durch den Durchgangsverkehr trotz der Absage aus Wiesbaden weitergehen werden.
Jürgen Grün, einer von drei Vertretern der Interessengemeinschaft in dem Gespräch am Montag mit dem zuständigen Referatsleiter aus dem Ministerium und Mitarbeitern von der Straßenverkehrsbehörde „Hessen Mobil“, betonte zudem noch einmal, dass er und seine Mitstreiter weiterhin überparteilich um Unterstützung werben wollen und zuletzt aufgekommenen „Eitelkeiten“ aus den politischen Gruppierungen kein Platz eingeräumt werden soll. „Wir machen das für uns und alle Bürger von Hasselroth“, verschwieg er aber auch nicht, dass die Absage eine große Enttäuschung war.
Unverständnis herrschte bei den anwesenden Bürgerinnen und Bürger auch ob der Tatsache, dass selbst die vom Ministerium bekanntgegeben Zahlen eine Steigerung des Verkehrsaufkommens in Hasselroth in den kommenden Jahren erwarten lassen. Statt wie aktuell 10.200 Fahrzeuge pro Tag sollen beispielsweise im Jahr 2025 bis zu 12.600 Pkw und Lkw durch Gondsroth rollen, auch für Neuenhaßlau ist demnach ein erheblicher Anstieg zu erwarten. Und nach der Fertigstellung der Bahnüberführung in Niedermittlau wird zudem damit gerechnet, dass dann noch mehr Verkehrsteilnehmer den Weg durchs Niedermittlauer Altdorf in Richtung Freigericht nutzen werden. „Was zählt hier Hasselroth? Erst einmal gar nichts“, verwies Grün zudem auf prestigeträchtige Projekte wie das Darmstädter Fußballstadion, für das in Hessen kurzfristig über zehn Millionen Euro zur Verfügung stünden.
Vertreter der politischen Parteien in Hasselroth kündigten gestern Abend an, kurzfristig gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wie entweder doch noch eine Umgehungsstraße realisiert oder alternative Entlastungsmöglichkeiten geschaffen werden könnten. „Warum machen wir es denen so einfach?“, forderten Bürger erneut, mit Verkehrsberuhigungsmaßnahmen wie beispielsweise Kontaktschwellen vor Ampeln die Durchfahrt durch die Ortsteile zumindest zu bremsen (ausführlicher Bericht folgt).
Foto: Klaus Weingärtner und Jürgen Grün (von links) von der Interessengemeinschaft Umgehungsstraße informierten gestern Abend im Schützenhaus Gondsroth gemeinsam mit Bürgermeister Uwe Scharf die Bürgerinnen und Bürger über das Ergebnis des Gespräches mit Vertretern des Hessischen Verkehrsministeriums am vergangenen Montag.
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