Umgehungsstraße ist der Knackpunkt

Hasselroth

Ob es an den hitzigen Diskussionen am Mittwochabend lag? Nach der gemeinsamen Sitzung zwischen den Kommunalpolitikern aus Freigericht und Hasselroth haben sich einige Teilnehmer am Donnerstag direkt in den Urlaub verabschiedet und waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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Ortsschild HasselrothOb sie mit einem guten Gefühl für die interkommunale Zusammenarbeit zwischen den beiden Gemeinden in ihre Erholungstage gestartet sind, ließ sich daher nicht erfahren, klar scheint aber inzwischen: Die Umgehungsstraße ist zumindest aus Hasselrother Sicht so wichtig, dass ohne eine gemeinsame Position zu diesem Thema eine Zusammenarbeit der Kommunen in anderen Bereichen umso schwieriger erscheint.

Immerhin: Bei der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) in Freigericht deutet sich ein Umdenken an. Schon bei der jüngsten Abstimmung über die Umgehungsstraße enthielten sich einige Gemeindevertreter, möglicherweise könnte sich hier gemeinsam mit der CDU eine neue Mehrheit für dieses Projekt finden lassen. Aber es gibt auch weiterhin klare Gegner: Gerhard Hof, Vorsitzender der Liste freier Bürger (LFB)/FDP-Fraktion im Freigerichter Parlament, will sein Abstimmungsverhalten nicht ändern. „Die ursprüngliche Planung der Umgehungsstraße Freigericht/Hasselroth ist so nicht tragbar und es gab nie ein Zeichen von Hessen Mobil, dass davon auch nur ein bisschen abgewichen werden könnte“, betont er allerdings auch, dass seine Fraktion durchaus für Verkehrsentlastung und damit auch für Umgehungsstraßen sei. Allerdings bevorzuge er kleine Lösungen für die Freigerichter Ortsteile, die Forderungen aus Hasselroth kann er unterdessen verstehen. „Aber ich bin gewählter Vertreter der Freigerichter Bürger“, eine Zustimmung zu den ursprünglichen Plänen schließt er daher aus.

Helmut Müller (SPD), Vorsitzender der Hasselrother Gemeindevertretung, gibt die Hoffnung dennoch nicht auf: „Ich hatte mir von der Sitzung ehrlich gesagt sogar weniger erhofft, als letztlich rauskam. Es gibt gute Ansätze, dass sich in Freigericht SPD und UWG gemeinsam mit der CDU auf uns zu bewegen“, steht für ihn allerdings ein dickes Fragezeichen hinter der rechtlichen Situation. Für verhältnismäßig gering schätzt er die Chancen ein, das alte Planfeststellungsverfahren für die Umgehungsstraße nach der Absage aus dem Verkehrsministerium doch noch einmal zum Leben zu erwecken: „Das wäre ein Präzedenzfall in Hessen.“ Mitglieder der „Interessengemeinschaft Umgehungsstraße Hasselroth“ hatten auf der Sitzung erläutert, dass die Einstampfung des Verfahrens erst in zwei Jahren Gültigkeit erlange und es bis dahin möglicherweise doch noch wieder in Kraft gesetzt werden könnte.

Immerhin: Vereinbart haben die Kommunalpolitiker am Mittwochabend, sich in Zukunft öfters zu treffen. Nächster Termin ist im Januar, dann in Freigericht und dann wohl auch mit einer erneuten Stellungnahme der Fraktionen, wie sie zu den Umgehungsstraßen-Plänen stehen. Helmut Müller sieht der Entscheidung allerdings gelassen entgegen: „Wir sind bei der interkommunalen Zusammenarbeit nicht auf Gedeih und Verderb auf Freigericht angewiesen, wir haben auch noch andere Nachbarkommunen.“


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