Vor einem Jahr wurden 1000 Lichter entlang der Durchgangsstraße von Gondsroth aufgestellt, verbunden mit großen Hoffnungen auf eine baldige Verkehrsentlastung. „Wir haben von der Politik nur leere Versprechungen bekommen“, zog Jürgen Grün von der Interessengemeinschaft Umgehungsstraße Hasselroth gestern Abend Bilanz, nachdem die Anwohner erneut viele kleine Lichter an den Fahrbahnrand gestellt hatten.
Am großen Ziel „Umgehungsstraße“ soll zwar weiterhin festgehalten werden, die Enttäuschung über die negativen Bescheide vom Verkehrsministerium in Wiesbaden ist allerdings groß.
Erstmals dabei gestern Abend: Joachim Lucas, Bürgermeister der Nachbargemeinde Freigericht, dort fing mit der Ablehnung der ursprünglich gemeinsam geplanten Umgehungsstraße aus Sicht der Hasselrother die Misere an. „Wir sind bei euch“, zeige sich laut Lucas schon bei jeder Durchfahrt von Gondsroth, dass eine Umgehungsstraße kommen müsse. Zumindest seine Unterstützung sei daher sicher. Dabei spricht aber auch er inzwischen nur noch von einer Lösung für Hasselroth, der so genannten „kleinen Umgehung“, das ursprüngliche Großprojekt, zuletzt von der Freigerichter CDU ausgegraben, ist endgültig vom Tisch.
„Das man Grüne mit Straßenbau nicht begeistern kann, ist ja kein Geheimnis“, hat der CDU-Landtagsabgeordnete Hugo Klein vor kurzem noch einmal im Verkehrsministerium nachgehakt und wieder eine Absage für die Umgehungsstraße erhalten. „Die Wirtschaftlichkeit soll nicht gegeben sein, zudem liegt die Konzentration auf der Sanierung von Landesstraßen“, diese Argumente waren bereits bekannt, Klein zog es aber auch in Zweifel, ob unter der aktuellen „grünen“ Ministeriumsleitung überhaupt noch über eine kleine Lösung für Hasselroth diskutiert worden wäre. Das sei noch unter der Vorgängerregierung in die Wege geleitet worden, damals kam der zuständige Minister noch von der FDP und hieß Florian Rentsch.
„Wir werden einen langen Atem brauchen“, wollte sich Hasselroths Bürgermeister Uwe Scharf allerdings nicht darauf festlegen, in welchem Zeitraum die geforderte Umgehungsstraße realistisch werden könnte. Die Hoffnung ruht nun auf einem Lärmschutzgutachten, mit dem erneut Druck auf die Hessische Landesregierung ausgeübt werden soll. Ans Aufgeben denkt daher in Hasselroth noch niemand. Jürgen Grün: „Wir wollen uns auch weiterhin immer wieder in Wiesbaden in Erinnerung rufen.“
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