Im Rahmen des ersten Stammtisches 2012 wurde beim VdK-Ortsverband Neuenhaßlau-Gondsroth die drohende „Altersarmut“ thematisiert.
„Schon heute ist der Alltag vieler älterer Menschen in Hessen von Armut geprägt. Knapp 12 Prozent der über 65-Jährigen gelten in Hessen als armutsgefährdet. Wenn nicht umgesteuert wird, werden die Zahlen in Zukunft noch deutlich steigen“, so Vorsitzender Helmut Müller und weiter: „Denn immer mehr Arbeitnehmer sind in Hessen im Niedriglohnsektor tätig – und können daher später auch nur mit Armutsrenten rechnen.“
Seit 1999 wuchs der Niedriglohnbereich nach Angaben des Institutes für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) um rund 26 Prozent. Ende 2010 waren damit 311.500 Menschen in Hessen betroffen. Der überwiegende Teil dieser Menschen hat in Zukunft eine Rente in Höhe des Grundsicherungsniveaus zu erwarten.
Menschen, die mit diesen Beträgen ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, haben nicht nur handfeste materielle Sorgen, sondern sind zudem massiven Diskriminierungen im Alltag ausgesetzt. So gehört zum Beispiel ein großer Teil der armen älteren Menschen zu den Besuchern der Tafeln in Hessen. Diskriminierung bedeutet aber auch, dass sich viele dieser älteren Leute Therapien, Medikamente und Arztbesuche nicht leisten können und früher sterben. Laut Caritas liegt die Lebenserwartung von Frauen mit Armutsrisiko acht Jahre unter dem von Frauen aus einer hohen Einkommensgruppe.
Auch auf dem Arbeitsmarkt werden Ältere diskriminiert. Nur 9,3 Prozent der 64-Jährigen in Deutschland gehen einer Vollzeitbeschäftigung nach, Frauen in dieser Altersgruppe sogar nur zu 5,5 Prozent.
„Ein wichtiges Signal gegen die Altersarmut wäre es, die Rente mit 67 nicht umzusetzen“, sagt der Vorsitzende des VdK Ortsverbandes Neuenhaßlau-Gondsroth. Die Rente mit 67 führe zu einem Anstieg der Altersarmut, da für viele ältere Menschen der Arbeitsmarkt nicht zugänglich sei. „Im von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes offiziell ausgerufenem Jahr gegen Altersdiskriminierung ist es daher dringend notwendig“, so Helmut Müller, „auf die Altersarmut als den Hauptgrund für Diskriminierung hinzuweisen und Abhilfe zu schaffen.“
Der VdK fordert deshalb die Politik auf, die Rente mit 67, dieses gigantische Rentenkürzungsprogramm, noch einmal grundlegend zu überdenken.
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