Umgehungsstraße Hasselroth: „Wir wurden verarscht“

Hasselroth

Als wäre die Zeit stehen geblieben: Vor 40 Jahren haben Hasselrother Lokalpolitiker erstmals entsprechende Beschlüsse für den Bau einer Umgehungsstraße gefasst, anschließend wurde im Schneckentempo geplant und schließlich nach dem Ausstieg der Gemeinde Freigericht alles wieder abgeblasen.

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Nun soll alles wieder von vorne beginnen, die Gemeindevertreter haben den Gemeindevorstand einstimmig beauftragt, alle notwendigen Schritte zur Neubeantragung eines Planverfahrens für eine Umgehungsstraße Hasselroth einzuleiten. Ob das jetzt allerdings zum Erfolg führen wird, steht auch diesmal in den Sternen.

Um das in weiter Ferne scheinende Ziel doch irgendwann erreichen zu können, scheint nun auch wieder ein Schmusekurs mit den heimischen Spitzenpolitikern angesagt: „Die Landtagsabgeordneten sind unsere Vermittler in Wiesbaden“, sagt der SPD/FDP-Fraktionsvorsitzende Christian Benzing, nachdem sich die Sprecher der „Interessengemeinschaft Umgehungsstraße Hasselroth“ in den vergangenen Monaten vor allem mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Hugo Klein teils deutliche Wortgefechte über die Medien geliefert hatten. „Wir brauchen sie“, sollen sie laut Benzing wieder mithelfen, da „Wiesbaden überhaupt keine Einsicht zeigt und von völlig falschen Zahlen ausgeht“.

Während für CDU-Fraktionschef Sascha Gourdet nun viel Durchhaltevermögen nötig ist, „die Argumente haben wir ja“, wählte Matthias Pfeifer (SWG) deutlichere Worte. „Wir wurden verarscht“, seien die Antworten der Landesregierung von Arroganz und Ignoranz gezeichnet. Es sei wichtig, mit dem jetzt gefassten Beschluss ein neues Fundament an rechtlicher Grundlage für den Bau einer Umgehungsstraße zu schaffen, allerdings müssten auch die Jahre bis dahin überbrückt und beispielsweise weiterhin Messungen durchgeführt werden.

Bürgermeister Uwe Scharf (parteilos) erinnerte daran, dass die Kommune gegen die Absagen aus Wiesbaden zwar keine rechtlichen Schritte einleiten könne, die Bürger allerdings, deren Rechte auf körperliche Unversehrtheit und einen erholsamen Schlaf beeinträchtig seien, sehr wohl das Land vor den „Kadi“ ziehen könnten. Mitglieder der Interessengemeinschaft würden das angesichts des Ergebnisse des von der Gemeinde in Auftrag gegeben Lärmgutachtens für Gondsroth bereits in Erwägung ziehen.

Zivilen Ungehorsam brachte unterdessen Parlamentschef Helmut Müller (SPD) ins Spiel: Er freue sich jedes Mal, wenn er durch Gondsroth fahre und fast nicht bis nach Somborn komme, denn dann würden wieder viele Autos auf der Straße stehen. Dass die den Verkehr deutlich verlangsamen und teilweise sogar zum Stillstand bringen, haben die „Park-Demos“ der Interessengemeinschaft in der Vergangenheit bereits bewiesen.


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