Versuchsfeld zur Bekämpfung der giftigen Herbstzeitlosen

Hasselroth

Die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA e.V.) erprobt zurzeit in Hasselroth Maßnahmen zur Rückdrängung der Herbstzeitlosen.

Morgenpost

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Die Anlage von Versuchsfeldern ist Teil eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projektes zum Erhalt der Artenvielfalt auf extensiv genutzten Wiesenflächen. Die giftige Herbstzeitlose breitet sich sichtbar aus und stellt daher seit Jahren für die Landwirtschaft ein großes Problem dar. Das erzeugte Mähgut kann aufgrund der toxischen Bestandteile nicht mehr als Tierfutter verwendet oder verkauft werden. Damit wird die Bewirtschaftung des Grünlands für die Landwirte unrentabel. Die Konsequenz: Fehlt die Mahd, droht den wertvollen Wiesenlebensräumen die Verbrachung, die Artenvielfalt geht verloren. Davon betroffen sind neben den wiesentypischen Pflanzengesellschaften auch Amphibien und Insekten, wiesenbrütende Vogelarten wie Kiebitz, Bekassine, der Große Brachvogel und die Uferschnepfe.

Diese Problematik war der Anlass für den Start eines auf drei Jahre angelegten Großprojektes, das den Erhalt der Artenvielfalt auf extensiv genutzten Wiesen zum Ziel hat. Im Rahmen des Projektes erfasst die GNA wiesenbrütende Vogelarten und nimmt sowohl die Bestände der Herbstzeitlosen als auch für den Wiesenbrüterschutz wichtige Biotopstrukturen auf.

Versuchsfelder angelegt

Im Mai legten Umweltwissenschaftlerin Ann Kristin Bauer und Biologin Juline Grigat (beide GNA) ein Versuchsfeld mit insgesamt 15 je 4 m² großen Parzellen auf extensiv genutztem Grünland in Neuenhaßlau an. Unterstützung erhielten sie von Stephan Brand vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH). Auf den Parzellen werden verschiedene Bewirtschaftungsvarianten erprobt, die zur Rückdrängung der Herbstzeitlosen führen können. Die kleinflächige Versuchsanordnung mit gleichen Standortbedingungen gewährleistet zudem eine genaue Beobachtung der einzelnen Pflanze.

Alle Bewirtschaftungsvarianten greifen in den Entwicklungszyklus der Herbstzeitlosen ein. Durch frühe Schnitttermine Anfang Mai verliert die Pflanze ihre Blätter. Die Fotosynthese und der Aufbau von Energiereserven werden verhindert. Dies macht eine Bekämpfung der Pflanze ohne chemische Mittel möglich. Auf dem Versuchsfeld wird das sogenannte „Mulchen“, die erfolgversprechendste Maßnahme, mit dem Einsatz eines Rasenmähers ohne Fangkorb simuliert. Eine weitere Variante ist das Ausreißen bzw. das Ausziehen der Blätter und Samenkapseln der Herbstzeitlosen, wodurch ebenfalls die Entwicklung gehemmt wird. Diese zeitaufwändige Variante ist aus wirtschaftlichen Gründen nicht für einen großflächigen Einsatz geeignet. Da bei der Untersuchung der großen Wiesenflächen auch ökonomische Aspekte Berücksichtigung finden, soll ermittelt werden, mit welcher Bewirtschaftungsweise die Rückdrängung der Herbstzeitlosen erfolgreich ist und gleichzeitig der Verlust des Aufwuchses gering bleibt.

Die Projektförderung durch die DBU ermöglicht es der GNA, neben der wissenschaftlichen Begleitung auch die Umsetzung von Maßnahmen zum Wiesenbrüter- und Amphibienschutz, die auf extensiv genutzte Feuchtwiesen angewiesen sind. So ist nach dem Prinzip „Schutz durch Nutzung“ eine Verbindung zwischen Artenschutz und Herbstzeitlosen-Bekämpfung möglich. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit Sitz in Osnabrück und eine der größten Stiftungen Europas fördert Projekte aus Umweltschutz, Umweltforschung und Naturschutz.

Forum eingerichtet

Mehr Informationen finden Sie im Internet unter www.gna-aue.de. Für den Austausch und zur Kommunikation über die Herbstzeitlosen-Problematik richtete die GNA aktuell das „Forum Herbstzeitlose“ unter www.gna-aue.de/projektarbeit/forum-herbstzeitlose ein. Es ist für alle Interessierten zugänglich und soll die Diskussion eröffnen und den Erfahrungsaustauch ermöglichen.


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