Shitstorm auf Facebook: Wachhund Bodo geht es gut

Neuenhaßlau
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Die wichtigste Nachricht vorweg: Bodo geht es gut. Nur lesen kann er nicht und das ist wohl auch besser so. Denn über das, was in den vergangenen Tagen in der Facebook-Gruppe „Wir sind Hasselroth“ über sein Dasein auf der Kläranlage in Neuenhaßlau geschrieben wurde, würde wohl auch der Vierbeiner nur den Kopfschütteln. Stellvertretend machten das für ihn die Verantwortlichen des Abwasserverbandes und reagierten zugleich empört auf die im Internet aufgekommenen Vorwürfe.

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Seit über zehn Jahren bewacht der Hütehund-Mischling die Kläranlage und hat dabei eine stolze Bilanz vorzuweisen: Kein einziges Mal wurde er von ungebetenen Eindringlingen überwunden, nur eine Wildsau macht ihm einmal etwas zu schaffen. Bewegen darf er sich auf dem gesamten Gelände, hat zwischen den Gebäuden einen überdachten Zwinger mit zwei Hütten. Gefüttert und gepflegt wird er von den Fachkräften des Abwasserverbandes, die wochentags acht Stunden auf dem Gelände arbeiten. Sein Lieblingsplatz ist auf einem Podest vor der Kläranlage, von da aus kann er die vorbeiführende Straße am besten beobachten. Und kommt da einer dem Zaun zu nahe, macht er seinen Job – er bellt.

Umso erstaunter war Jürgen Löffler, Geschäftsführer des Abwasserverbandes Freigericht, als ihn Ende Dezember vergangenen Jahres erstmals eine Mail erreichte. Darin hieß es, dass das Halsband in das Fell des Hundes eingewachsen sei. „Wir haben das natürlich sofort überprüft“, habe sich dieser Verdacht jedoch nicht bestätigt. Die nächste Mail ging am 22. Januar ein, diesmal wurde Hilfe bei der Versorgung des Vierbeiners angeboten. Als „Shitstorm“ bezeichnete Löffler die Diskussion, die dann am 15. März in der Facebook-Gruppe „Wir sind Hasselroth“ begann. „Ich hasse mittlerweile wirklich Menschen, die ein Tier so behandeln“, ist dort unter anderem zu lesen oder auch „Die arme Maus tut mir so leid“. Von zu wenigen sozialen Kontakten und sogar von seinem baldigen Ableben ist da die Rede.

Hasselroths Bürgermeister Uwe Scharf reagierte empört nach Durchsicht der Facebook-Kommentare: „Das sind unhaltbare und keine fundierten Aussagen“, wurde daher am Donnerstag extra die Presse auf das Gelände der Kläranlage eingeladen, um das Tier persönlich in Augenschein zu nehmen. Präsentiert wurde da auch ein Bericht eine Veterinärin des Main-Kinzig-Kreises, die sich Bodo am Montag extra angeschaut hat. Demnach ist am Zustand des Hundes nichts auszusetzen, lediglich beim Gehen sei eine - vermutlich altersbedingte - leichte Versteifung festzustellen, die sich in den nächsten Tagen eine Tierärztin noch einmal genauer anschauen soll.

„Was dort steht, ist eine Beleidigung aller Mitarbeiter des Abwasserverbandes, die sich um dieses Tier kümmern“, wollte Scharf die Aussagen in der Facebook-Gruppe daher nicht so stehen lassen. Bodo sei ein Mitarbeiter des Abwasserverbandes wie alle anderen auch, eben nur auf vier Beinen. „Der hat Hund gelernt, das ist kein Kuschelbär, sondern ein Wachhund“, gehe er auf der Kläranlage täglich seinem Job nach. Wie übrigens auch sein Bruder Ike im Nachbarort Niedermittlau auf der dortigen Kläranlage. „Er wurde natürlich nicht eingeschläfert wie in der Facebook-Diskussion ebenso zu lesen ist“, wunderte sich Löffler aber noch über weitere Aussagen: So habe niemand mit dem Abwasserverband telefonischen Kontakt gehabt, auch sei niemand auf dem Gelände gewesen und habe sich die Örtlichkeiten angeschaut – all das werde im Internet behauptet. Auf Nachfrage bestätigte Löffler noch einmal, dass es bisher keinerlei Kontakt zu den „Kritikern“ der Hundehaltung auf der Kläranlage gegeben habe.

Damit Bodo auch noch möglichst lange seinen Job machen kann, wird zudem dazu aufgefordert, den Hund nicht zu füttern. „Damit wird dem Tier geschadet“, sagt Scharf und Löffler ergänzt, dass das Futter für den Hund von hoher Qualität sei. Beide wehren sich zudem gegen die Vermenschlichung von Tieren. „Wir sehen ja immer, wie die Leute hier mit dem Auto ankommen, ihre Hunde ausladen, ihren Spaziergang machen und anschließend das Tier wieder mit dem Auto zurückfahren“, habe es Bodo da auf der weiträumigen Kläranlage schon deutlich besser getroffen. Der Hund bekam von dem Pressegespräch übrigens wenig mit, ständig kamen Fußgänger am Zaun vorbei. Und da reagierte Bodo trotz ungewöhnlichem Besuch ganz pflichtbewusst: er bellte laut und unüberhörbar.

Foto: Besuch bei  Bodo auf der Kläranlage des Abwasserverbandes Freigericht in Neuenhaßlau (von links): Geschäftsführer Jürgen Löffler, der Gelnhäuser Stadtrat Dieter Ullrich, Hasselroths Bürgermeister Uwe Scharf und Bodo mit Abwasserverbands-Mitarbeiter Zachary Pearce, der den Vierbeiner schon seit seiner Lehrzeit kennt und betreut.

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