Hasselroth: Neue Pläne für den Dorfweiher in Neuenhaßlau

Neuenhaßlau
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Der seit Jahren umstrittene Dorfweiher im Hasselrother Ortsteil Neuenhaßlau kann möglicherweise doch in seiner jetzigen Form erhalten bleiben. Bürgermeister Matthias Pfeifer (Soziale Wählergemeinschaft/SWG) legte in der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend überraschend neue Pläne vor, laut denen nur kleinere Aufschüttungen in zwei Kurvenbereichen notwendig wären. Wie vom Angelsportverein Hasselroth und einer Interessengemeinschaft von Beginn an gefordert, würden der Gemeinde so Kosten in Höhe von mindestens 300.000 Euro zu weiten Teilen erspart bleiben.

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Noch hängen die Banner in Neuenhaßlau, die mit der Aufschrift „Rettet den Dorfweiher“ die Erhaltung des kleinen Teiches fordern. Ein ganz anderes Banner am Rathaus hat Bürgermeister Pfeifer nach seinem Amtsantritt allerdings gleich abhängen lassen: Darauf war ein parkähnliches Gelände abgebildet, in dass der Dorfweiher umgewandelt werden sollte. Anlass waren befürchtete Hangrutschungen, deren Wahrscheinlichkeit aber über die Jahre hinweg mindestens genauso unklar blieb wie eventuelle Auswirkungen.

Kurzer Rückblick: Im November 2017 hatte die Gemeindevertretung mit den Stimmen von SPD, CDU und FDP beschlossen, dass Teile des Gewässers zugeschüttet werden sollen und an gleicher Stelle ein parkähnliches Gelände entstehen soll (wir berichteten). Bereits im April 2016 war ein von der Unteren Wasserbehörde des Main-Kinzig-Kreises beauftragtes Gutachten vorgelegt worden, laut dem aufgrund von möglichen Rutschbewegungen eine Hangsanierung notwendig wäre. Proteste der Bürgerbewegung blieben ungehört, es begann ein sehr emotionaler Schlagabtausch mit dem Rathaus.

Anstatt an einem „Runden Tisch“ (wir berichteten) trafen sich die Parteien vor Gericht, der Angelsportverein akzeptierte schließlich im Juli 2018 in einem Kompromiss die Umgestaltung (wir berichteten), ohne damit wirklich zufrieden zu sein. Nur die Interessengemeinschaft blieb stur, per Klage soll aktuell immer noch erreicht werden, dass in einem Bürgerbegehren über die Zukunft des Dorfweihers entschieden wird. Allerdings gibt es auch von dort nun Signale, dass die Klage zurückgezogen werden würde, wenn der jetzt vorliegende Plan umgesetzt wird. „Vertrauensvorschuss für die Gemeindevertreter“, nannte das am Donnerstag eine Vertreterin der IG. Endgültig entscheiden wollen die Gemeindevertreter über die neuen Pläne in ihrer September-Sitzung.

Zumindest Skepsis ist aber weiterhin zu hören: „Dauerhafte Nachsorge und eventuell ein Monitoring“, wären laut Andreas Franke (SPD) bei den jetzt vorgelegten Plänen notwendig. Er stimmte dennoch zu, drei aus seiner Fraktion enthielten sich. „Diese Variante ist etwas ganz anderes, was beschlossen und diskutiert wurde“, handelt es sich für Torsten Rösch (CDU) hierbei um keine vollumfängliche Lösung. Seine Fraktion war allerdings genauso wie FDP und SWG für die Weiterverfolgung des neuen Vorschlags, den Bürgermeister Pfeifer nun konkretisieren muss.

Seine besten Argumente: Anstatt der ankündigten 800 Lkw für die Verfüllung wären wohl deutlich weniger als 100 Ladungen notwendig, der Aushub könnte aus dem neuen Baugebiet in der Niedermittlauer Bahnhofssiedlung entnommen werden. Zudem müssten keine teuren Wasserstraßen über den Weiher gebaut werden, sondern die Befüllung an den beiden Seiten könnte über Privatgelände erfolgen. Die Kosten bezeichnete er als „vermutlich unter 100.000 Euro“ in einem Pressegespräch, das vor der Gemeindevertretersitzung geführt wurde. Zudem hat er die Zustimmung der Unteren Wasserbehörde, dass die neuen Pläne zumindest weiterverfolgt werden dürfen und so lange die von der übergeordneten Behörde beauftragte Hangsanierung nicht eingefordert wird.

Die neue Lösung für den Dorfweiher in Neuenhaßlau war bei zusätzlichen Bohrungen zum Vorschein gekommen, die in den vergangenen Monaten durchgeführt wurden. Demnach sind nur an drei Punkten private Grundstücke von Rutschungen bedroht, inzwischen wird dabei nicht mehr von Hängen, sondern von Böschungen gesprochen. Um diese zu schützen, sollen die vergleichsweise geringen Auffüllungen erfolgen. Berechnungen werden inzwischen anhand von Gleitkreisen durchgeführt, anstatt der kompletten Sanierung wird im Rathaus jetzt eine Risikobewertung favorisiert. Bedroht wäre dann überhaupt nur noch gemeindeeigenes Gelände. Und damit kein Personenschaden entsteht, soll ein Zaun um den Dorfweiher verhindern, dass Unbefugten der Zutritt gelingt. Direkt ans Gewässer dürften dann nur noch die Angler, die sich ihre kleines Domizil am Vereinsheim übrigens schon längst wieder zurückerobert haben. Seit geraumer Zeit wird nämlich bereits wieder geangelt - mit einer Sondergenehmigung aus dem Rathaus.

Foto: Bürgermeister Matthias Pfeifer (links) und Bauamtsleiter Matthias Rösch präsentierten die neuen Pläne für den Dorfweiher in Neuenhaßlau.

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