Hasselroth: Neue Sorgen um ärztliche Versorgung

Neuenhaßlau
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In der Gemeinde Hasselroth gibt es neue Sorgen um die Zukunft der ärztlichen Versorgung. In der Gemeinschaftspraxis Arora/Singh in Neuenhaßlau finden seit circa Ende Juni keine Behandlungen mehr statt, inzwischen ist sogar von einer dauerhaften Schließung die Rede. Für Dienstag ist ein Gespräch im Hasselrother Rathaus angesetzt, der Ausgang scheint momentan völlig offen.



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Vor fast genau zwei Jahren war die Welt noch in Ordnung: Mit den Ärzten Dr. Yogesh Arora und Dr. Sarabjeet Singh wurden die Nachfolger von Allgemeinmediziner Dr. Heinz Hauke vorgestellt, der sich nach über 30 Jahren in den Ruhestand verabschiedete. Nach einer jahrelangen Suche und Diskussionen über verschiedene Modelle schien eine zukunftsfähige Lösung gefunden. Die beiden Ärzte betreiben bereits Praxen in Freigericht-Neuses und Niederrodenbach und hatten Neuenhaßlau als dritten Standort in ihre Praxisgemeinschaft aufgenommen. Ein Modell, welches unter anderem auch das Unternehmen „Hausärzte MKK“ mit zahlreichen Praxen im Kreisgebiet oder eine Gemeinschaftspraxis in der Nachbargemeinde Gründau verfolgen.

„Das unternehmerische Risiko geht gegen null“, hatte Felix Lippold von der Kassenärztlichen Vereinigung bei der Vorstellung vor zwei Jahren im Hasselrother Rathaus erklärt, am 1. Oktober 2019 fand die Praxisübernahme statt. Mit Jahresbeginn 2020 wurde auch ein neuer Arzt gefunden, für den allerdings schon im Oktober 2020 eine Nachfolgerin präsentiert werden musste, weil dieser sich einer weiteren Fachausbildung widmen wollte. Aber auch die neue Ärztin hat Neuenhaßlau inzwischen verlassen, um eine Stelle in ihrem Wohnort im westlichen Main-Kinzig-Kreis anzunehmen. Seitdem findet keine ärztliche Versorgung mehr in der Praxis statt. Die Öffnungszeiten sind stark eingeschränkt, von Montag bis Donnerstag kümmert sich eine Mitarbeiterin von 8 bis 12 Uhr hauptsächliche um die Ausgabe von Rezepten. Wer einen ärztlichen Rat braucht, muss nach Neuses oder Niederrodenbach fahren. Eine Auskunft zur Zukunft der Praxis war von den Ärzten bislang nicht zu bekommen, eine E-Mail-Anfrage blieb unbeantwortet.

Das Problem in Neuenhaßlau: Auch der zweite Allgemeinmediziner Ernst Weingärtner hat bereits angekündigt, dass er in wenigen Jahren seine Praxis aufgeben will. Und hier ist die Nachfolgeregelung ebenfalls völlig ungewiss. Über ein Ärztehaus, für das Mediziner mit besseren Arbeitsbedingungen angelockt werden sollen, wird in Hasselroth schon länger ergebnislos diskutiert. Für die Übernahme des wirtschaftlichen Risikos durch die Gemeinde über eine Anstalt öffentlichen Rechts oder kommunale GmbH fand sich keine politische Mehrheit.

Bürgermeister Matthias Pfeifer (Soziale Wählergemeinschaft) ist die Unzufriedenheit in der Gemeinde über die nicht besetzte Arztpraxis nicht verborgen geblieben: „Natürlich wurde ich auch schon angesprochen“, soll nun das Gespräch am Dienstag mit der Praxisgemeinschaft Aurora/Singh für Klarheit sorgen.


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