Emerson in Hasselroth: Kühler Empfang für Konzernspitze aus USA

Neuenhaßlau
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Als die Konzernleitung der „Emerson Process Management GmbH“ am Montagnachmittag mit Taxis auf dem Parkplatz am Standort in Neuenhaßlau vorfuhr, war der Empfang ziemlich frostig. Viele der 70 MitarbeiterInnen hatte die Gleitzeit genutzt und ihren Arbeitsplatz vorzeitig geräumt, hinterlassen hatten sie Fotos ihrer Familien und Hinweise auf ihre teils jahrzehntelange Betriebsangehörigkeit. Geht es nach der Konzernspitze in den USA, wird diese in knapp eineinhalb Jahren enden: Der Standort in Neuenhaßlau des Spezialisten für Analysemesstechnik soll zum 31. März 2023 geschlossen werden.

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Der Betriebsrundgang fiel ohne die anwesenden MitarbeiterInnen daher vermutlich auch wenig informativ aus, die Gespräche am Dienstagvormittag waren laut Betriebsrat da zumindest etwas aufschlussreicher. Um den Druck auf die Gäste aus Amerika zu erhöhen, hatte die IG Metall parallel zu einer weiteren Protestaktion vor dem Standort in Neuenhaßlau aufgerufen. Eine Lösung wurde den seit neun Monaten von Existenzangst geplagten MitarbeiterInnen zwar noch nicht präsentiert, aber immerhin ist das gemeinsam mit der IG Metall ausgearbeitete Alternativkonzept jetzt auch der Konzernspitze bekannt. Ob diese laut Gewerkschaft wirtschaftlich tragfähigen Pläne für Neuenhaßlau auf Wohlwollen stoßen, muss aber abgewartet werden.

„Wenn es schon nicht gut ausgeht, muss es wenigstens teuer werden“, nahm Hasselroths Bürgermeister Matthias Pfeifer (Soziale Wählergemeinschaft) daher die Devise auf, die auch die IG Metall bereits für die Verhandlungen angekündigt hatte. Als „unanständig“ bezeichnete es die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (SPD), dass sich die Konzernspitze erst Monate nach der Schließungsankündigung in Hasselroth blicken ließ. Für den SPD-Bundestagsabgeordneten Lennard Oehl bleibt es unverständlich, dass das Unternehmen zukünftig auf die Erfahrung aus insgesamt 1.313 Jahren Betriebszugehörigkeit der circa 70 MitarbeiterInnen verzichten will. Der CDU-Landtagsabgeordnete Max Schad wiederum versprach, dass sich die politischen Verantwortlichen im Main-Kinzig-Kreis weiter parteiübergreifend für die Jobs bei Emerson einsetzen werden, während der aus Hasselroth stammende Alexander Kuhne, der für „DIE LINKE“ für den Bundestag kandidiert“, es ganz direkt ausdrückte: „Ich will, dass diese Arbeitsplätze in meinem Kaff erhalten bleiben.“

Die Gespräche zwischen Konzernleitung, Betriebsrat und Gewerkschaft sind zunächst für drei Tage angesetzt, bislang wurde vom Management ein Abweichen von den bisherigen Plänen ausgeschlossen. IG Metall geht allerdings davon aus, dass die Führungsspitze in Deutschland darüber nicht zu entscheiden hat und hofft nun, in direkten Verhandlungen mit der Konzernleitung aus den USA doch noch die Wende schaffen zu können. Sollte dies nicht möglich sein, sollen zumindest hohe Abfindungen für die MitarbeiterInnen ausgehandelt werden.



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