Grünlandpflege im Feuchtgebiet Herrenbruch

Neuenhaßlau

Noch hat der Frost das Feuchtgebiet Herrenbruch fest im Griff. Doch schon zu Anfang des Jahres traf die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA e.V.) Vorbereitungen für die Brut- und Beweidungssaison 2026.

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„Das Feuchtgebiet Hasselroth liegt mitten im Landschaftsschutzgebiet Auenverbund Kinzig. Ein Zweck der Unterschutzstellung ist der Erhalt von Lebensstätten und Lebensräumen auen- und fließgewässer­gebundener Tier- und Pflanzenarten. Dazu gehören im unteren Kinzigtal vor allem wiesenbrütende Vogelarten wie der Kiebitz, die Bekassine und auch das Braunkehlchen.“, berichtet GNA-Biologin Susanne Hufmann.

Maßnahmen für die Artenvielfalt. Um den stark gefährdeten Vögeln ein Überleben in der von Siedlungsbau und Landwirtschaft geprägten Flusslandschaft zu sichern, initiiert die GNA schon seit 2004 immer wieder Projekte in Hasselroth. Heute bietet das wertvolle Feuchtgebiet mit Auewiesen, Tümpeln, Flutmulden und Röhrichten einer Vielzahl von Wasser- und Wiesenvögeln sowie Amphibien und Insekten einen abwechslungsreichen Lebensraum. So war das Feuchtgebiet bisher auch als einer der letzten Kiebitz-Brutplätze im Main-Kinzig-Kreis bekannt.

Wiesenbrüter erkennen. Der Kiebitz fällt durch eine Federhaube auf dem Kopf, spektakuläre Balzflüge und laute Rufe auf, während die in Hessen „vom Aussterben bedrohte“ Bekassine gut an ihrem langen Schnabel zu erkennen ist und am liebsten auf feuchten Wiesen brütet. Das Braunkehlchen ist ein seltener Singvogel mit orangefarbener Brust, der ebenfalls auf offenen Wiesen brütet.

Refugium für Kiebitz & Co. Zuletzt legten die Naturschützer - in enger Kooperation mit der Gemeinde Hasselroth - auf einer 3 Hektar großen Grünlandfläche einen Ringgraben als Schutz gegen Land-Beu­tegreifer an, wandelten auf einer Länge von 500 Metern einen Graben in ein Feuchtbiotop um und ermöglichten durch den Einbau eines Bohlenwehrs endlich ein vernünftiges Wassermanagement. Hufmann ist davon überzeugt, dass sich dieses in Zeiten des Klimawandels sowohl für die Landwirt­schaft als auch für den Artenschutz noch als Segen erweisen wird, denn nur so könne das Wasser in der Aue länger gehalten werden.

Landschaftspflege im Winter. Um die Grünlandflächen für die Vogelbrutsaison im Frühjahr vorzube­reiten und von Binsen und aufkommenden Gehölzen zu befreien, mähte der bewirtschaftende Land­wirt - in Absprache mit der GNA - „zwischen den Jahren“ insgesamt 4,5 Hektar Grünland. Die jetzt of­fenen, braun-nassen Wiesen sind ideale Nahrungsflächen während der Zugzeit, eignen sich aber auch bestens für die Brutplatzsuche im zeitigen Frühjahr.

Beweidung im Sommer. Das gesamte Gebiet wird langfristig mit Rindern in Mutterkuhhaltung bewei­det. Das verhindert die Verbuschung, schafft sehr unterschiedliche Vegetationsstrukturen und zusätz­liche Lebensräume für Insekten und Amphibien. Die Übergänge zwischen den Beweidungsflächen sind heute schon vorhanden. Dazu ließ die GNA insgesamt drei Furten anlegen.

Biologische Vielfalt retten. Die GNA ist eine gemeinnützige und unabhängige Naturschutzorganisa­tion, die Spendenbescheinigungen ausstellen darf. Spenden für den Natur- und Artenschutz sind wich­tig, um die letzten Naturparadiese im Main-Kinzig-Kreis zu erhalten. Das GNA-Spendenkonto bei der Raiffeisenbank Rodenbach hat die IBAN DE75 5066 3699 0001 0708 00. Projektnachrichten, Bilder von Aktionen, Veranstaltungen und Informationen zu aktuellen Baustellen sind unter www.gna-aue.de zu finden. Immer gut informiert ist man mit dem GNA Newsletter. Der kommt per E-Mail, kann kostenfrei abonniert und jederzeit abbestellt werden. Anmeldung über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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