Wolfgang Kootz: Vom Schlitzeklopper zum Programmierer

Langenselbold

Das Elektrohandwerk hat sich im Laufe der Jahre so gewandelt wie kaum ein anderes. Einer, der dies bezeugen kann, ist Wolfgang Kootz.

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39 Jahre lang war der Langenselbolder  Ausbildungsleiter  bei der Kreishandwerkerschaft Hanau. Zum 1. Januar dieses Jahres ist Kootz nun offiziell  in Rente gegangen. Doch so richtig losgelassen hat er von seinem Job noch immer nicht. Noch bis Mai ist der 65-Jährige weiterhin  tageweise in seinem Büro anzutreffen, um seinen Nachfolger Holger Greis einzuarbeiten.

Im Rahmen einer Verabschiedungsfeier  würdigten Kreishandwerksmeister Martin Gutmann, KH-Geschäftsführer Axel Hilfenhaus sowie  der Obermeister der Elektroinnung Walter Ebert, die Dienste ihres scheidenden Ausbildungsmeisters. Mehrere Generationen von Handwerkern hat Kootz während seiner Schaffenszeit ausgebildet. Bei der Firma Karges in Ronneburg sowie der Firma Weber in Birstein waren es sogar Vater und Sohn. Bei seiner Verabschiedung rechnete er grob zusammen, dass es im Laufe seines Berufslebens wohl zwischen 2500 und 3000 Lehrlinge gewesen sein müssen, die von ihm ihr Rüstzeug  für den Beruf bekommen haben. „Meine Lebensgefährtin beklagt sich manchmal, dass man mit mir nirgends  wohin gehen könne, weil ich immer auf Ehemalige treffe“, erzählte er einer schmunzelnden Zuhörerschaft.

Doch waren es nicht nur  Lehrlinge,  die von Wolfgang Kootz ausgebildet wurden, auch Gesellen und Meister wurden von dem Ausbildungsmeister geschult. Dies setzte natürlich voraus, dass Kootz sich selbst immer wieder auf den aktuellen Stand des Berufes brachte und  die neuen Herausforderungen in der Branche  zuerst annahm. In den vergangenen zehn Jahren stellte er seine Expertise auch im Prüfungsausschuss der Handwerkskammer Wiesbaden unter Beweis. Das Berufsbild und die Anforderungen hätten sich im Laufe der Zeit enorm geändert, bilanziert er.  Ein Satz umschreibe diesen Wandel treffend:  „Weg vom Schlitzeklopper, hin zum Programmierer.“  Dem entsprechend schwer sei es auch geworden, gute und qualifizierte Fachkräfte zu finden.

Stellt man Kootz die Frage, was ihm bei seiner Tätigkeit am meisten gefallen habe, muss er nicht lange nachdenken: „Es war schön zu sehen, wie sich die jungen Menschen im Laufe der Ausbildung weiterentwickelt haben.“ Junge Stifte seien zu erfahrenen Elektrikern herangewachsen, einige hätten auch den Sprung an die Uni gemeistert. „Manch einer sei  heute in einer gehobenen Stellung bei renommierten Unternehmen, freut sich der Selbolder, der nun voller Vorfreude  in die Rente geht. Langweilen werde er sich nicht, ist sich Kootz sicher. Zunächst einmal möchte er  mit seiner Lebensgefährtin zum Nordkap fahren. „Ich habe immer davon geträumt, einmal die Sonne am Horizont wandern zu sehen, ohne dass sie untergeht“.

Vor allem aber will er weiter viel Sport treiben: Laufen, Tennis spielen, eben alles das weiter tun, was ihn auch während seiner Arbeit stets ein wichtiger Ausgleich war. Und dann und wann wird er bestimmt auch mal wieder in Hanau bei der Kreishandwerkerschaft vorbeischauen. Schließlich hat er dort den größten  Teil seines Lebens  verbracht.

Foto (von links): KHM Martin Gutmann, Lebensgefährtin und Herr Wolfgang Kootz, OM Walter Ebert, GF Axel Hilfenhaus, stv. OM Manfred Köhler.


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