Mehr Praxis in der Schulbildung gefordert

Langenselbold
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"Neue Arbeitswelt - Wie lernt man Zukunft?" Mit dieser Frage beschäftigten sich in der vergangenen Woche interessierte Besucherinnen und Besucher im Rahmen eines gemeinsamen Themenabends der Jungen Union (JU) und der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) in der Langenselbolder Klosterberghalle.

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Neben Fragen zur aktuellen Situation der Bildungspolitik und zur Zukunft des Lernens und Arbeitens, kamen auch zahlreiche Anliegen aus den Reihen des Publikums. Für den Themenabend wurden verschiedene Schwerpunkte zur Diskussion gestellt, darunter die Qualität im Schulunterricht, Schulexperimente und Ihre Folgen, die Zukunftsaussichten für Handwerker und Studenten sowie die Frage wie man politisch ein lebenslanges Lernen steuern und gestalten soll.

Um die Themen von verschiedenen Seiten betrachtet zu können und um einen möglichst weiten und umfassenden Blick auf die kommenden Herausforderungen zu erhalten legte man bereits bei der Zusammenstellung der Podiumsteilnehmer einen hohen Wert darauf sowohl Lernende wie auch Lehrende aus verschiedenen Generationen zu Wort kommen zu lassen. Als jüngster Teilnehmer stand der Schüler Florian Gibbe (17) Rede und Antwort, die gelernte Köchin und Studentin Katharina Groß (32) schilderte Ihre Erfahrungen zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen entschuldigte Landtagsabgeordnete a.D. Hugo Klein wurde auf dem Podium durch den Stv. Schulleiter der zentralen Ausbildungsstätte des DRK Frankfurt, Prinz Philipp von Isenburg (42) vertreten. Die Goethe Universität in Frankfurt wurde von Frau Monika Duderstadt, Studiendekanatsleiterin im Fachbereich Medizin repräsentiert. Das Handwerk goldenen Boden hat und man nicht zum Studium verpflichtet ist, um ein erfülltes Leben zu haben, berichtete Handwerksmeister Volker Rode (56) aus Gelnhausen.

In der Diskussion zeigte sich schnell, dass die oft als „Digitalisierung“ verniedlichte industrielle Revolution der Gegenwart und Zukunft vor keiner Generation und keinem Bildungs- und Arbeitssektor halt macht. Aus diesem Grund waren sich alle Teilnehmer auf dem Podium schnell einig, dass sich kein Bundesland einen Stillstand in Bildungsfragen erlauben kann. Eine zentrale Frage des Abends war der Stellenwert von Studium oder Handwerksausbildung im Alltag. Hierzu erklärte Volker Rode, dass ein Studium nicht die Lösung für alle Herausforderungen im Leben sein kann. „Das Abitur ist heute nicht mehr der alleinige Garant für ein erfolgreiches Berufsleben. Oftmals schadet es nicht vor dem Studium eine Ausbildung zu absolvieren, viele Lehrlinge nutzen heut zu Tage auch den Weg ins Studium über eine handwerkliche Meisterprüfung“, berichtet Rode.

Neben der Frage, Studium oder Ausbildung müssen sich Schüler heute ebenfalls schneller an neue Entwicklungen anpassen als jemals zuvor. „Ein flächendeckender verpflichtender Informatikunterricht an Schulen, sowie eine bessere Ausrichtung auf Zukunftsthemen wäre wünschenswert, um Deutschland Zukunftsfest zu machen“, erklärt Florian Gibbe. Neben einer stärkeren Ausrichtung auf Zukunftsthemen stand für die Podiumsteilnehmer auch fest, dass mehr Alltagswissen und Praxiserfahrung in den Schulunterricht einhalten muss. „Wir brauchen weiterhin alle aktuellen Fächer unserer Schullandschaft, damit ein fundiertes Basiswissen der Schülerinnen und Schüler auch in Zukunft sichergestellt wird, aber es sollte eine frühere Spezialisierung auf bestimmte Lernfelder ermöglicht werden.“ forderte Monika Duderstadt. „Wir legen an unserer Schule viel wert darauf, dass Unterrichtsstoff verstanden und nicht nur wiedergegeben wird, zudem haben wir ein besonderes Augenmerk auf die Vermittlung von Kompetenzen“ berichtete Philipp von Isenburg aus dem Schulalltag. Auch die Frage nach der umstrittenen Abschaffung von Schulnoten war Teil der Diskussion. „Als Studenten für berufliches Lehramt haben wir dieses Thema auch an der Universität diskutiert, einer generellen Abschaffung steht man kritisch gegenüber auch mit Blick auf die internationale Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen, in den Nebenfächern oder an Förderschulen macht dieser Schritt unter Umständen aber Sinn“ berichtet Katharina Groß.

Abschließend steht fest, dass das Thema Bildung und Arbeit für die Menschen aller Generationen auch in Zukunft von zentraler Bedeutung bleiben wird. „Wir haben im Vorfeld der Veranstaltung und aus dem Publikum viel Lob und Zuspruch für die Themenauswahl erhalten. Der Themenabend hat uns weitere Impulse gegeben, welche wir in den kommenden Monaten weiterverfolgen werden um unseren Gästen und weiteren interessierten Bürgerinnen und Bürgern eine Rückkopplung zu den Diskussionspunkten zu ermöglichen“ erklärt MIT Stadtverbandsvorsitzender Patrick Heck abschließend und stellt zugleich weitere öffentliche Veranstaltungen und Gespräche zum Themenkomplex „Bildung und Arbeit“ seitens der MIT und der JU in Aussicht.

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