Ottmann bei MIT: Bildung und Arbeit ist Kernaufgabe

Langenselbold
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Seit einigen Monaten beschäftigen sich die Langenselbolder Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) sowie die Junge Union (JU) mit dem Themenkomplex „Bildung und Arbeit“.

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Nach der öffentlichen Podiumsdiskussion unter dem Titel „Neue Arbeitswelt - Wie lernt man Zukunft“ stand nun ein Fachgespräch mit dem Kreisbeigeordneten und Schuldezernenten des Main-Kinzig-Kreises, Winfried Ottmann (CDU), auf dem Programm.

In den letzten Wochen hatte der Vorstand der MIT Langenselbold die Podiumsdiskussion und die Beratungsergebnisse ausgewertet und in einem Thesen-Katalog zusammengefasst. Anhand des Kataloges diskutierten die Langenselbolder Politiker mit Winfried Ottmann die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen für die Arbeits- und Schulwelt.

„Es ist uns wichtig, dass unsere Schülerinnen und Schüler im Schulalltag zuallererst die notwendigen schulischen Grundkenntnisse erlernen. Erst danach sollte es um IT-Kenntnisse gehen. Aktuell arbeiten wir daran, unsere Schulen im Kreisgebiet beim Thema Digitalisierung zügig voran zu bringen. Ziel ist es, dass die Schulen im gesamten Main-Kinzig-Kreis eine einheitliche IT-Infrastruktur und digitale Lernmittel erhalten“ berichtet Ottmann einleitend, damit an allen Schulstandorten mit der gleichen Geräteausstattung Unterricht gehalten werden kann, der auch den Wechsel der Schülerinnen und Schüler als auch der Lehrerinnen und Lehrer von einer Schule zur anderen nicht durch unterschiedliche Technik behindert wird Von Ottmanns neuer Strategie profitiert auch die Langenselbolder Käthe-Kollwitz-Schule, welche zu den drei Schulen gehört, die als Pilotschulden mit vom Main-Kinzig-Kreis beschaffter Technik ausgestattet wurden um Erfahrungen mit der neuen Technik zu sammeln und diese Erkenntnisse anderen Schulen zur Verfügung zu stellen. Für seine Initiative erhielt Ottmann reichlich Lob von CDU Bürgermeisterkandidat Tobias Dillmann, der seinerseits beruflich am Digitalisierungsprozess der DEKA-Bank in Frankfurt mitwirkt und auch für Langenselbold neue Ideen im Bereich Digitalisierung und Bürgerservice umsetzen möchte.

Den Mittelständlern war es wichtig, dass mit der neuen Technik sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrerinnen und Lehrer vertraut gemacht werden. „Wir brauchen nicht nur die neue Technik, sondern auch Lehrer und Schüler, die damit etwas anfangen können. Ein Tablet-PC allein liefert noch keinen Wissenszuwachs“ betont Andrea Fuchs von der MIT. Diese Position sieht der Kreisdezernent als berechtigt an. „Es muss der Grundsatz gelten: Die Technik folgt der Pädagogik. Durch die Bildungspartner des MKK werden im September bereits an Wochenenden erste Fortbildungen für Lehrer im Bereich Digitalisierung und IT angeboten und auch durch die Lehrerschaft angenommen“ erklärt Ottmann.

Ein weiterer Punkt, der im Thesen-Katalog Berücksichtigung fand, war die Forderung, das Fach Informatik zu einem Pflichtfach auszuweiten. Ottmann betonte in diesem Zusammenhang, dass es zukünftig erforderlich sein wird, den Schülerinnen und Schülern die Themen „Digitalisierung, Datenschutz und Kommunikation“ auch pädagogisch näher zu bringen. Ob dies in einem Pflichtfach oder einer freiwilligen Unterrichtseinheit erfolgt, wäre dabei zu diskutieren.

Als weiterer Themenschwerpunkt wurde die berufliche Ausbildung diskutiert. „Ein erster Baustein, um den Wert einer guten Ausbildungsstätte zu unterstreichen, könnte in einer jährlichen Ehrung und Auszeichnung der besten Ausbildungsbetriebe im Main-Kinzig-Kreis bestehen“ brachte MIT Kreisvorsitzender Volker Rode in die Debatte ein. Eine Idee der Kreisdezernent Ottmann positiv gegenüber steht, denn die organisatorische und finanzielle Leistung, den die Ausbildungsstätten im Rahmen der Fachkräfteausbildung erbringen, wird auch heute noch unterschätzt. „Ohne qualifizierte und motivierte Ausbildungsbetriebe in unserer Region ist dem Fachkräftemangel nicht beizukommen.

„Wir sind uns darin einig, dass die Arbeitswelt der Zukunft im Kern eine moderne Bildungs-und Arbeitspolitik benötigt, die praxisnah und qualitativ hochwertig gestaltet wird. In den nächsten Monaten werben wir als Politiker von MIT, JU und CDU für unseren neuen Thesen-Katalog. Zudem sind weitere Gespräche unter anderem mit dem staatlichen Schulamt und dem hessischen Bildungsministerium geplant“ so Stadtverbandsvorsitzender Patrick Heck abschließend.

Thesen-Katalog der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung Langenselbold (MIT) zur Veranstaltung „Tischgespräch“ am 1.7.2019 im Ysenburger Hof, Langenselbold (im Wortlaut):

1) Wir fordern eine zielgerichtete, bildungspolitische Strategie zur Bewältigung der Herausforderungen im digitalen Zeitalter.
2) Wir stellen fest, dass die bloße Bereitstellung von Finanzmittel und digitaler Hard- und Software allein noch keine Bildungsfragen löst.
3) „Informatik und Digitalisierung“ müssen ein für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtender Teil der Schulausbildung werden. Hierfür schlagen wir vor, Informatik zu einem Pflichtfach auszuweiten. Die jährliche Fortbildung der Lehrerschaft in diesem Themenfeld ist unerlässlich.
4) Das Fächerangebot an hessischen Schulen ist umfangreich, und soll es auch bleiben. Einer Abschaffung von Schulnoten in Hauptfächern widersprechen wir. Der Verzicht auf eine starre Benotung in talent- geprägten Nebenfächern ist zu prüfen.
5) Wir fordern eine umfangreichere Vermittlung von Praxis- und Alltagswissen (gesellschaftliches Wissen) im Schulunterricht. Dies entbindet das Elternhaus in keinem Fall von dem Erziehungsauftrag. Eine Schule ist und bleibt eine Bildungseinrichtung und keine Erziehungseinrichtung. Eltern haben eine Verantwortung gegenüber ihren Kindern und der Gesellschaft.
6) Integration, Inklusion und Schulexperimente dürfen den Unterrichtsfortschrift der Schülerinnen und Schüler nicht gefährden.
7) Zur Sicherstellung der Unterrichtsqualität plädieren wir für die Einführung von unterjährig, regelmäßigen Peer-Review Kontrollen der Lehrerschaft.
8) Wir sehen in der Möglichkeit eines Online- / E-Studiums, in dafür geeigneten Fächern, eine gute Chance der Landflucht junger Menschen entgegen zu wirken, und die Gesamtkosten eines Studiums für Studierende nachhaltig zu senken. Vorab gilt es die Studiengänge auf ihre Tauglichkeit für ein online Studium hin zu überprüfen.
9) Wir fordern die Politik auf Konzepte zu entwickeln wie ein Angebot für eine „berufliche Qualifizierung“ in den Betrieben steuerlich gefördert werden kann. Hierzu empfehlen wir insbesondere die Betriebe steuerlich zu entlasten, in denen eine Qualifizierung der Belegschaft erfolgt, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen.

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