Langenselbold: Feuerwehr wählt Stadtbrandinspektor Markus Mohn ab

Langenselbold
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Unter ganz neuen Umständen fand die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Langenselbold am Freitagabend erstmals in der Klosterberghalle statt. Anstatt des gewohnt umfangreichen und gemütlichen Abends im Feuerwehrhaus, sah das eigens für die Veranstaltung geschriebene Hygienekonzept diesmal eine spartanische Versammlung mit Abstand, Masken und zusammengekürzter Tagesordnung vor.

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Da in diesem Jahr die turnusmäßigen Wahlen der Stadtbrandinspektion und des Feuerwehrausschusses anstanden, war es der Feuerwehr ein Anliegen, die Jahreshauptversammlung trotz Corona zeitnah durchzuführen. Das hierzu erarbeitete und vom Gesundheitsamt genehmigte Hygienekonzept sah vor, dass sich die Tagesordnung neben den erforderlichen Formalitäten auf die Wahlen beschränkte.

Der Jahresbericht wurde vorab an die Feuerwehrangehörigen verteilt und die Teilnehmerzahl trotz des Ausweichens in die deutlich größere Klosterberghalle streng limitiert. Alle Anwesenden saßen einzeln mit entsprechendem Abstand in der Halle verteilt. Neben den Mitgliedern der Einsatzabteilung und der Alters- und Ehrenabteilung fand nur noch der stellvertretende Kreisbrandinspektor Christian Hinrichs als Vertreter des Brandschutzaufsichtsdienstes des Main-Kinzig-Kreises den Weg in die Klosterberghalle. Sowohl Bürgermeister Timo Greuel (SPD) als auch Erster Stadtrat Benjamin Schaaf ließen sich nach einem Corona-Fall im Rathaus entschuldigen. Nach einer kurzen Begrüßung der 65 anwesenden Aktiven der Wehr und einer Handvoll an Vertretern der Alters- und Ehrenabteilung wurde zunächst das Protokoll der letztjährigen Sitzung bestätigt, ehe auch schon die Wahl des Stradtbrandinspektors anstand.

Da sich kein Gegenkandidat finden ließ, oblag es der Versammlung über eine Fortführung der Amtsgeschäfte durch den bisherigen Stadtbrandinspektor Markus Mohn zu entscheiden. Nach Auszählung der Stimmzettel stand fest, dass Mohn mit 42,86 prozentiger Zustimmung nicht als Stadtbrandinspektor bestätigt wurde. Die Feuerwehr wird nun eine Nachfolgelösung suchen, welche dann in einer weiteren Hauptversammlung zur Wahl steht. Auch bei der zweiten Abstimmung des Abends stand ausschließlich der Amtsinhaber, stellvertretender Stadtbrandinspektor Andreas Clement, zur Wahl. Er wurde mit 56,67 prozentiger Zustimmung im Amt bestätigt. Bei der anschließenden Wahl von drei Vertretern der Einsatzabteilung im Feuerwehrausschuss wurden aus neun Kandidaten Marco Knapp, Patrick Stein und Andreas Mohn von der Versammlung auserkoren. Als Delegierte wurden Marie Matzanke und Jonas Vogel in offener Abstimmung einstimmig bestätigt.

Für den emotionalsten Moment des Abends sorgte schließlich die Wahl des Vertreters der Alters- und Ehrenabteilung. Der bisherige "Chef" der Alters- und Ehrenabteilung, Erwin Koog, entschied sich nach fast fünfzigjähriger Führungs- und Vorstandsarbeit und nahezu 65-jähriger Mitgliedschaft in der Selbolder Feuerwehr, seinen Platz für jüngere Generationen frei zu machen und stellte sich nicht erneut zur Wahl. Einstimmig wurde Uwe Mihm als sein Nachfolger gewählt. Mit Erwin Koogs Ausscheiden aus dem Feuerwehrausschuss ging eine Ära zu Ende, die von Andreas Clement mit Worten des Respekts und der Dankbarkeit skizziert wurde. Bei der Anschließenden Überreichung eines Fresskorbs machte Clement deutlich, dass er gerne einen würdigeren Rahmen für die Verabschiedung gefunden hätte, was jedoch aufgrund von Corona bislang verwehrt blieb. Erwin Koog ließ es sich dennoch nicht nehmen, sichtlich gerührt, ein paar Worte an die Versammlung zu sprechen. Auch er skizzierte markante Wegmarken seiner Laufbahn und dankte der Versammlung. Zugleich rief er zum Zusammenhalt auf und verabschiedete sich aus seinem Amt, nicht ohne dabei klarzustellen, dass er der Feuerwehr natürlich trotzdem auch ohne Funktion treu bleiben wird.

Aus dem Jahresbericht für das Jahr 2020 geht hervor, dass die Arbeitsbelastung für die Ehrenamtlichen auch zur Pandemiezeit ungebrochen hoch bleibt. So wurden 9193 dokumentierte Stunden ehrenamtlich geleistet. Der tatsächliche Zeitaufwand dürfte sogar deutlich höher liegen. Besonders erfreulich ist hierbei, dass es bisher gelang, mit einem Hygienekonzept und Disziplin der Feuerwehrangehörigen, keinen Corona-Fall in den Reihen der Feuerwehr zu haben, der mit dem Feuerwehrdienst zusammenhängt. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 191 Einsätze bewältigt, wobei zehn Personen durch die Feuerwehr gerettet werden konnten. Rund ein Viertel der Einsätze waren Fehlalarme. Besonders hervorzuheben ist weiterhin die Ausbildung der Feuerwehrangehörigen. Diese nimmt einen großen Anteil der geleisteten Stunden ein. Trotz einer Corona-Pause im Frühjahr wurden 92 Ausbildungsveranstaltungen vorbereitet und abgeleistet. Hierbei stellte zudem das Angebot von pandemiebedingter Kleinstgruppenausbildung einen Mehraufwand dar. So wurden teilweise bis zu sechs verschiedene Ausbildungsangebote an einem Abend gemacht.

Auch die Online-Ausbildung wurde erstmalig implementiert und stieß ebenfalls auf positive Rückmeldung. Zudem wurde die Technische Einsatzleitung, kurz TEL, in 2020 auf komplett neue Beine gestellt. So wurde das bestehende Konzept komplett überarbeitet und die TEL nach den erforderlichen Schulungen personell neu besetzt. Eine erste Belastungsprobe für die TEL gab es schließlich Ende Januar bei zwei Hochwasserereignissen in der Gründaustadt. Über die interne Ausbildung hinaus engagierten sich auch im Jahr 2020 wieder viele Feuerwehrleute bei Lehrgängen auf Kreis- und Landesebene. Besonders erfreulich ist, dass insgesamt sechs Nachwuchsfeuerwehrleute ihren Grundausbildungslehrgang in 2020 absolvieren konnten. Zum Jahreswechsel zählte die aktive Wehr 77 Mitglieder. Neben zwei Übernahmen aus der Jugendfeuerwehr und zwei Neumitgliedern, die als Quereinsteiger in die Reihen der Feuerwehr traten, schieden sieben Feuerwehrangehörige auf eigenen Wunsch aus der Einsatzabteilung aus. Eine Person wurde in die Alters- und Ehrenabteilung übernommen, die somit 25 Angehörige hat. Bei der Jugendfeuerwehr wirkte sich die Corona-Pandemie besonders deutlich aus. Hier verließen 18 Kinder und Jugendliche die Abteilung, nur zwei kamen hinzu. Zum Stichtag zählt der Feuerwehrnachwuchs 42 Mitglieder. Die anstehenden Beförderungen werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

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