Strandbad Kinzigsee: Peinlich ist etwas anderes

Langenselbold

„Das Thema „Attraktivitätssteigerung des Strandbades Kinzigsee“ ist beileibe kein Neues.

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Seit vielen Jahren werden von unterschiedlichen Parteien Ideen und Vorschläge in die städtischen Gremien eingebracht, wie das für die ganze Region interessante Freizeit- und Erholungsziel im Rhein-Main-Gebiet noch attraktiver gestaltet werden kann“, nimmt Bernd Kaltschnee, Ortsvereinsvorsitzender der SPD-Langenselbold und Bürgermeisterkandidat der Sozialdemokraten, zu den jüngsten Vorwürfen der Rathausspitze Stellung.

Neu sei allerdings die Diskussion um eine mögliche Verpachtung des Geländes an einen privaten Betreiber und zwar des kompletten Areals: dem Kinzigsee, samt Strandbad, dem Eingangsbereich mit Kassenhäuschen sowie den umfangreichen Parkflächen rund um das Strandbad. Diese Gedankenspiele seien vordergründig der Tatsache geschuldet, dass die Stadt Langenselbold völlig überschuldet sei und jede zusätzliche Einnahmequelle zum Abtrag des enormen Schuldenbergs zumindest geprüft werden müsse. Daher habe die SPD Langenselbold eine mögliche Verpachtung des für unsere Heimatstadt so wichtigen Naherholungsgebietes bisher nicht grundsätzlich abgelehnt, stehe einem solchen Ansinnen aber zurückhaltend gegenüber.

„Eine Verpachtung des Kinzigsees und des umliegenden Geländes steht für uns überhaupt nur zur Debatte, wenn der dadurch zu erzielende Ertrag für die Stadt dies rechtfertigt. Der private Betreiber des Campingplatzes hat bereits vor Kurzem zusätzliches Gelände rund um das Campingplatzareal „für´n Appel und ´n Ei“ von der Stadt angekauft. Wir hatten uns gegen einen Verkauf ausgesprochen. Der so erzielte Verkaufspreis war völlig indiskutabel.“, führt Kaltschnee aus.

Zurückliegend hatte Jörg Muth (CDU), dessen Amtszeit als Bürgermeister im Mai nächsten Jahres endet, nun alle Parteien im Parlament aufgefordert, Vorschläge zu äußern, wie das Gelände des Strandbads mit Blick auf eine mögliche Verpachtung noch aufgewertet werden könnte. „Er bezeichnete es am vergangenen Montag in der Stadtverordnetenversammlung als „peinlich“, dass von den Oppositionsparteien hierzu keine Vorschläge gekommen seien und nur die CDU solche gegenüber der Verwaltung geäußert hätte.“, berichtet Kaltschnee und stellt in einer ersten Reaktion fest: „Das schlägt dem Fass den Boden aus“.

Unverschämt werde es, wenn man die vorgelegten Vorschläge der CDU im Einzelnen betrachte. Viele davon hätten zuletzt schon Ende 2009 im Parlament zur Debatte gestanden und seien gerade von der CDU und dem Bürgermeister vehement abgelehnt worden.

„Unnötig zu erwähnen, dass dies damals allesamt SPD-Initiativen waren. Die waren und sind ja per se eher suspekt.“, stellt Kaltschnee bissig fest. Sei es die Verbesserung der sanitären Anlagen und die Installierung einer (kostenpflichtigen) Warmwasserdusche oder die Verbesserung der Außenbewirtschaftung. Auch die Installierung einer Lautsprecheranlage (seit Jahren mehr als überfällig und dringend notwendig), zusätzliche Toiletten im FKK Bereich (inzwischen realisiert) und zusätzliche, Schatten spendende Bäume hätten die Sozialdemokraten schon vor Jahren auf´s Tableau gebracht. Diese Liste lasse sich noch fortsetzen.

„Das Gros dieser guten Vorschläge wurde schlichtweg nicht realisiert.“, stellt Kaltschnee fest und wendet sich direkt an den Bürgermeister: „Sie sehen, Ihre Vorwürfe in Richtung Opposition sind völlig haltlos. Ich empfehle Ihnen, bei Bewertungen und öffentlichen Schuldzuweisungen im Rahmen Ihrer Mitteilungen an die Stadtverordnetenversammlung künftig mehr Zurückhaltung zu üben.“

Es sei mithin geradezu unredlich, der Opposition an dieser Stelle wider besseren Wissens Untätigkeit vorzuwerfen. „Denn letztlich können die Vorschläge und Ideen der SPD von damals nicht so schlecht gewesen sein. Denn sonst hätte die CDU diese – wenn an der einen oder anderen Stelle vielleicht auch marginal verändert – jetzt nicht als ihre eigenen verkauft“, so Bernd Kaltschnee abschließend.


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