Kita-Personalnot: SPD lehnt Öffentlichkeit und Zusammensetzung der neuen Arbeitsgemeinschaft ab

Langenselbold
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"In ganz Deutschland und damit natürlich auch im Main-Kinzig-Kreis herrscht im Bereich der Kinder-Tagesbetreuung erheblicher Fachkräftemangel", so die SPD Langenselbold in einer Pressemitteilung.

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Dies führe zu langen Wartelisten, zur Reduzierung der Öffnungszeiten und letztendlich zur dauerhaften Überlastung des vorhandenen Personals: In einem offenen, parteiübergreifenden Brief der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Main-Kinzig-Kreises vom 26.06.2024 an die Hessische Landesregierung und den Hessischen Landtag werden die Adressaten aufgefordert, Abhilfe zu schaffen. Primär sollen die für Hessen geltenden Zugangsbeschränkungen für die Betreuung von Kindern in Kindertagesstätten möglichst kurzfristig dahingehend gelockert werden, dass zur Betreuung – jedoch nicht zur verantwortlichen Gruppenleitung - auch Personal eingesetzt werden kann, das nicht den derzeitigen Anforderungskriterien entspricht. Bislang ist zumindest Fachabitur die Zugangsvoraussetzung für den Beruf der Erzieherinnen und Erzieher. Ohne Fachabitur ist eine zweijährige Ausbildung zur / zum Sozialassistentin / Sozialassistenten erforderlich, die die Ausbildungszeit auf insgesamt fünf Jahre verlängert. Dies kann nach Auffassung der Verfasser des Briefes nicht mehr zeitgemäß sein."

SPD-Parteichef und stellvertretender Fraktionsvorsitzender Jürgen Schonlau stellt klar: „Hier bei uns in Langenselbold ist das selbstverständlich nicht anders. Die entsprechenden gesetzlichen Vorschriften gelten auch hier, und es kommt zu Personalausfällen, die bereits zur Reduzierung des nachmittäglichen Betreuungsangebotes in der Kita Rödelberg geführt haben, wogegen einzelne Eltern Widerspruch eingelegt haben. Soweit die Faktenlage. Wenn es nun aber nach dem Willen der Selbolder CDU geht, soll offenbar eine neu zu gründende Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus dem Bürgermeister, der zuständigen Amtsleiterin, den Leiterinnen der städtischen Kitas, dem Stadtelternbeirat sowie einer nicht unerheblichen Anzahl von Stadtverordneten aus allen Parteien geeignet sein, hier Abhilfe schaffen. Zudem soll diese Arbeitsgruppe öffentlich tagen. Ein regelmäßiger Austausch zwischen allen Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft soll sich als nutzbringend und zweckdienlich erweisen." Weiterhin solle der Magistrat regelmäßig über die aktuelle Lage in den Kitas sowie über seine Bemühungen hinsichtlich der Suche nach geeignetem Fachpersonal berichten.

„Dass man nun nicht zwangsläufig denken muss: Donnerwetter, die CDU hat das Ei des Columbus gefunden!, erkennt man schon beim näheren Hinschauen. Substanziell Neues ist hier nicht enthalten. Dass die seit Jahren gelebte Praxis des regelmäßigen Austausches zwischen dem Fachpersonal für die Kinderbetreuung und der Rathausleitung nicht neu erfunden werden muss, dürfte offensichtlich sein. Diese findet bei Bedarf auch täglich statt. Den Stadtelternbeirat als Gremium in Einzelfragen hinzuzuziehen, ist sicherlich sinnvoll und wird deshalb schon seit Jahren praktiziert. Um der Elternschaft entgegenzukommen, um dieser einen direkten Eindruck zu verschaffen, sollte die Mitarbeit des Stadtelternbeirates im neuen Gremium institutionalisiert werden“, so Jürgen Schonlau weiter.

„Welchen Sinn es aber haben soll, solche Treffen öffentlich abzuhalten und auch noch die Politik mit einzubeziehen, erschließt sich uns Sozialdemokraten nicht. Hier genügt es unserer Ansicht nach, wenn lediglich das Fachpersonal, der Stadtelternbeirat als Vertreter der Betroffenen sowie die Verwaltung zusammenarbeiten. Daher lehnen wir diesen Vorschlag der CDU ab, da dieser aus unserer Sicht wenig zielführend ist und wahrscheinlich nur dazu dient, mit diesem Thema Wahlkampf zu betreiben. Abschließend sei die Frage gestattet, welche Partei denn seit Jahren führend die hessische Landesregierung stellt und das in den letzten Jahren aufkommende Problem des Fachkräftemangels infolge Überalterung und fehlenden Nachwuchses schlichtweg verpennt hat. Wir sind gespannt, ob und wie das Land Hessen reagiert und dabei hoffentlich umgehend eine Änderung der entsprechenden Vorschriften veranlasst. Hohe Standards bei der Ausbildung des Betreuungspersonals sind unserer Auffassung nach unerlässlich; jedoch müssen gerade in Notfällen auch flexiblere Möglichkeiten geschaffen werden. Wir gehen davon aus, dass sich auch im Kreise geflüchteter Menschen Personen befinden, die in ihren Heimatländern vergleichbare Qualifikationen erworben haben, die hier bislang keine Anerkennung gefunden haben. Dies sollte unbedingt in die Erwägungen aufgenommen werden“, schließt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Peter Volk.


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